Museums-Camper unterm Hammer

Westfalia verscherbelt Museumsstücke Westfalia verscherbelt Museumsstücke

Oldie-Camper unterm Hammer

— 16.09.2009

Ausverkauf bei Westfalia

Kein Platz für die Firmen-Geschichte: Westfalia hat zehn historische Camping-Umbauten aus dem Werksmuseum bei Ebay verhökert. Sie alle gingen zu Höchstpreisen weg – nur ein kleines Wohnmobil blieb allein zurück.

Wie man sein eigenes Image unnötig verbeult: So könnte die Tragödie betitelt sein, die der traditionsreiche Wohnmobile-Bauer Westfalia soeben erfolgreich inszeniert hat. Aufführungsort war die Website des Online-Auktionshauses Ebay, auf der kürzlich ein Konvolut historischer Camping-Vehikel gegen Gebot feilgeboten wurden. Darunter solche Raritäten wie ein Gutbrod Superior oder mehrere T1 mit Urlaubs-Interieur inklusive Betten, Herd und Schränken. Bei fünf der verkauften Autos handelte es sich um Westfalia-Umbauten auf VW-Bus-Basis, darunter ein T1, zwei T2 , ein T3-Bus sowie ein T3-Schnittmodell. Die Fahrzeuge stammten aus einer geschlossenen Westfalia-Niederlassung. Wie dem Angebot zu entnehmen war, gehören die insgesamt elf Fahrzeuge zum Werksmuseum. Das heißt: Gehörten, denn alle bis auf ein kleines Wohnmobil auf einem DKW-Chassis blieb allein zurück.

Westfalia hat sich seiner Firmengeschichte entledigt

Damit hat sich Westfalia erfolgreich auf einen Schlag seine Firmengeschichte vom Hals geschafft. In einer Zeit, in der Traditionsbewusstsein als Wert auch bei Unternehmen zunehmend wieder an Bedeutung gewinnt, mutet diese Versteigerung, antiseptisch und anonym per Online-Handel, etwas herzlos an. Die Begründung für den Ausverkauf: "Es war keine komplette Sammlung", sagt eine Sprecherin; und überdies habe man im Werk keinen Platz für die Veteranen gehabt. Für ein regelrechtes Firmenmuseum fehlt Westfalia das Geld, war zwischen den Zeilen herauszuhören. Der Gewinn ist relativ schnell errechnet: Rund 180.000 Euro brachten die Auktionen. Dafür sind die Fahrzeuge nun in alle Richtungen verstreut, verloren für immer. Auf Nachfrage teilte Westfalia mit, man habe die Sammlung zuvor einigen "namhaften Trägern" angeboten, aber die hätten kein Interesse gehabt.

Autor: Roland Wildberg

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