Mercedes SL

Neuer Mercedes SL

— 22.02.2011

Ein Sportwagen, wie es noch keinen gab

AUTO BILD Archiv-Artikel 13/1987: Er sieht so aus, als könnte er schon morgen beim Händler ste­hen. Inzwischen hat AUTO BILD auch die letzten Tarnschleier des neuen deutschen Traumwagens gelüf­tet.

Trotz des serienna­hen Entwicklungs-stands werden aber noch zwei volle Jahre vergehen, bis die vierte Generation des Merce­des SL in die Verkaufsräume rollt. Das könnte zum Genfer Salon 1989 sein. Die Karosserie unterscheidet sich deutlich vom heutigen SL, dessen Produktion heute schon komplett ausverkauft ist. Sie wirkt mit dem an­gedeuteten Hüftschwung, der länge­ren Motorhaube und der flacheren Frontscheibe aggressiver. Breite, in Wagenfarbe lackierte Stoßflächen unterstreichen den bulligen Ein­druck. Die Frontpartie, bei den bis­her fotografierten Prototypen noch klobig verunstaltet, entspricht bis auf den fehlenden typischen verchrom­ten Stern der Serienausführung.

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Die Heckpartie hat jetzt wieder glattflächige Rückleuchten. Neu sind die Luftaustrittsöffnungen in den vorde­ren Kotflügeln unter der Gummi-Schutzleiste. Sie sind nötig, damit die ABS-Bremse die Wärme abgeben kann, die beim Verzögern entsteht. Und über Leistungsmangel braucht sich wirklich keiner der künftigen Käufer zu beklagen. Die Motorenpalette wird beim 300 SL beginnen. Im Unterschied zum be­kannten Dreiliter-Sechszylinder aus dem jetzigen Angebot bekommt der Kopf jetzt vier Ventile pro Zylinder statt bisher zwei. Dadurch steigt die Leistung trotz Katalysator auf über 200 PS. Gleichzeitig sinkt der Benzinverbrauch.

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Da erscheint es frag­lich, ob noch Platz für den jetzigen 420 SL (mit 218 PS) bleibt. Die nächst größere Nummer ist damit der 500 SL mit V8-Motor. Dennoch ist sie mit etwa 350 PS die stärkste – natür­lich mit Kat. Die Vierventiltechnik (32 insgesamt!) macht's möglich. Dane­ben wird es den bekannten, aber um zehn Prozent stärker gewordenen 560er-Zweiventiler mit 270 Kat-PS geben. Von außen sind die drei Stu­fen nicht zu unterscheiden, wenn man den Schriftzug abbestellt. Das Faltverdeck wird in den Spitzenversionen elektrisch betätigt. Für die Sicherheit gibt's einen bei einem Unfall explosionsartig ausfahrbaren Überrollbügel. Mit dem verschraubten Hardtop geschlossen, sieht der SL aus wie ein Coupé. Kein stilistischer Bruch der fließenden Linien deutet an, dass der SL bei Bedarf zum Vollcabrio wird. 30.000 Stück will Daimler-Benz da­von pro Jahr in Bremen bauen. Käu­fer zu finden dürfte bei der Spitzen­technik und der attraktiven Optik kein Problem sein. Trotz der Preise: Von 80.000 bis über 150.000 Mark soll die SL-Palette reichen.

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