Opel Omega A 2.0i Caravan
— 18.03.2009Großer Kumpel zum Kuscheln
Unter Oldie-Freunden ist der Opel Omega 2.0i Caravan sicher nicht erste Wahl. Vielleicht weil er sich so modern anfühlt. In unserem klassischen Vergleich sorgt der Caravan trotzdem für angenehme Überraschungen.
Test Mercedes-Benz 200 TE und Volvo 240 Kombi
Kuschelig geht es aber auch ganz vorn zu. Dank serienmäßigen Veloursbezügen – anschmiegsam, weich und völlig zu Unrecht aus der Mode geraten. Die Sessel im Omega erinnern an die opulenten, schaumgepolsterten Wohnlandschaften der späten 80er: modisch, behaglich, bezahlbar. Aber nicht wirklich hochwertig verarbeitet. Wenn nämlich alles rundum weich ist, geht das Vertrauen in die Dauerhaftigkeit verloren. Beispiel Karosserie: Die ist etwa so steif wie ein nasser Waschlappen. Folge: Die Türen knarzen leise im Rahmen, es knistern die Kunststoffteile, und mit den Jahren klaffen die Spaltmaße außen wie innen immer weiter auseinander. Von Premium-Qualität sprach damals in Rüsselsheim noch keiner.
Hier finden Sie das Testergebnis aus dem Kombi-Vergleich
Aber im Maschinenbau waren die Hessen topfit. Der 2.0i-Vierzylinder mit seinen 115 PS gefällt uns noch heute. Er säuselt sanft, lässt Volvo- und Mercedes-Fahrern beim Spurt auf 100 km/h nicht mal genug Zeit, sich die Augen zu reiben. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Hier ist kein Leichtathlet am Werk, eher ein bulliger Malocher, der die Kohlen aus dem tiefen Keller holt. Fünftausend Touren – schneller mag der Vierzylinder nur ungern und unter brummigem Protest drehen. Schnelleres Schalten vermeidet dieses Problem. Ein Heimspiel für die rechte Hand. Denn die fünf Gänge lassen sich im Opel spielerisch leicht und exakt sortieren.Ersparen wir uns endlose Kurven-Diskussionen, Old Omega liebt die Gerade. Unseren Test-Parcours umrundete er in einem grandiosen Schwänzeltanz mit heraushängendem, aber gut kontrollierbarem Heck – die zielgenaue Servolenkung macht’s möglich. Viel besser geht es nicht mit angetriebenen Hinterrädern, schwerem Hinterteil und weicher Federung. Letztere ist für den rundum angenehmen Komfort verantwortlich. Der Omega schaukelt freundlich über schlechte Wege, richtig schön ist das, typisch alter Opel. Und wir hatten es in den letzten Jahren schon fast vergessen, dieses Fahrgefühl aus schwebender Leichtigkeit.
Ein Blick in die Tabelle zeigt: Steuer und Versicherung sind so günstig wie der heutige Anschaffungspreis. Wie bei Opel üblich, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis der Omega A Caravan die Taschen der Fans weiter öffnet.
| Fahrzeugdaten und Kosten Opel Omega A 2.0i Caravan | |
|---|---|
| Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Reihe, vorn längs |
| Ventile/Nockenwellen | 2 pro Zylinder/1 |
| Nockenwellenantrieb | Zahnriemen |
| Hubraum | 1998 ccm |
| kW (PS) bei U/min | 85(115)/5200 |
| Nm bei U/min | 170/2800 |
| Höchstgeschwindigkeit | 187 km/h |
| Getriebe | 5-Gang-Schaltgetriebe |
| Antrieb | Hinterrad |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 195/65 R 15 V |
| Radgröße | 6,0 x 15 " |
| Verbrauch | 9,2 Liter/100 km |
| Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 70 Liter/Super |
| zulässiges Gesamtgewicht | 1925 kg |
| Anhängelast gebremst/ungebremst | 1250/600 kg |
| Kofferraumvolumen | 540 bis 1850 Liter |
| Kosten | |
| Steuern pro Jahr (bei Euro-2-Umrüstung) | 147 Euro |
| Versicherung (Haftpflicht/100 Prozent) | 899 Euro |
| Werkstattintervalle | 15.000 km |
| Kosten Ölwechsel/Inspektion | 120-300 Euro |
| Zeitwert 2009 (Zustand 2-3) | 2500 Euro |
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