Turbo Porsche No. 1: Das erste Alphatier

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Porsche 911 turbo: Prototyp

— 23.10.2014

Turbo Porsche No. 1: Das erste Alphatier

Der erste aufgeladene Porsche 911 braucht Zeit. 1974 geht der erste 911 turbo als Geschenk an die Porsche-Tochter Louise Piëch. Beginn einer Legende.

Schottenkaro und Hochflorteppich, der kontrastreiche Porsche-Chic der 70er-Jahre. Louise Piëch schien es laut und bunt zu mögen.

Der viel bestaunte Alpha-Elfer braucht viel Zeit. Erst ein Jahr nach der IAA 1973, wo Porsche die Studie des 911 Turbo zeigt, ist das Modell serienreif. Bis die ersten Autos ausgeliefert werden, dauert es noch bis 1975. Nur ein Fahrzeug wird vor dem Verkaufsstart in den Straßenverkehr entlassen – der Prototyp "Turbo Porsche No. 1", den Ferry Porsche seiner Schwester Louise Piëch am 29. August 1974 zum 70. Geburtstag schenkt. Louise Piëch, Porsche-Oberhaupt in Österreich und nun de facto auch Versuchsfahrerin, steigt in ein Auto, das sich auf halbem Weg zur Serie befindet. Zwar trägt ihre No. 1 schon den großen Heckspoiler, der gemeinsam mit den ausgestellten Radhäusern zum Erkennungszeichen des aufgeladenen Elfers und stilprägend für den "Turbo-Look" wird, aber die Technik steckt noch in einer schmalen Karosserie. Herkömmliche 911 Carrera mit Saugmotor haben diese schmale Silhouette, sie ist die Tarnung für die Turbo-Technik im Heck. Dort sitzt noch nicht der (nachträglich montierte) 260 PS starke Dreiliter der Serienversion, sondern ein 2,7 Liter großer Boxer, den die Ingenieure um Motoren-Magier Hans Mezger auf rund 240 PS aufgeblasen haben. Die 2687 Kubikzentimeter sind das Standardmaß des G-Modells, der zum Modelljahr 1974 eingeführten, damals aktuellen 911-Generation.

Vergessene Prototypen von Porsche

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Serie: Die vergessenen Porsche
Ohne die Porsche-Prototypen von gestern gäbe es die Autos von heute nicht. Der Sportwagenbauer hob zahllose Um- und Abwege der eigenen Entwicklungsgeschichte auf. Ihnen blieb die Serienfertigung verwehrt. Sie wurden allenfalls in Teilen Realität, schrieben aber Geschichte. Eine Serie der Porsche- Prototypen – Teil drei von vieren.

Technische Daten

Anstelle des 2,7-Liter-Originals sitzt heute ein Dreiliter-Serienmotor im Heck.

Sechszylinder-Boxer, luftgekühlt, hinten längs, ein Turbolader • zwei Ventile pro Zylinder, Benzineinspritzung • Hubraum 2687 ccm • Leistung 176 kW (240 PS) bei k. A. • max. Drehmoment k. A. • Viergang-Schaltgetriebe, Hinterradantrieb • Reifen 195/60 R 15 (vorn), 215/60 R 15 (hinten) • Radstand: 2271 mm, L/B/H 4291/1652/1320 mm • Spitze k. A., 0–100 km/h k. A.

... und was wurde daraus?

Die Legende vom Turbo. Im Oktober 1974 stand das Serienauto, der 911 turbo (klein geschrieben!) auf dem Pariser Salon, der Verkauf begann 1975. Im Gegensatz zum Einzelstück Turbo-Porsche No. 1 besaß der reguläre Turbo-Elfer einen Dreilitermotor mit 260 PS und fettere Radhäuser. Ab 1977 leistete der überarbeitete 911 turbo dank Ladeluftkühlung und auf 3,3 Liter vergrößertem Hubraum 300 PS. Erst 1987 ergänzten die aufgeladenen Versionen des 911 Targa und Cabrio die Modellpalette. Der letzte luftgekühlte 911 Turbo war der 993, der serienmäßig über Allradantrieb und Biturbo-Aufladung verfügte.

Turbo Porsche No. 1: Das erste Alphatier

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Autor: Jan-Henrik Muche

Fotos: G. von Sternenfels

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