Mercedes W 123

Pro & Kontra: Klassische Bikes

— 01.10.2016

Sind alte Fahrräder sammelnswert?

Macht Oldie fahren auch auf zwei Rädern mit Pedalen glücklich? Vielleicht. Zwei Redakteure diskutieren den Sinn von historischen Velos.

Umfrage

'Sollten Oldie-Fahrer ein historisches Bike besitzen?'

Skoda? War ganz am Anfang eine Fahrradfabrik. So wie Opel und NSU, deren Weg erst viel später zum Auto führte. Das geriet spätestens in Vergessenheit, als das Wirtschaftswunder auch die Unterschicht motorisierte. Fahrrad fuhr dann wirklich nur noch, wer musste. War ja auch nicht die große Zeit der begnadeten Körper, wie die Werbung aus den 50er- und 60er-Jahren zeigt: Mann trug zum Hut die Wampe, die Gattin schnürte ihre Kurven ins Felina-Korsett. Erst die Fitnesswelle der Siebziger brachte das Fahrrad als Spaßfahrzeug ins Spiel. Die Umweltbewegung gab den nächsten Kick. Heute erobert das Rad die Metropolen, eine Oldtimerszene gibt es natürlich auch: mit Kellerfunden, sauteuren New-Old-Stock-Teilen und Hochpreis-Restaurierungen. Und doch erschließt sich nicht jedem Oldtimerfan der Reiz klassischer Räder. Woran liegt’s?
Alles Wissenswerte über Fahrräder: BIKE BILD!

"Ein altes Fahrrad passt in jedes Oldtimer-Leben"

Ja, bitte: Christian Steiger hat ein Herz für alte Räder.

Ja, zugegeben: Mehr noch als beim Auto ist es Arbeit, sich mit einem alten Rad fortzubewegen. Und natürlich gehöre auch ich zu den Leuten, denen der E-Bike-Boom ihr Erweckungserlebnis beschert hat: Der Rückenwind des Elektromotors kann ergreifender sein als jedes elektronische Gimmick in modernen Autos, weil du dich auf dem Bike wie Batman fühlst. Ich verstehe deshalb jeden, dem ein Hercules-Bonanzarad oder ein schwarzes NSU der Aufbau-Ära zu weit weg ist von der Leichtigkeit moderner Bikes. Andererseits: Es gibt so viele Autos, die schöner anzusehen als zu fahren sind. Samba-Bus und Messerschmidt sind grandiose Skulpturen, im Alltag aber furchtbar anstrengende Autos. Trotzdem verzehren sich die Sammler danach. Und deshalb gehören alte Fahrräder für mich eben doch zu den Dingen, die das Leben des Nostalgikers netter machen. Weil’s passt, wenn neben der S-Klasse von 1979 das gleich alte Peugeot-Tourenrad parkt, als sei das nie anders gewesen. Weil’s mehr emotionale Wucht als 450 Newtonmeter haben kann, wenn Du mit 45 das Bonanzarad besteigst, von dem du als Knirps vergeblich geträumt hast. Weil makelloser Erstlack immer toll ist, ob Porsche oder Presto. Und weil ein bisschen Arbeit unterwegs noch keinem geschadet hat.

"Fahrräder sind was für Leute ohne Führerschein"

Nein, danke: Marc Keiterling fährt nicht ohne Motor.

Nur weil ich manchmal breitbeinig stehe, heißt das nicht, dass meine Beine ein V2 wären. Beine sind zum Gehen da, Motoren zum Fahren. Was ich gegen die Rad-Oldie-Kombi habe? Aaalso:
 die Unverträglichkeit zwischen Kraftfahrzeug und Velo. Mein Vater montierte einst einen Fahrradträger auf den Familien-Granada. Das verschandelte die Kutsche. Passende Dachträger? Kenn ich nicht. Weil galt: Wer im Urlaub radeln will, geht zum Fahrradverleih. Die Technologie. Nicolaus August Otto hat einen Verbrennungsmotor erfunden – das kann man hartnäckig ignorieren oder davon profitieren. Das Schwitzen. Wenn ich in unter zehn Minuten die Nordschleife bezwinge, ist das gut investierter Schweiß. Aber ich hol mir doch kein nasses Hemd, um mit 35 km/h zu juckeln. Den Stil. Es gibt zwei Arten von Fahrrädern: die praktischen, schon immer streberhaft. Heute mit Funktionsjacke und albernem Helm aus Plastiklöchern zu fahren. Bäh! Und die, die nach etwas aussehen wollen. Bonanzaräder imitieren Motorräder, Fatbikes machen auf Geländewagen. Möchtegern-Motorfahrzeuge. Und Fixies haben keine Schaltung und keine Bremsen, damit der Hipster cool aussieht, wenn er vom Laster überfahren wird.
Soweit die Meinung der beiden Redakteure. Was meinen Sie? Stimmen Sie gern oben ab!

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