Klassiker importieren

Pro und Kontra

— 29.04.2014

Importieren oder daheim kaufen?

Importieren oder daheim kaufen? Die Welt wird kleiner. Von überall kommen Oldtimer zu uns. Lohnt sich da noch das Hinfahren?

Wenn der erste ungeschweißte Erstlack-Rekord zum ersten Mal auf dem Stammtisch-Parkplatz steht, kommen die neugierigen Fragen: Nordschweden, gell? Oder Schweiz? Na, Haute-Provence? Sagt der stolze Besitzer dann Bochum, weil er schlicht vor der Tür gekauft hat, fehlt auch dem besten Klassiker eine Prise Erzähl-Erotik. Doch Marktexperten glauben nicht daran, dass sich beim Kauf im Ausland etwas sparen lässt. Heute ist das Oldtimerangebot (wie die Szene) sowieso längst international. Die weltweit beste Quelle wird angezapft. Eine Tatsache, die diese beiden AUTO BILD Klassik-Redakteure nicht an verschiedenen Meinungen hindert.

"Wehe, wenn die Versuchung um die Ecke parkt!"

Knut Simon mag grenzenlose Klassik-Angebote.

Knut Simon, freier Autor: Nehmen wir einmal an, Sie interessieren sich für einen Klassiker. Dies jetzt wirklich nur ganz theoretisch – denn vielleicht liest Ihre Frau ja mit. Dann ist es unter Umständen fatal, wenn das Objekt Ihrer Begierde (also der Klassiker) sich in Ihrer Nähe befindet. Greifbar. Mitnehmbar. Ohne zu zögern. Natürlich habe ich das auch getan. Immer wieder. Ich bin da hoffnungslos anfällig. Wenn Sie Ihren Klassiker loswerden wollen, dann müssen Sie eigentlich nur vor der Redaktion parken. Irgendwann komme ich schon raus und drücke Ihnen Geld in die Hand. Motor können Sie laufen lassen. Sie verstehen? Manchmal kann es durchaus von Vorteil sein, wenn man es sich dreimal überlegen muss, ob man wegen eines Rekord, eines Rapier oder eines R4 von Freising nach Flensburg fährt. Von Niedersachsen nach Norwegen, von Dresden nach Dänemark. Und so weiter. Hat man aber am Ende tatsächlich das Ticket nach Südfrankreich oder Schweden in der Tasche und statt eines mulmigen Gefühls ein Kribbeln im Bauch – dann war’s richtig. Wer ganz sichergehen möchte: Gutachter vor Ort kosten nicht die Welt, Freunde unter den Einheimischen schon gar nicht. Auch ich habe meinen Peugeot in Frankreich, meinen Saab in Schweden gefunden – ähm, jeweils auf der Durchreise vor Ort.

"Wer sagt, dass es daheim keine Schnäppchen mehr gibt?"

Christian Steiger kauft (inzwischen) lieber heimatnah.

Christian Steiger, Stv. des Chefredakteurs: Natürlich habe ich es auch getan. Zum ersten Mal vor 25 Jahren, als Kalifornien noch voller rostfreier Klassiker war, später dann in Dänemark, Schweden und Norwegen. Auf Malta hätte ich’s beinahe getan und in der Provence, in der Toskana und in Tschechien: ein altes Auto kaufen und glauben, ich hätte den Coup meines Lebens gelandet. Nein, gelinkt hat mich keiner, wenn ich’s tat. Alle meine Auslandskäufe waren ganz okay, ich hatte meinen Spaß und keinen Wertverlust. Aber ehrlich: Ich hatte auch kein Spitzenauto. Die Klassiker zum Behalten, die Autos fürs Leben – ich kaufte sie nicht in Long Beach oder Malmö, sondern in Hennef, Trier und Dannstadt-Schauernheim. Und ich fand sie nicht, weil ich sie mit Zeitdruck im Nacken und Rückflugticket in der Tasche suchte, sondern weil sie zufällig vor mir standen. Ihre stärksten Argumente waren keine Schnäppchenpreise, sondern gepflegter Originallack, ungeschweißte Karosserien, neuwertige Innenausstattungen und Original-Fahrzeugbriefe mit wenigen Einträgen. Und ihre Verkäufer waren meist Hobbykollegen, die wissen, dass man sich im Leben immer zweimal trifft. Mindestens. Gerade dann, wenn einen keine Grenzen oder gar Kontinente trennen.

Soweit unsere Kontrahenten. Wie ist ihre Meinung? Kaufen Sie Ihren Wunsch-Klassiker weltweit oder lieber vor der Haustür? Stimmen Sie bitte hier ab – vielen Dank!

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