Pro & Kontra: Klassiker einmotten

Pro & Kontra: Klassiker einmotten

— 02.10.2015

Klassiker einmotten oder eher nicht?

Einmotten der Oldtimer vor dem Winter: Keiner weiß, ob es sich rechnet - aber darauf kommt es im Grunde nicht an. Manche zelebrieren es regelrecht. Hier zwei Meinungen aus der Redaktion

Einer Studie des Oldtimer-Verbandes FIVA zufolge geben Oldtimerbesitzer durchschnittlich 840 Euro im Jahr für Wartung und Reparaturen aus. Dabei fahren 57 Prozent aller historischen Autos weniger als 1000 Kilometer im Jahr. Welchen Anteil des Geldes die Fahrzeughalter für das Einmotten vor der Winterpause ausgeben und ob sich das durch Einsparungen im Sommer ausgleicht, geht aus der Umfrage nicht hervor. Aber der Verdacht liegt nahe, dass der Grundsatz "Irgendwas ist immer!" auch für gepflegte Fahrzeuge gilt. Anders gesagt: Perfektes Einmotten garantiert kein pannenfreies Fahren. Ob sich der Aufwand an Zeit und Geld wirklich lohnt, ist vielleicht aber auch nicht wichtig. 20 Prozent der Befragten gaben als Grund für den Besitz des Oldtimers Spaß an Wartung, Reparaturen und Restaurierungen an. Hier zwei Meinungen aus der Redaktion dazu.

"Quick and dirty gibt es bei mir nicht"

Ja, bitte: Martin Puthz zelebriert das Einmotten.

Meine Kumpels lästern, ich würde meine Klassiker mehr wienern als mit ihnen fahren. Da ist was Wahres dran. Autopflege ist für mich eine spezielle Art, Zwiesprache mit altem Blech zu halten. Dazu gehört auch das Einmotten, bei mir eine fast schon sakrale Handlung. Wenn die Kraniche im Spätherbst über mein Garagendach hinwegziehen, weiß ich, dass die Zeit dafür gekommen ist. Nur Batterie abklemmen und Reifen aufpumpen? Sorry, aber das ist mir zu wenig! Quick and dirty gibt es bei mir nicht, schließlich sollen die Autos im nächsten Frühjahr nicht wie Scheunenfunde aussehen. Ich genieße es, ihre verborgenen Winkel zu entdecken, indem ich mit Wattestäbchen und Polierlappen den Staub des Sommers wegwische, die Dichtgummis geschmeidig halte und die Chromteile mit Sprühöl einneble. Flüssigkeiten checken oder tauschen? Klaro, denn wenn ich meine Schätzchen im Winterschlaf besuche, will ich mich ja nicht nur am geleckten Zustand freuen, sondern auch an der Gewissheit, bei salzfreien Straßen und dem ersten Sonnenstrahl bloß den Öllappen aus dem Auspuff ziehen zu müssen und mit topfitter Technik sofort starten zu können.

"Wenn die Sonne wieder scheint, will ich sofort fahren"

Nein, danke: Frank B. Meyer liebt schnelles Ausmotten.

Standschäden entstehen in erster Linie dann, wenn ein Fahrzeug zu lange steht. Man kann sie verhindern, indem man mit großem Aufwand alle Punkte auf den Einmott-Checklisten abhakt, also zum Winterbeginn einen halben Tag an seinem Auto herumfummelt und es in teure Produkte bettet. Eine andere Möglichkeit ist: Man fährt einfach. Ich bin ein Freund des Fahrens. Wer seinen Klassiker auf Reifenschalen aufbahren und mit Hirschtalg einbalsamieren möchte, soll das von mir aus tun. Wer die Batterie ausbaut und sie über den Winter in die Waschküche stellt, wer den Wagen aufbockt, ins Sauerstoffzelt steckt, ihn mit ölgetränkten Lappen stopft, Kraftstoff ablässt, den Motor mit Innenkonservierer flutet, Katzenstreu im Fußraum verteilt und dem Auto schließlich eine Gutenachtgeschichte vorliest – der kann sich zwar auf ein ausgedehntes Wiederbelebungsritual im Frühling freuen. Aber der wird eben nicht an jenem sonnigen, trockenen Märztag mal eben den Klassiker herausholen und die erste Runde des Jahres drehen. Aber genau so spontan möchte ich sein können. Rein in die Garage, ein paar Handgriffe, und nach zehn Minuten bin ich raus. Herrlich.

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