Piaggio Ape Calessino — 16.07.2008
Die Bienen-Königin
Mit dem Ferrari zum Nobel-Italiener? Vergessen Sie’s. Wer bei seinem Pizzabäcker punkten will, fährt in einer Piaggio Ape Calessino vor. Die letzten Exemplare kommen im September 2008 zu uns.
Gut 200 der 999 Calessinos kommen nach Deutschland
Die Auslieferung des himmelblauen Retro-Dreirades startete im Sommer 2007. "Im September 2008 kommen die letzten der für Deutschland bestimmten Exemplare zu uns", berichtet Piaggio-Sprecher Wolfgang Witzani. Gut 200 Calessinos, so schätzt Witzani, haben sich die deutschen Piaggio-Händler gesichert. Knapp die Hälfte der Fahrzeuge sei bereits verkauft. Keine schlechte Quote – bei einer Gesamtauflage von 999 Exemplaren und einem Stückpreis von über 8000 Euro. Dafür würde man beim Dacia-Dealer ein ausgewachsenes Auto bekommen. Aber nur, wenn man auf die Idee käme, diesen haarsträubenden Vergleich anzustellen.Stilsicher: Weißwand-Reifen, Holz und ein weißes Verdeck
Äußerlich sind die Jahrzehnte an der Calessino spurlos vorüber gegangen. Das schlichte Design mit den beiden großen Frontscheinwerfern stammt von der Ape MPV, die 1968 erstmals aus den Werkshallen tuckerte. Zum Geburtstag hat sich die Ape Calessino mächtig in Schale geworfen. Von verchromten Scheinwerfer-Einfassungen, Weißwand-Reifen, weißen Sitzen, einem Echtholz-Boden oder einem weißen Verdeck konnten die meisten Ape-Eigner der 60er nur träumen. Wer mit diesem Frischluft-Feger beim Pizzabäcker seines Vertrauens vorfährt, lässt jeden italienischen Sportwagen mächtig alt aussehen. Basta."Rängdängdäng" war einmal
Dass die Königin der fleißigen Bienen technisch ihre allerbesten Jahre längst hinter sich hat – geschenkt. Crashtests, Sicherheitsgurten und elektronischen Schleuderverhinderern setzt die Calessino lässige italienische Lebensart und stilsicheres Auftreten entgegen. Wunderdinge darf man vom acht PS starken Diesel, der unter dem Fahrersitz tuckert, ohnehin nicht erwarten. Der nur knapp über 400 Kubik große Selbstzünder hat die klassischen Zweitakt-Motörchen verdrängt, die jeden Ape-Auftritt nicht nur mit dem charakteristischen "Rängdängdäng", sondern auch mit der passenden Duftnote garnierten. Seine "Kraft" wird von einer störrischen Viergang-Schaltung verwaltet und reicht für maximal 56 km/h. Mehr muss auch nicht sein. Die Stunde der Ape Calessino schlägt, wenn die Beine der Touristen müde und die Gassen der italienischen Urlaubsorte enger werden. Wen interessiert da die Geschwindigkeit?Sie haben Lust auf das "süße Leben"? Dann müssen Sie nicht gleich Ihr Sparbuch plündern. Viele Piaggio-Händler wollen ihre Calessinos nämlich nicht nur verkaufen, sondern bieten die himmelblauen Retro-Cabrios zur Miete an. Die Tagespreise? Moderat. Der Auftritt vor der heimischen Eisdiele? Unbezahlbar!
| Piaggio Ape Calessino | |
|---|---|
| Motor | Viertakt-Diesel |
| Hubraum | 422 Kubik |
| Leistung | 8 PS |
| Getriebe | 4-Gang-Schaltung |
| Reifengröße | 10 Zoll |
| Länge | 2,94 Meter |
| Breite | 1,47 Meter |
| Höhe | 1,77 Meter |
| Radstand | 1,26 Meter |
| Leergewicht | 615 Kilo |
| Wendekreis | 3 Meter |
| Tankinhalt | 10,5 Liter |
| Höchstgeschwindigkeit | 56 km/h |
| Preis | ca. 8500 Euro |
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