Opel Omega A 2.0i Caravan

Opel Omega A Caravan Opel Omega A Caravan

Opel Omega A 2.0i Caravan

— 18.03.2009

Großer Kumpel zum Kuscheln

Unter Oldie-Freunden ist der Opel Omega 2.0i Caravan sicher nicht erste Wahl. Vielleicht weil er sich so modern anfühlt. In unserem klassischen Vergleich sorgt der Caravan trotzdem für angenehme Überraschungen.

Große Kombis heißen Caravan. Zumindest bei Opel. Und der Omega A, 1986 bis 1993 Rekord-Stammhalter, ist ein mustergültiger Caravan. Sein einladendes Wesen ist es, das schon beim ersten Blick durch die große Heckklappe beeindruckt. Da tut sich kein Kofferraum auf, sondern eine Art fahrbarer Turnsaal, glatt und schnörkellos, über eine 60 Zentimeter niedrige Ladekante kinderleicht zu beladen. Und vor allem: praktisch. Wie schon die geteilte Rücksitzlehne vorklappt: Es reicht ein Druck auf den Entriegelungsknopf (Achtung, Fingernägel!), dann ein Schubs, schon liegt die Lehne flach und eine 1,98 Meter lange Liegefläche vor einem – das reicht zum Übernachten zu zweit.

Test Mercedes-Benz 200 TE und Volvo 240 Kombi

Vorbildlich: Topfebene Ladefläche, niedrige Ladekante. Leider keine Staufächer unter dem Ladeboden.

Kuschelig geht es aber auch ganz vorn zu. Dank serienmäßigen Veloursbezügen – anschmiegsam, weich und völlig zu Unrecht aus der Mode geraten. Die Sessel im Omega erinnern an die opulenten, schaumgepolsterten Wohnlandschaften der späten 80er: modisch, behaglich, bezahlbar. Aber nicht wirklich hochwertig verarbeitet. Wenn nämlich alles rundum weich ist, geht das Vertrauen in die Dauerhaftigkeit verloren. Beispiel Karosserie: Die ist etwa so steif wie ein nasser Waschlappen. Folge: Die Türen knarzen leise im Rahmen, es knistern die Kunststoffteile, und mit den Jahren klaffen die Spaltmaße außen wie innen immer weiter auseinander. Von Premium-Qualität sprach damals in Rüsselsheim noch keiner.

Hier finden Sie das Testergebnis aus dem Kombi-Vergleich

Mit dem komfortabel abgestimmten Omega fährt es sich geradeaus am besten.

Aber im Maschinenbau waren die Hessen topfit. Der 2.0i-Vierzylinder mit seinen 115 PS gefällt uns noch heute. Er säuselt sanft, lässt Volvo- und Mercedes-Fahrern beim Spurt auf 100 km/h nicht mal genug Zeit, sich die Augen zu reiben. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Hier ist kein Leichtathlet am Werk, eher ein bulliger Malocher, der die Kohlen aus dem tiefen Keller holt. Fünftausend Touren – schneller mag der Vierzylinder nur ungern und unter brummigem Protest drehen. Schnelleres Schalten vermeidet dieses Problem. Ein Heimspiel für die rechte Hand. Denn die fünf Gänge lassen sich im Opel spielerisch leicht und exakt sortieren.

Ersparen wir uns endlose Kurven-Diskussionen, Old Omega liebt die Gerade. Unseren Test-Parcours umrundete er in einem grandiosen Schwänzeltanz mit heraushängendem, aber gut kontrollierbarem Heck – die zielgenaue Servolenkung macht’s möglich. Viel besser geht es nicht mit angetriebenen Hinterrädern, schwerem Hinterteil und weicher Federung. Letztere ist für den rundum angenehmen Komfort verantwortlich. Der Omega schaukelt freundlich über schlechte Wege, richtig schön ist das, typisch alter Opel. Und wir hatten es in den letzten Jahren schon fast vergessen, dieses Fahrgefühl aus schwebender Leichtigkeit.

Ein Blick in die Tabelle zeigt: Steuer und Versicherung sind so günstig wie der heutige Anschaffungspreis. Wie bei Opel üblich, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis der Omega A Caravan die Taschen der Fans weiter öffnet.
Fahrzeugdaten und Kosten Opel Omega A 2.0i Caravan
Motor Bauart/Zylinder Vierzylinder, Reihe, vorn längs
Ventile/Nockenwellen 2 pro Zylinder/1
Nockenwellenantrieb Zahnriemen
Hubraum 1998 ccm
kW (PS) bei U/min 85(115)/5200
Nm bei U/min 170/2800
Höchstgeschwindigkeit 187 km/h
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb Hinterrad
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Scheiben
Testwagenbereifung 195/65 R 15 V
Radgröße 6,0 x 15 "
Verbrauch 9,2 Liter/100 km
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 70 Liter/Super
zulässiges Gesamtgewicht 1925 kg
Anhängelast gebremst/ungebremst 1250/600 kg
Kofferraumvolumen 540 bis 1850 Liter
Kosten
Steuern pro Jahr (bei Euro-2-Umrüstung) 147 Euro
Versicherung (Haftpflicht/100 Prozent) 899 Euro
Werkstattintervalle 15.000 km
Kosten Ölwechsel/Inspektion 120-300 Euro
Zeitwert 2009 (Zustand 2-3) 2500 Euro

Autor: Andreas Borchmann

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