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Oldtimer: Limousine oder Coupé?

— 06.07.2012

Lieber vier Türen als zwei?

Die Klassiker-Welt ist bunt, doch bei der Wahl der Karosserieform zählt vor allem der persönliche Geschmack. Zwei Redakteure streiten hier, wer den besseren hat.

Oldie-Fans sind Sonntagsfahrer. Unter der Woche bleiben die meisten Klassiker in der Garage, werden nur für besondere Gelegenheiten rausgeholt. Klar, dass viele dann „was Schickes“ fahren wollen. Den Traumwagen ihrer Jugend zum Beispiel. Oder einen, der gezielt einen Gegenpol zum Alltag bildet. Wer wochentags die Kids im Minivan zur Schule karrt, steigt in der Freizeit gern um: auf ein elegantes Coupé zum Beispiel. Nutzwert ist bei einem Liebhaber-Automobil doch schließlich zweitrangig, oder? Nicht alle denken so: Auch brave Limousinen haben ihre Fans. Sei es, weil auch am Wochenende die Familie mitkommt, sei es, weil der Fan die Stufenheckform mit vier Türen einfach mag.

Ja, bitte: "Limousinen sind die Helden der Alltagskultur"

Martin Puthz fährt auf Viertürer ab.

Limousinen sind die Stiefkinder der Oldie-Szene: oft langweilig, selten glamourös, viel zu alltäglich. Da der Klassiker als Liebhaberstück dient, soll er Träume erfüllen – im Idealfall die, die man sich neu nicht leisten konnte. Ein Viertürer? Nein danke. Es sei denn, er hat acht Zylinder. Mindestens. Verständlich, diese Denke, doch ich ticke anders. Als Oldtimerbesitzer räumt der Gesetzgeber mir Privilegien ein – und gibt mir einen klaren Auftrag: die Erhaltung mobilen Kulturguts. Dazu zählen aber nicht nur schnittige Sportler und mondäne Coupés, sondern auch die berühmten Brot-und-Butter-Autos. Und das waren nun mal in der guten alten Zeit, als Kraftfahrzeuge noch für die Kunden gebaut wurden und nicht für das, was durchgeknallte Marketingstrategen als solche definierten, überwiegend Limousinen. Taunus, Derby, Mirafiori – Hand aufs Herz: Wann haben Sie so einen das letzte Mal gesehen? Vom SLC schwärmte man damals, doch der Ascona brachte den Alltag ins Rollen. Dafür sollten wir ihn ehren – und erhalten. Limousinen sind meist die günstigeren Oldtimer. Dennoch muss man sie sich leisten können. Wer eine Prothese für sein Ego braucht, kann ja Coupé fahren.

Nein, danke: "Wozu Viertürer? Ich bin doch kein Taxifahrer"

Dennis Voth liebt Coupé-Silhouetten.

Meinem Vater wäre es nie in den Sinn gekommen, unseren Familien-Passat als Limousine zu kaufen. Nicht weil wir den Platz des Variant je gebraucht hätten. Das Stufenheck galt für ihn, den Individualisten und Jeep-CJ7-Fahrer, als Inbegriff des Spießertums. Was bleibt mir bei dieser Prägung also anderes, als ihm recht zu geben: Im Vergleich zu einem zweitürigen Coupé wirkt die viertürige Stufenhecklimousine immer wie ein schlechter Kompromiss. "Form follows Function" mag Pragmaten und Langweiler entzücken – eine Form, die nur brav folgt, sieht aber auch so aus. Und mal ehrlich: Außer einem Taxifahrer braucht niemand ständig vier Türen und zwängt sich dafür freiwillig durch enge Einstiege. Da lobe ich mir die langgezogene, dynamische Silhouette eines Coupés. Egal ob Karmann-Ghia Typ 34, Alfa Giulia GT oder BMW CS: Nur das Coupé bringt die Sportlichkeit zum Ausdruck, die die Hersteller seit Ewig kei ten in ihren Werbesprüchen beschwören. Apropos Hersteller: Was sind eigentlich viertürige Coupés? Schon der flache Rover P5 war eine Limousine, und Mercedes CLS, Audi A5 Sportback und BMW 6er Gran Coupé heute sind es auch. Das dumme Marketing-Gewäsch gehört verboten.

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