Porsche 356

Porsche 356

— 01.01.2010

Der erste Speedster

Im September 1954 stellte Porsche den Speedster vor, einen kompro­misslosen Zweisitzer für sonnige Tage. Ursprünglich war er nur für Amerika geplant, doch ab 1955 gab es den 356 Speedster auch in Deutschland.

Wäre es allein nach Ferry Porsche gegangen, dann hätte es dieses Auto nicht gegeben. Der Porsche-Chef beugte sich jedoch dem hartnäckigen Drängen seiner amerikanischen Händler. Und musste es nicht bereuen. Denn der 356 Speedster entwickelte sich zum begehrtesten Traumwagen der damaligen Zeit. Einen Speedster zu besitzen – das war exklusive Freiheit auf Rädern. Amerikanische Porsche-Händler forderten 1953 einen Billig-Porsche. Ihre Idee: Alles auf ein Minimum reduzieren, außer der Motorleistung. Das Ergeb­nis dieser Überlegung stand ein Jahr später auf 15-Zoll-Rädern. In Form einer Mischung aus Cabriolet und Roadster, mit windschnittig gebogener Panorama-Windschutzscheibe.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Seitlich gab es statt den üblichen Kurbelfenstern zwei Steck­scheiben. Als Dach diente ein Leinwandverdeck mit simplem Klappmechanis­mus. Im Instrumentenbrett gab es serien­mäßig nur zwei Instrumente sowie einen Haltegriff für den Beifahrer. Das war schon alles. Für Drehzahlmesser und Heizung musste Aufpreis gezahlt werden. Porsche baute den Speedster vom Herbst 1954 bis zum Herbst 1958. Ur­sprünglich war er nur für das sonnige Kalifornien bestimmt. Anders hätte ihn der TÜV wahrscheinlich auch nicht freigegeben. Im Gutachten hieß es: Bei geschlossenem Verdeck sind die Speed­ster-Sitze für Personen über 1,60 Meter nur dann benutzbar, wenn für den Kopf jeden Mitfahrers ein Loch ins Verdeck geschnitten wird!

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Weiteres Zitat aus dem TÜV-Protokoll: Ist das Verdeck geschlos­sen, dann erfordert der Ein- und Ausstieg aus dem Speedster ausgereifte akrobati­sche Fähigkeiten. Trotz der Enge – der Schönwetter-Zweisitzer verkaufte sich gut. Und das nicht nur in Amerika, sondern ab 1955 auch in Deutschland. Gefahren wurde er offen – das Wetter wurde ignoriert. Ge­schlossene Speedster sah man allenfalls bei Wolkenbrüchen. Noch heute sagen viele Porsche-Fans, der Speedster sei das schnittigste Auto gewesen, das es jemals von Porsche gegeben hat. So verwundert es nicht, dass die übrig gebliebenen Exemplare zu Liebhaberpreisen gehandelt werden: je nach Zustand und Motorleistung bis zu 100.000 D-Mark. Selbst in schlechtem Zu­stand wechseln Speedster nur noch selten unter 50.000 D-Mark den Besitzer. In seiner ersten Version leistete der Speedster-Boxermotor 60 PS aus 1300 ccm. Ab 1955 gab es ihn dann als 1600er mit 75 PS. Krönung war der Speedster Carrera mit 100 PS, der die 200-km/h-­Marke schaffte – am liebsten offen.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

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