Oldtimer-Demonstration

Oldtimer-Demonstration in München Oldtimer-Demonstration in München

Oldtimer-Demonstration

— 02.11.2006

Aufstand der Autofahrer

Fahrverbote wegen Feinstaubs: Jetzt gehen die Oldtimer-Fahrer auf die Barrikaden. Die Demonstration in München war nur der Anfang.

Behinderungen durch einen Oldtimer-Corso, meldeten die Verkehrsnachrichten. Aber das war weit untertrieben. Und falsch obendrein. Denn das, was die Münchner Innenstadt am Sonntag, dem 29. Oktober, seit mittags lähmte, war keine launige Großparade der Klassiker. Sondern nicht weniger als die erste echte Demonstration ihrer Besitzer. "Hunderttausende werden ausgesperrt", meldete AUTO BILD in Heft 38/2006.

Es geht um Feinstaub. Und um dessen künftige Vermeidung. Egal ob Verursacher oder nicht, ab Oktober 2007 soll der Bereich innerhalb des Mittleren Rings in München für "Stinker" gesperrt werden. Für Diesel der Schadstoffnorm Euro 1 oder darunter, für katlose Benziner. Und zwar ausnahmslos und für immer. Weitere Städte wollen folgen. Jetzt steht das Volk auf – das der Oldtimer-Fahrer. Rund 220 meldeten sich, um in der Münchner City Flagge zu zeigen. Es wurden mehr als 500. Gründer und Frontmann der Initiative Kulturgut Mobilität ist Peter-David Göhr (54), Pressemann des Allgemeinen Schnauferl-Clubs ASC. Sozusagen der Fraktion der Messingkühler unter den Veteranen. Der Ururalten also. Doch um die geht es nur am Rande.

Vom Aussperren bedroht, da keine Kat-Nachrüstung möglich ist: 65er Morris Cooper und 72er Fiat 500.

"Wir müssen endlich alle zusammenrücken, vom Veteranen- bis zum Youngtimer-Besitzer", beschwört der Fahrer eines Napier von 1907 die riesige, aber völlig unorganisierte Szene. "Sämtlichen Oldie-Eignern muss klar sein: Sie bilden eine Schicksalsgemeinschaft, die nur geschlossen für Ausnahmen bei den Umweltzonen kämpfen kann. Deshalb wollen wir den losen Haufen – vom Goggo bis zum Rolls-Royce – einen, um Oldies langfristig als Kulturgüter zu etablieren", sagt Göhr kämpferisch. Nur dann gäbe es die Chance, auf politischer Ebene etwas zu bewegen.

Die Argumente sind klar: Oldtimer werden selten bewegt, verpesten die Luft also kaum. Und das Potenzial ist riesig: Es geht um Hunderttausende Klassiker und solche, die bald dazu reifen. "Wir wollen auch morgen noch fahren dürfen. Und zwar überall", reklamiert Göhr: "Die Münchner Demo war nur ein Anfang. Jetzt wird hochgeschaltet."

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