Peugeot 205 GTI 1.9: Test

— 27.01.2011

104+24=205

AUTO BILD Archiv-Artikel 06/1987: Peugeot im Power-Wahn? Die Franzosen rüsten ihren kleinsten Flitzer auf und addieren zu seinen 104 PS weitere zwei Dutzend. Ist der Peugeot 205 damit noch zu bändigen?



Es ist bitterkalt in Hamburg. Minus 15 Grad sagen sie im Radio. Am liebsten würde ich hier im beheizten Büro bleiben. Doch ein kleiner Franzose treibt mich hinaus in die Kälte. Auf dem Testparkplatz wartet der neue Peugeot 205 1.9 auf mich. 128 PS hat er jetzt. 24 mehr als der 205 GTI mit 1,6 Litern Hubraum. Von außen erkenne ich kaum Unterschiede. Dabei ist der 1.9 mit 24.400 D-Mark um 2690 D-Mark teurer als der 1600er. Halt, die Leichtmetallfelgen sind neu. Kurzer Blick in die Pressemappe, alles klar. Die Scheibenbremsen – jetzt auch hinten – wurden vergrößert, deshalb braucht er nun 15 Zoll-Räder.

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Den Rest des Mehrpreises zahlt man also nur für den größeren Motor. Was bringt's? Zunächst einmal weitere Mehrkosten. Der 1.9er hat kein Pulsair-System, das den 1600er auch ohne Kat schadstoffarm und damit steuerfrei macht. Außerdem schluckt er mit 10,4 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer deutlich mehr als sein kleinerer Bruder (9,0 Liter). Und sonst? Tür auf und rein. Im Innenraum scheint sich kaum etwas verändert zu haben. Lediglich das kleine Sportlenkrad hat jetzt einen Lederkranz. Die Sitzposition ist nach wie vor recht hoch. Die Sportsitze mit ihren seitlichen Wülsten umarmen mich fast.

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Die arktischen Temperaturen beeindrucken den GTI wenig. Bereits beim ersten Startversuch ist er hellwach und bläst einen zünftigen Sound aus dem Auspuff. Zunächst bummle ich gemütlich mit 30 km/h um die Alster. Dann: fünfter Gang rein und Gas gegeben. Prompt beschleunigt der französische Mini. Kein Ruckeln, kein Stottern. Nur die Vorderräder drehen etwas durch. Das spricht für ein kraftvolles Drehmoment bereits bei niedrigen Drehzahlen. Vorteil: Im Verkehrsgewühl braucht nicht ständig heruntergeschaltet zu werden. Das schont die Nerven. Über die Elbbrücken geht's auf die Autobahn.

Sie ist trocken und eisfrei. Ich trete das Gaspedal bis zum Bodenblech durch. Das 875-Kilo-Leichtgewicht marschiert mächtig los. Auf Tempo 100 sind wir in nicht einmal acht Sekunden. Und die Tachonadel schraubt sich weiter gierig nach oben. 160, 180, 200 ..., erst bei 204 km/h ist Schluss. An der nächsten Ausfahrt biege ich auf die Landstraße ab. Flink wie ein Wiesel schlängelt sich der Peugeot über die kurvenreiche Piste, scheint sich förmlich am Asphalt festzusaugen. Der Fahrbahnkontakt ist durch das harte Sportfahrwerk fast wie bei einem Go-Kart. Dadurch spüre ich auch jede Bodenwelle bis ins Rückenmark. Das erträgt nur, wer unbedingt Fahrspaß pur will. Denn den vermittelt der neue GTI noch besser als sein kleiner Bruder. Gesamturteil: Der Peugeot 205 GTI 1.9 bringt Fahrspaß pur – solange es trocken ist. Auf rutschiger Fahrbahn bedarf der Franzose einer geübten Hand.

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