Pro und Kontra: VW Käfer

— 27.02.2013

Ist der Käfer ein gutes Auto?

21,5 Millionen VW Käfer wurden verkauft. Ein dermaßen erfolgreiches Auto kann unmöglich schlecht sein – oder? Zwei Redakteure haben dazu sehr unterschiedliche Ansichten.



Er ist eines der erfolg­reichsten Autos der Geschichte – der VW Typ 1. In 65 Jahren wurden 21.529.464 Stück hergestellt, fast so viele Neuwagenkäufer unterschrieben einen Kaufvertrag, noch mehr gaben ihr sauer verdientes Geld für ei­nen Gebraucht-Käfer aus. Nur – heißt das auch, dass er ein gutes Auto war? Nach dem Motto „Zig Millionen Käferfans können nicht irren“? Nicht unbedingt: Über Erfolg und Misserfolg eines Autos entscheiden ja auch der Preis, das Händler-und das Werkstattnetz, Design und kind­liche Prägung der Kunden. Der Käfer hat offenbar so gut in die 50er und 60er gepasst wie Fords Tin Lizzie in die 1910er und 20er, wie der Toyota Corolla in die 70er, 80er und 90er. Aber was taugt der Käfer abseits aller Emotionen als Auto?

"Der Käfer hat uns allen das Schrauben beigebracht"

AUTO BILD-Redakteur Andreas May: Keine Ahnung, ob der Käfer wirklich das beste Auto der Welt ist. Vielleicht ist er hinterm Bul­li auch nur Zweiter. Jedenfalls liebe ich den Käfer, kann mich an sei­ner kugelrunden Form nicht sattsehen, kriege nie genug vom Gebrab­bel seines Heckmotors. Ja, sogar an seine Schrullen habe ich mich gewöhnt; dass er erst wie­der mit mir spielen will, wenn ich ihm mit dem Hammer einen Klaps auf den Anlasser gebe. Der Käfer hat mir und Millionen anderen Hobbybastlern beigebracht, wie einfach ein Auto funktioniert. Lampenwechsel? Neue Lichtmaschine? Der Käfer sagt uns: Ihr kriegt es hin! Dass einige den Mo­tor in der Mittagspause gewechselt oder den Keilriemen durch eine Perlon-Strumpfhose ersetzt haben, muss ich nicht extra erwähnen, Sie wissen es ja selbst. Ach ja, ich wollte Ihnen noch erklären, warum der Käfer für mich das beste Auto der Welt ist. Weil er mir das Sprechen beigebracht hat. Irgend­wann 1973 kam mein Onkel Horst mit einem hellblauen 1200er ums Eck, vermutlich wie im­mer auf zwei Rädern. Ich habe das Auto am Klang erkannt und meinen ersten vollständigen Satz gesagt: „Hock, brumm-brumm.“ Seit­dem heißt mein Onkel Hocky, und ich habe beschlossen: Ein Leben ohne Käfer ist möglich, aber sinnlos.

"Im Grunde war dieses Auto eine Frechheit am Kunden"

AUTO BILD-Redakteur Wolfgang König:  Was gibt es da zu feiern? Jetzt erzählen Sie mir bitte keine Märchen: Ich fuhr ihn jahrelang viele, viele Kilometer, damals in den Siebzigern. Erst besaß ich ein gebrauchtes 1200er-Cabrio, dann einen neuen, Oettinger-frisierten 1500, dann den 1303 S. Der Letzte war der Furcht­barste. Aber im Grun­de waren sie alle eine Frechheit. Denn das, was ein Auto beherrschen sollte, konnten sie nicht. Sie hatten kaum Platz, waren denk­bar unpraktisch, heizten und belüfteten schlecht und stan­ken nach Sprit. Innen weckten sie Gedanken an den Archipel Gulag. Aber vor allem waren sie gefährlich. In Anbetracht der pre­kären Straßenlage und der mise­rablen Sicherheit war es ein Glück, dass sie kaum vom Fleck kamen. In serienmäßigem Zustand sah der Boxermotor seine Hauptaufgabe nämlich darin, Benzin zu verbren­nen. Außer Sprit fraßen sie aber auch gern Kupplungen, oder der Kolben des dritten Zylinders fraß – so viel zum Thema Zuverlässigkeit. Vor­teile? Die solide Verarbeitung, und auf Schnee konnten sie Spaß machen. Aber das war’s dann auch. Dass es durch­aus auch anders ging, zeigt mir übrigens seit 17 Jahren das englische Pendant, mein Mor­ris Minor: Der fährt sich wie ein richtiges Auto.

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