Porsche 911 Carrera

Porsche 911 Carrera Cabrio

— 18.10.2010

Mehr Wind macht keiner

Offene Autos sind die Renner der Saison. Der Klassiker Porsche 911 gehört in der Frischluft-Variante zu den Traum-Cabrios. Ganz neu: Der Heckmotor-Sportwagen kommt jetzt mit elektrischem Verdeck.

AUTO BILD-Archiv-Artikel 27/1986: Achtung, Cabrio-Fans mal herhören: Offener als im Porsche Carrera Cabrio geht's nicht. Wirklich nicht! Sie meinen, der Frischluftgenuss sei in allen Cabrios gleich? Ganz falsch! Zwar ist die Luft in allen Oben-ohne-Autos gleich, doch es kommt auf einen wesentlichen Punkt an: Wie oft lass ich die Luft zu mir herein? Und da ist das variable Verdeck zunächst einmal im Weg. Also, wie ist das normalerweise? Hebel vorne entriegeln, aussteigen, Verdeck nach hinten schieben, irgendwelche Deckel öffnen und wieder zuklappen oder eine Persenning drüberstülpen.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Wer aber diese Prozedur konsequent bei jeder Ausfahrt und dem passenden Wetter exerziert – zwischendurch und abends alles wieder retour – der ist bald frustriert. Und dann bleibt das Dach eben viel zu oft zu. Nach den großen Ami-Schlitten, die schon seit Urzeiten mit elektrischer Kapuze protzen, ist nun auch Porsche auf den Trichter gekommen. Mich wundert nur, warum nicht schon viel mehr Hersteller zu dieser Automatik gegriffen haben. Das Cabrio-Vergnügen ist nämlich mit dem automatischen Verdeck nicht mehr zu überbieten. Und das liegt nicht nur an der eigenen Faulheit.

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Denn kaum lugt die Sonne hinter den dunklen Wolken hervor, verschwindet das Dach blitzartig (genau innerhalb von 20 Sekunden) wie von Geisterhand geführt hinter den Rück-Notsitzen. Aber das nicht etwa während der Fahrt oder bei hohem Tempo. Da haben die Porsche-Ingenieure einen Riegel vorgeschoben. Wer das Verdeck öffnen oder schließen will, muss erst anhalten. Und den Motor und die Zündung ausschalten. Die Elektromotoren (zwei hinter den Rücksitzen, zwei weitere im vorderen Verdeckteil zum Verriegeln) bekommen nämlich nur in der ersten Drehstellung des Zündschlüssels Strom. Dann den Wipp-Schalter gedrückt, und auf geht's.

Viel frischer Wind

Dafür reicht die Rotphase einer Verkehrsampel locker. Bei Grün ist dann der Porsche wie verwandelt. Der heisere Boxermotor scheint plötzlich ganz dicht hinter den Vordersitzen Platz genommen zu haben. Er brabbelt oder kreischt direkt ins Ohr, das Radio bleibt sowieso lieber aus. Dieser Sechszylindersound ist besser als jede Rockband. Und bis 120 km/h beträgt sich der Fahrtwind ganz manierlich. Bei runtergelassenen Seitenscheiben (serienmäßig elektrisch) zaust er kräftig am Haar, stehen die Fenster ganz oben, behält die Frisur wenigstens in Grundzügen die Form. Wer offen schneller sein will, braucht eine Mütze und starke Nerven.

Bei hohen Drehzahlen scheint der bullige Sechszylindermotor immer dichter auf die Pelle zu rücken, und der Fahrtwind weicht einem Orkan Also: Fuß runter vom Gas, und rauf auf die Landstraße. Hier kann ich den offenen Carrera am besten genießen. Den kräftigen Motor, die satte Straßenlage. Erst schiebt er in Kurven kräftig über die Vorderräder nach außen. Geht's schneller, drückt er plötzlich mit dem Heck nach außen. Und das ganz unangemeldet. Wer da nicht aufpasst und etwa vor Schreck vom Gas geht, kreiselt von der Bahn. Und der Komfort? Wie im geschlossenen Carrera. Für einen solch hochkarätigen Sportwagen sehr kommod.

Offen gestanden gut

Und die (ebenfalls elektrisch verstellbaren) Sportsitze bieten besten Sitzkomfort mit guter Seitenführung. Klappern der Karosserie auf Hoppelpflaster? Fehlanzeige. Da zappelt kein Armaturenbrett oder zittert die Lenkung im Takt der Bodenwellen. Die Fahrleistungen des 911ers sind wirklich atemberaubend – offen (229 km/h) und geschlossen (239 km/h). Aber der Clou ist das automatische Verdeck. Das würde auch den Golf-, Peugeot- oder Escort-Cabrio-Fahrern gut gefallen. Und der Mehrpreis (3950 D-Mark kostet's bei Porsche) ist gar nicht so erschreckend hoch, wenn man bedenkt, wie viel Zubehör-Schnickschnack sich viele zusätzlich für viel Geld einbauen lassen.

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