Sind die USA das Land der Oldie-Schnäppchen?

Klassiker in Amerika kaufen Klassiker in Amerika kaufen Klassiker in Amerika kaufen

Oldtimer kaufen in den USA

— 11.02.2016

Amerika, Land der Oldie-Schnäppchen?

An der amerikanischen Westküste herrscht perfektes Klima zum Erhalt eines Klassikers. Fragt sich nur, ob die Oldie-Preise auch perfekt sind. AUTO BILD auf Einkaufstour.

Drei VW Käfer für 325.000 Dollar: Laut Verkäufer sind die Herbies echte Filmautos und keine Repliken.

Alles beginnt im Obergeschoss des Linq-Hotels in Las Vegas. Hier hat Rob Williams seine Firma Auto Collections einquartiert. Für den alten NASCAR-Beetle mit der Startnummer 53 aus dem 2005er Herbie-Film verlangt der Händler 325.000 Dollar – im Dreierpack mit zwei weiteren Leinwand-Stars namens Schrottplatz-Herbie und Pimp-Herbie. Den Preis rechtfertigt der Chef mit Originalität und Zustand: "Hier stehen echte Filmautos, keine Doubles. Zu teuer? Machen Sie mir ein Angebot ..." Für 285.000 Dollar hätten wir das Trio wohl bekommen.

Brubaker Box und die 1000 Käfer-Gesichter

Brubaker Box VW Ghia Aigle Fiberfab Bonito

Autokredit-Vergleich

Ein Service von

logo

Top-Konditionen für Ihr neues Auto

Für Genießer: Käfer ohne Ende

Der Oldtimerkauf in den USA wird aktuell erschwert

Video: Porsche 911 Turbo

Der Mythos 911

AUTO BILD ist unterwegs an der amerikanischen Westküste auf der Suche nach altem Blech zum Kostet-nix-Kurs. Dabei will Oldtimerkauf in Amerika gut überlegt sein. Der starke Dollar schmerzt, die Qualität schwankt, das Angebot ist dünn. Sehr gute Autos kosten drüben eher mehr, Kalifornien, Texas, Arizona sind weitgehend abgegrast, nach makelloser Blechsubstanz muss man lange suchen. Am besten dort, wo nicht schon andere Kasse gemacht haben. Etwa in Kanada (Währungsvorteil), Florida (Klima) und im Großraum New York (hier wohnt das Geld). Oder in Nevada, wo es fast nie regnet und viele reiche Amis ihren Lebensabend verbringen. Doch auch hier gilt: Alte Elfer, Pagoden und W 111, spannende Italiener und coole Briten haben sich längst in den Orbit der monetären Unerreichbarkeit verabschiedet.

Rekordpreise für Klassiker: Porsche wird noch teurer

Das gelobte Land für amerikanische Klassiker

Video: Chevrolet Corvette

Made in USA

Für US-Oldies ist Amerika dagegen das gelobte Land. Ein ordentlicher Mustang T5 belastet das Budget mit knapp 20.000 Dollar, frühe Ford Thunderbird sind ab 30.000 Dollar zu haben, für knapp 10.000 Kröten gibt es gute Chevrolet Camaro im Dutzend. Wer sich traut, kann sogar im vierstelligen Bereich fündig werden. Wie wäre es zum Beispiel mit einem 61er Nash Metropolitan, einem 88er Eagle Wagon, 50er Willys Jeepster oder einem 51er DeSoto Sportsman? Alle zusammen kosten gerade so viel wie eine neuer Jeep Cherokee.

Chevrolet Corvair Convertible Import

Chevrolet Corvair Convertible Import Chevrolet Corvair Convertible Import Chevrolet Corvair Convertible Import

Heckmotor-Exporte haben kaum Sammlerwert

Video: VW Karmann Ghia

Schönling mit Wertsteigerungspotenzial

Immer wieder fahren uns betagte Käfer vor die Linse – manche mit selbstbewusster Preisvorstellung, andere mit der aufgepinselten Bitte, ein Angebot abzugeben. Zum Beispiel ein weißer 1200er (17.000 Dollar samt Dachträger mit Surfboard), gefolgt von einer blauen 500-Dollar-Leiche und einem Ovali in mattem Texasbraun. Nein, nicht foliert, sondern über 60 lange Jahre aufgetragen von der Wüstensonne. Während ein perfekt erhaltener Samba-Bus in Amerika längst 100.000 Dollar und mehr kostet, haben die meisten anderen Heckmotor-Exporte kaum Sammlerwert. Das gilt auch für die entstellten 1303 Cabrios, denen der Einspritzer den letzten Hauch von Agilität raubt. Günstig und problemlos zu finden ist in Nordamerika "The Thing" alias VW 181. In Palm Springs steht ein weißer Kübelwagen ohne offensichtlichen Rostbefall für stolze 20.000 Dollar (vor Auktionsbeginn). Gut möglich, dass man am Ende nicht mal die Hälfte zahlt.

Bilder: VW Buggy und andere Strandmobile

Anzeige

Reifen-Finder

VW 181 und andere Strandläufer: Diese Sommerautos machen Spaß

Unterschätzte Autos für wenige Dollar

Der Buick Gran National gehört nicht zu den US-Car-Ikonen. Er ist für um die 13.000 Dollar zu finden.

AUTO BILD's US-Top-Five nach dem Gewinn des Lotto-Jackpots wäre folgende: Cord 812, Duesenberg Model J, Hudson Commodore Eight, Pierce-Arrow Model B, Dodge Charger R/T Hemi. Aber keine Angst, es geht auch billiger. Bei Exotic Motor Cars in Palm Springs steht ein toller Chevy Impala SS für nur 15.000 Dollar, im Netz findet man den unterschätzten Buick Grand National schon ab 13.000 Dollar, bei Classic & Collectible Cars in Vegas wird man für 28.500 Dollar Besitzer einer 95er Viper mit 28.000 Meilen auf der Uhr. Doch Vorsicht – Garantie gibt es nicht, blind kaufen lohnt, wenn überhaupt, nur von privat, zwischen Beschreibung und Zustand klafft meist eine große Lücke. Wer selbst auf die Suche gehen möchte, sollte gut Englisch sprechen und nicht nur Lackstärkenmesser und Taschenlampe vertrauen.

Die Ausbeite bleibt trotz Bemühungen schmal

Wer Geduld mitbringt und ein wenig länger sucht, kann in den USA zum Beispiel auf gute Porsche 928 stoßen.

Die Ausbeute der Tour hätte kaum schmaler ausfallen können. Ein gelber Mustang war ein Schnäppchen, ein Impala SS eine Versuchung, ein silberner Azure ein hübsches rotes Tuch für die neidischen Nachbarn. Um als europäischer Klassik-Fan in Amerika fündig zu werden, muss man größere Kreise ziehen. Nur so erschließen sich reizvolle Deals wie ein guter Porsche 928, die drüben noch günstigen Aston-Martin-Modelle Virage I und Vanquish I, der Jensen Interceptor und natürlich dicke, fette Rolls-Royce-Limos wie der Silver Spur mit 18.000 Meilen für um die 22.000 Dollar, von Weißwandreifen bis Vinyldach ohne Gewähr.

Das Land der Oldie-Schnäppchen?

Klassiker in Amerika kaufen Klassiker in Amerika kaufen Klassiker in Amerika kaufen

Diese US-Klassiker laden zum Träumen ein

Ford Hot Rod Ford Mustang GT 390 Fastback Cadillac Brougham

AUTO BILD-Gebrauchtwagensuche

Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Oldie-Schnäppchen in den USA? Gute Autos zum fairen Preis muss man länger suchen, man muss weiter fahren, härter verhandeln – und trotzdem mehr zahlen. Nach wie vor erschwinglich sind US-Sportwagen wie eine gute Corvette oder ein Ford Mustang. Und schräge Europäer mit Stil.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.