Heidi Hetzer: Weltumrundung im Oldtimer

Oldtimer-Weltreise: Heidi Hetzer setzt Reise fort

— 17.02.2016

E-Mail von Heidi

Heidi Hetzer ist nach der Krebs-OP wieder auf dem Weg nach Lima. In einer E-Mail an die AUTO BILD-Leser berichtet sie von ihrer aktuellen Situation.

Heidi Hetzer setzt ihre Weltumrundung mit Oldtimer Hudo nach ihrer Krebs-OP tatsächlich fort: Sie ist wieder auf dem Weg nach Lima. Kurz vor ihrer Abreise schickte sie AUTO BILD eine E-Mail, in dem sie für die Genesungswünsche dankt und ihre aktuelle Situation darstellt:

"Liebe Leser der AUTO BILD, nach genau einem Monat befinde ich mich gerade wieder auf dem Rückflug von Amsterdam nach Lima, Peru. Ich hatte eine Krebs-Operation in Essen zu überstehen. Dieses Mal war nicht Hudo schuld an diesem Boxenstopp, sondern ich brauchte einen neuen TÜV. Hudo wartet inzwischen im Nicolini Museum, die neue Beifahrerin für Südamerika ist entfleucht. Viele glauben, ich habe aufgegeben, aber meine Freunde wissen, dass ich mich nicht so schnell geschlagen gebe. Es geht jetzt nach Nazca und dann versuche ich genau dieselbe Strecke zu fahren, auf der Clärenore Stinnes die meisten Probleme hatte. Mal sehen, wie es mir ergeht. Danke, dass Sie so viel Interesse zeigen, da fühle ich mich nicht so alleine. Ich werde berichten. Gruß Heidi Hetzer."

Heidi's neuen Blogeintrag findet ihr unter heidi-um-die-welt.com

Posted by Heidi Hetzer on Dienstag, 16. Februar 2016


Bei der 78-Jährigen war vor einigen Wochen Krebs festgestellt worden. Hetzer musste daraufhin ihre Weltumrundung mit dem Hudson "Great Eight" Coach in Südamerika unterbrechen und sich in Deutschland behandeln lassen. Der Hautkrebs und acht Lymphknoten wurden entfernt. "Nun ist alles gut", erklärte die Berlinerin nach der Operation auf Nachfrage von AUTO BILD und fügte hinzu: "Aber ich war, wie üblich, zu ungeduldig". Zwei Wochen später musste sie nochmals unters Messer, jetzt sei der Krebs aber tatsächlich besiegt.

"Ich hätte nicht abhauen sollen"

Der Hudson "Great Eight" von 1930 hat bereits mehrere größere Motorschäden hinter sich.

Sie sei direkt nach der OP aus dem Krankenhaus abgehauen, um in Kiel ihre Tochter und ihre Enkelkinder zu besuchen, erzählt die Weltreisende. Keine gute Idee: "Der Wasserhahn bei den Lymphknoten ist noch nicht zu", so Hetzer. Der Berliner Zeitung (B.Z.) sagte sie: "Am Dienstag musste ich in die Notaufnahme. Es hatte sich Lymphdrüsenflüssigkeit im Unterleib gesammelt. Ich habe Schwierigkeiten beim Laufen. Es ist dick geschwollen, es schmerzt. Ich hätte mir nicht die Drainage entfernen, vom Krankenhaus abhauen und mit dem Zug nach Kiel fahren sollen. Die schweren Taschen habe ich alleine getragen. Ich bin hart im Nehmen, aber ich kann nicht alles ab." Um ihre Reise fortsetzen zu können, müsse sie noch mehr entschleunigen, so die Erkenntnis. 
Heidi Hetzers aktueller Standort

Das fällt der Vollgas-Frau aber nicht leicht. Vier Wochen musste sie in Deutschland bleiben – worauf sie überhaupt keine Lust hatte. Aus folgenden Gründen, wie sie gegenüber AUTO BILD erklärte: "Erstens ist das Wetter ja nicht gerade angenehm (wenn man aus 33 Grad kommt), zweitens bin ich erschüttert, wie unfreundlich die Menschen auf der Straße so sind, drittens warten Lili und Hudo auf mich. Und generell fühle ich mich hier wie in einem verkehrten Film, in einem bösen Traum, ich gehöre nicht hierher." Die Reise abzubrechen, komme überhaupt nicht infrage. Den AUTO BILD-Lesern dankte die umtriebige Berlinerin für die vielen Genesungswünsche über Facebook: "Ich freue mich über soviel Anteilnahme (...) ich danke allen für den Zuspruch." 

Heidi Hetzer: Weltumrundung im Oldtimer

September 2015: Finger abgerissen

Im September 2015 verlor Heidi Hetzer den kleinen Finger, als ihre Hand in den Motor geriet. 

Dass Frau Hetzer hart im Nehmen ist, hat sie schon häufig bewiesen. Beispielsweise am 11. September 2015: Beim Schrauben an ihrem Hudson "Great Eight" Coach verlor die Berlinerin den kleinen Finger der rechten Hand. Auf der Suche nach einem Ölleck beim Stopp in Kanada geriet ein Lappen in den laufenden Motor des 1930 gebauten Ami-Oldtimers und zog die Hand hinterher, heißt es auf Heidi Hetzers Blog www.heidi-um-die-welt.com. Daraufhin wurde das letzte Glied des Mittelfingers abgetrennt, der kleine Finger zerquetscht. Der Mittelfinger konnte wieder angenäht werden, nicht aber der kleine Finger. Der musste amputiert werden, berichtete Heidi Hetzers Tochter Marla der Berliner Zeitung "B.Z". Auf Fotos nach den Unfall streckt Heidi Hetzer tapfer lachend ihre versehrte Hand dem Arzt entgegen.

Auf ihrer Reise will die ehemalige Opel-Händlerin fünf Kontinente durchqueren. Sie reist auf den Spuren der Rennfahrerin Clärenore Stinnes, die in den 20er-Jahren als erste Frau die Welt mit einem Auto umrundete. Die Reise begann im August 2014, Hetzer hatte immer wieder mit Motorproblemen, Raubüberfällen und Mitfahrer-Wechseln zu kämpfen. Im Sommer 2016 wollte die 78-Jährige nach zwei Jahren on tour wieder in Berlin ankommen.

Autoren: , Maike Schade

Stichworte:

Oldtimer

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