Oldtimer-Sharing

Oldtimer-Sharing

Oldtimer-Sharing

— 14.08.2003

Alle für einen, einer für alle

Neuester Trend in der Oldie-Szene: Klassiker-Clubs, die ihre Fahrzeuge Mitgliedern zur Verfügung stellen.

Heute Porsche 356 B, morgen Rolls-Royce, übermorgen Ferrari Testarossa – klingt nach dem Fuhrpark eines Lottogewinners, ist aber für jedermann möglich. Britische Oldie-Fans haben es vorgemacht, nun schwappt der Trend auch nach Deutschland. Oldtimer-Sharing heißt das Zauberwort. Sein Prinzip ist einfach erklärt: Ein Oldie-Club stellt seinen historischen Fuhrpark zur Verfügung, die Mitglieder finanzieren diesen mittels Jahresbeitrag. In Köln wird dies seit 2001 erfolgreich praktiziert, im bayrischen Eching startete ein weiterer Club.

Klassiker nach Punkten fahren

Jeder oldie hat seinen Preis, sprich seine Punkte pro Tag. An Sommer-Wochenenden ist es teurer als an einem November-Dienstag.

Das System ist identisch: Nachdem der Fan seinen Beitrag entrichtet hat, erhält er ein Punkte-Guthaben, das es in den nächsten zwölf Monaten abzufahren gilt. Für jeden Ausflug mit einem Klassiker werden nach gewissen Gesichtspunkten wie Fahrzeugtyp, Jahreszeit, Wochentag und Dauer der Reise Punkte abgezogen. Um eine Relation zu bekommen: In Köln kosten 100 Punkte 990 Euro. Dafür gibt es etwa ein August-Wochenende mit dem giftgrünen Porsche 911 (99 Punkte). Es geht aber auch günstiger: Der Jaguar E-Type verlangt an einem September-Werktag nach nur zwölf Punkten.

Oldie-Vielfalt zum kleinen Preis

Wer nun endlich hinterm Steuer Platz nehmen möchte, muss noch folgende Voraussetzungen erfüllen: Mindestalter 25, seit fünf Jahren im Besitz eines gültigen Führerscheins und in den letzten drei Jahren keinen Unfall. Alles erfüllt? Dann kann es auch fast schon losgehen. Vor jeder Fahrt mit einem Modell bekommen die Clubmitglieder noch einen Einführungsworkshop. Jeder Klassiker hat schließlich sein ganz eigenes Fahrverhalten und will anders bewegt werden.

Sollte doch mal eine Panne den Spaß trüben, hilft ein ADAC-Schutzbrief weiter. Das Konzept scheint anzukommen, denn beide deutschen Clubs freuen sich über stetig steigende Mitgliederzahlen. Ein typisches Clubmitglied gibt es nicht. Vom Klassiker-Liebhaber, der’s endlich mal wissen möchte, bis zum Besitzer eines Oldtimers, der aber nicht genügend Zeit in sein Hobby investieren kann, machen die verschiedensten Zeitgenossen mit.

Der große Vorteil liegt zweifelsfrei in der Fahrzeugvielfalt – wer hat schon privat so viele Autos? Relativ günstig ist die Clubmitgliedschaft im Vergleich zu einem eigenen Fuhrpark natürlich auch. Das größte Manko der Oldie-Clubs ist ihr Standort: Die Oldtimer müssen vor Ort übernommen werden. Doch so, wie die Szene dieses Angebot annimmt, gibt es bestimmt in einigen Jahren vergleichbare Clubs auch in weiteren Städten.

Classic Car Club Bonner Straße 242, 50968 Köln, www.classiccarclub.de, Telefon 02 21-3 48 99 90 bietet: Alfa Romeo Giulia Spider, Alfa Romeo GTV 2000, Jaguar E-Type, Mercedes Pagode, 280 SE Cabrio, MG A Mk I, Porsche 356 B, Porsche 911, Rolls-Royce, Triumph TR 4

Classic Car Drivers Club Greifenberger Straße 5, 82279 Eching, www.ccdc.de, Telefon 0 8143-99 28 66 bietet: Austin Princess, Ferrari Testarossa TR 512, Jaguar XJ 12 Serie 1, MG B Tourer

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