Mythos Opel
— 28.02.2009Wir sind Opel
Opel hat die treuesten Fans aller Autobauer. Von der Küste übern Pott bis in die Alpen ist die Strahlkraft der Marke mit dem Blitz ungebrochen. AUTO BILD KLASSIK zu Besuch bei Überzeugungsfahrern.
Daniela Loof und ihr Opel Rekord C: "Er sollte nicht zum Schrott"
In diese Kategorie passt auch Danielas Rekord. Mit mattschwarzer Motorhaube und gleichfarbigem Abschlussblech inklusive Totenkopf-Sticker als Steiß-Tattoo. "Eigentlich wollte ich den Wagen pink lackieren, aber da hat sich mein Kumpel gewehrt." Derselbe, bei dem sie den Wagen 2006 in der Werkstatt entdeckte, später kaufte. "Als er den Rekord schweißte, hatte er keinen Bock mehr und wollte ihn auf den Schrottplatz bringen." Er tat es nicht, aus Ehrgeiz und vielleicht auch Daniela zuliebe. Seitdem besucht der 90-PS-Opel regelmäßig Schrottplätze zur Organ-OP. Obwohl Danielas Lebensgefährte, ein Jurist und Golf-Fahrer, ihren Oldtimer-Spleen null versteht, begleitete er seine Freundin. Und leistete Schützenhilfe: "Es gab Szenen, da hielt er meine Handtasche, und ich habe Ersatzteile ausgebaut." Selbst ist die Frau, auch beim kultigen Kräftemessen, dem Pott-Race, einer, nun ja, sportlichen Orientierungsfahrt. "Meine Freundin und ich waren die Burn-out-Bunnys". Hübsche Häschen in Jeans und Karo-Hemd, die mit den Jungs Wettlaufen spielten. "Am Ende landeten wir auf dem zweiten Platz." So schnell konnten die Jungs gar nicht gucken.
Der Ascona B von Tim Duensing
"Schöne Grüße an Claas, der gerade in Südafrika ist." Tim zieht sein Tabakpäckchen aus der Jackentasche, dreht sich fingerschnell eine "American Spirit", lässig steckt er die Kippe hinters Ohr. Claas, wer? Was für ein merkwürdiger Auftaktsatz, den er da in den Block diktiert. In einem Gespräch zum Thema Opel. Tims Opel. Aber eben auch der von Claas. "Wir teilen uns den Ascona." Ein privates Carsharing-Projekt, das cool statt einfach nur öko ist. "Mein Vater hat immer gesagt, Opel fahren sei spießig." Aber nicht, wenn sein Sohn hinterm Steuer sitzt. Der 33-Jährige ist an den Augenbrauen gepierct, am Arm trägt der Online-Redakteur eine hippe Casio-Uhr. In Modekreisen feiert die gerade ein Comeback, so wie die Marke Opel in angesagten Hamburger Stadtteilen."Ich wollte ein Auto mit Gesicht", erzählt Tim, "mindestens ein Youngtimer sollte es sein." Patrick, ein guter Kumpel von ihm und B-Kadett-Fahrer, vermittelte Jürgen als Kontakt, einen totalen Bastel-Freak mit mehreren Ascona auf dem Hof. "Im letzten Moment wollte der einen Rückzieher machen und den Wagen selbst behalten." Tim wirft den Motor an, ein satt klingender Zweiliter legt los statt des auf dem Heck angekündigten sanften 1,6-Liter-Aggregats (60 PS). Sein rechter Fuß spielt mit dem Gaspedal, als sei es das Basspedal einer Orgel. Melodisch röhren 100 PS, bevor sie im Schritttempo über die Schwelle der Tiefgarage schreiten. Tim schwärmt: „Das Fahrverhalten ist genial, sehr sexy, das ist wie ...“ – das böse F-Wort. Schnitt. Dass der 29-jährige Ascona, sagen wir mal, geil um die Kurven geht, liegt auch am Sportfahrwerk. "Nur schwierig, wenn es nass ist." Was in Hamburg häufiger vorkommt als in Südafrika. In diesem Sinne: Schöne Grüße auch an Claas.
Weitere Liebeserklärungen an Opel lesen Sie in AUTO BILD KLASSIK 1/2009. Ab sofort im Handel.
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