Hebebühne Werkstatt

Motorsport: Pro und Kontra

— 02.03.2012

Wie teuer muss Rennsport sein?

Die Fakten: Immer mehr Fahrer treiben Sport mit Old- oder Youngtimern – manche auch, weil es günstig ist. Top oder Flop? Das ist Ansichtssache: Zwei Redakteure diskutieren über die Kostenbremse.

Ein eigener Rennwagen für 10.000 Euro? Kein Problem – da wäre beispielsweise der Porsche 924 ein heißer (und vielfach bewährter) Kandidat. Was denn, noch zu teuer? Dann helfen Unternehmen, die Rennwagen verleihen, wie die Mittelmotor GmbH. Deren Preise beginnen bei 2310 Euro. Wer Rennen fahren will, braucht Helm, Overall, HANSSystem, Handschuhe, Schuhe und die Lizenz  der Stufe National A. Die kann beim Deutschen Motorsport-Bund beantragt werden. Wo kann man mitfahren? Zum Beispiel bei der Youngtimer Trophy. Deren Kalender umfasst 2012 acht Rennen und eine Rallye – von Assen bis Hockenheim, von Zolder bis zum Nürburgring. Da kann man seinen Eimer so richtig fliegen lassen – oder das Ganze strikt ablehnen. Hier zwei konträre Meinungen:

Low-Budget-Motorsport – ist das okay? Stimmen Sie auf der rechten Seite ab!

Autor Marc Keiterling fährt gern mit seinen Spielkameraden.

Marc Keiterling: Um es gleich vorweg klipp und klar zu sagen: Dies ist kein Plädoyer dafür, irgendeine endverbrauchte Karre so hinzubasteln, dass sie irgendwie die Abnahme für eine Rennveranstaltung schafft. Aber es ist ein klares Ja zum historischen Motorsport für überschaubares Geld mit einem fitten und beherrschbaren Fahrzeug. Mal ehrlich: Wir haben oder hätten doch fast alle einen Heidenspaß daran, dem eigenen Youngtimer auf der Nordschleife ab und an mal die Sporen zu geben. Mittlerweile gerate ich da allerdings mit meinem Auto arg ins Schwitzen. Wenn turboaufgeblasene Gockel mit 400-PS-Schlitten angeflogen kommen, überfordert mit dem Geschoss unter ihrem Hintern und offenbar bereit, sich selbst und andere Menschen zu zerlegen. Heidenspaß? Eher Heidenangst! Der Gegenentwurf: Youngtimer Trophy. Das Feld weist keine Leistungsunterschiede wie beim „Touristen-Terror“ im Brünnchen auf. Durch Käfig, einen maximal
fünf Jahre alten Sitz, Gurt und Fahrerausrüstung ist mehr für die Sicherheit getan als im Oldie ohne vergleichbare Ausstattung. Die Sicherheitsstandards werden vor jedem Start überprüft. Und in Sachen Sozialkontakte ist es ohnehin ein Traum, gemeinsames Grillen hinter der Boxengasse inklusive. Ein preiswert-perfekter Einstieg in den Rennsport!

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AUTO BILD KLASSIK-Redakteur Frank B. Meyer gibt diesmal den Spielverderber.

Frank B. Meyer: Um es gleich vorweg klipp und klar zu sagen: Ich stamme aus einfachen Verhältnis­sen. Meine Eltern mussten jede Mark zweimal umdrehen. Wenn ich gegen Motorsport auf die billige Tour bin, hat das also nichts mit Wohlstandsarroganz zu tun. Sondern damit, dass Sparen hier töd­lich sein kann. Denn im Motorsport pas­sieren viel mehr schwere Unfälle als im Straßenverkehr. Mit gebrauchten Reifen von Ebay würde ich nicht mal auf die Autobahn fahren. Eine gute Sicher­heitszelle kostet nicht 1100, son­dern eher 4000 Euro, und den Un­terschied habe ich schon zu oft ge­sehen. Bis 2009 war im historischen Motorsport nur ein Kä­fig erlaubt, der die Karosserie an maximal sechs Stellen berührt – viel zu wenig. Mancher Bastler ver­schraubte ihn am Bodenblech und wunderte sich, dass beim Salto die Rohre durch den Boden stachen. Wenn ich schon rund 3000 Euro für Overall, feuer­feste Handschuhe und HANS-System ausge­ben muss, dann hat es wenig Sinn, beim Auto den Euro zwei­mal umzudrehen. Si­cher, wer einmal Blut geleckt hat und Rennen fahren will, kann seiner Frau 10.000 Euro einfacher erklären als eine 20.000-Euro-In­vestition. Aber die Frau hat letzt­lich nichts gespart, wenn am Ende sein Blut aus dem Auto tropft. Die Sicherheit ist zum Sparen das falsche Ende!

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