Mercedes W 123

Pro & Kontra: Loyalität zum Oldtimer

— 03.03.2017

Ist Treue bei Klassikern wichtig?

Ein Oldtimer für die Ewigkeit oder öfter mal was Neues in der Garage? Zwei Redakteure diskutieren darüber, ob man Klassikern die Treue halten sollte.

Umfrage

'Sollte man Klassikern die Treue halten?'

Die Mehrzahl der Kollegen hat mit ihrem Klassiker einen fahrenden Partner fürs Leben gefunden, Dauerbeziehungen sind in der Redaktion wesentlich häufiger als wechselnde Liebschaften. Allerdings kommt uns Oldtimerfans dabei eine Freiheit entgegen, die so im zwischenmenschlichen Bereich unüblich ist: Eine neue Liebe zwingt uns nicht zur Trennung von der alten.

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"Jeder Fahrzeugkauf ich für mich wie ein Treueschwur"

Ja, bitte: Martin Puthz ist Auto-Behalter.

Natürlich habe auch ich schon ein Auto verkauft. Aber das ist über 20 Jahre her und war aus heutiger Sicht ein großer Fehler. Was gäbe ich darum, wenn ich ihn noch hätte, meinen Passat 32B Variant in Entenkacke-Braun mit plüschiger GL-Ausstattung! Inzwischen könnte er ein H-Kennzeichen tragen und mit jeder Fahrt käme ein Stück Erinnerung an jene Zeit zurück, als es den Liter Diesel noch für 95 Pfennig gab. Bei den Fahrzeugen danach habe ich eine Trennung nicht mehr übers Herz gebracht. Allerdings bin ich, zugegeben, auch nie in Versuchung gekommen: Als Wartungs- und Pflegefetischist habe ich stets Unsummen in eher wertlose Gebrauchtwagen versenkt, die außer mir kaum jemand wollte. Verkaufen wäre ein Draufzahlgeschäft gewesen. So sind einige bei mir ungeplant zu Klassikern gereift. Autos sind für mich wie Lebenspartner, jeder Kauf gleicht einem Treueschwur. Zufriedenheit schöpfe ich aus den Höhen und Tiefen der gemeinsam verbrachten Jahre. Deshalb, lieber Malte, mach Dir keine Hoffnung: Auch wenn Du ihn zurückwillst – den alten Saab, den ich im vorigen Jahr von Dir gekauft habe, behalte ich!

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"Meine Klassiker dürfen weiterreisen"

Nein, danke: Malte Büttner lässt gerne mal los.

Ich gebe freimütig zu: Bei meinen Autos bin ich untreu. Und das ist auch gut so. Denn ich kann schöne Klassiker nicht stehen lassen. Läuft mir im Job oder privat ein Wagen zu, der mich fasziniert und in mein Budget passt, schlage ich zu. So kam ich in den letzten 20 Jahren auf mehr als 100 Autos. Welch ein Segen, dass ich nicht so große Trennungsängste habe wie Kollege Puthz! Würde ich nicht genauso schnell verkaufen, wie ich kaufe, säße ich längst vereinsamt mit all meinen Grotten auf einem verwitterten Hof im hintersten Brandenburg und wäre ein Fall für die Privatinsolvenz. Doch meine Klassikerliebe definiert sich nicht über den Besitz. Oft sind es Freunde oder Kollegen, die später scharf auf einen meiner Wagen sind. Wenn sie dann mehr damit verbinden als ich, sollen sie ihn doch haben. Hauptsache, er kommt in gute Hände und fährt weiter. Dabei hilft mir eine Erkenntnis, die ich in den vergangenen Jahren gewann: Egal, wie sehr ich im Vorfeld glaubte, an einem Auto zu hängen – vermisst habe ich im Nachhinein noch keins. Außer vielleicht den Saab, den Martin jetzt zu Tode poliert. Über den sollten wir noch mal reden! Soweit die Meinung der beiden Redakteure. Was meinen Sie? Stimmen Sie oben ab!

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