Proton Saga

Proton Sagat aus Malaysia

— 25.01.2011

Proton Saga – Japan war Geburtshelfer

AUTO BILD Archiv-Artikel 3/1987: Ein neues Autoland ist dabei, den Weltmarkt zu erobern: Malaysia. Neben Zinn, Naturgummi und Palmöl geht nun auch der Kompaktwagen Proton Saga in den Export.

Das soll sich schon bald ändern. Die weißlichgrauen Wände der flachen Anlage heben sich in der flirrenden Mittagshitze vom dun­kelgrünen tropischen Urwald ab, der nur drei Steinwürfe dahinter liegt. Noch vor zweieinhalb Jah­ren war hier, eine halbe Autostun­de südwestlich von Kuala Lum­pur, unberührte Natur. Dort am Südzipfel Asiens, zwischen der Straße von Malakka und dem Südchinesischen Meer, laufen jetzt Autos vom Band, von denen man bald auch anderswo hören wird. Es sind erstaunlich gute Autos. "Perusahaan Otomobil Nasio­nal" hatte ich am Pförtnerhäus­chen gelesen.

Das Original: Der Artikel von 1987 zum kostenlosen Download

Malaysias funkel­nagelneuer Einstieg ins Indu­striezeitalter. Dort wird der Pro­ton Saga gebaut, ein Abkömm­ling der Mitsubishi -Modelle Lan­cer und Colt. Moderne Autos aus den Tro­pen – kann das etwas sein? Mich beschlichen Zweifel, als ich zur Tour durch die Hallen startete. Die Zweifel zerstoben sofort. Das Proton-Werk ist blitzsauber, vom Fußboden kann man fast essen. Und es ist blitzgescheit geplant. Hier werden mit einer fürs Land gesunden Mischung aus Handarbeit und Hochtechno­logie die ersten Schritte ins Indu­strie-Zeitalter geprobt. Ich konnte nur zwei Roboter entdecken. Einen in der Lackiere­rei und einen beim Zusammen­bau der Rohkarosserie.

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Der Rest ist Handarbeit und kein Nachteil. Menschen und Hände gibt es genug. Fließbandarbeit, bei uns eher als stumpfsinnige Maloche verschrien, ist für die Menschen dieser Länder, die den Kopf­sprung vom Rohstofflieferanten zur Industrienation wagen, eine Auszeichnung. Proton ist das Lieblingskind des malaysischen Ministerpräsi­denten Dato Seri Dr. Mahathir. Für mehr als eine halbe Milliarde Mark hat er das Know-how für den Autobau von den Japanern gekauft. Sie lieferten das Werk schlüsselfertig und beteiligen sich mit 30 Prozent der Anteile. Der Rest gehört dem Staat.
Auf Anhieb sind die Blütenträu­me nicht gereift.

1a Handarbeit

Die Proton-Fabrik, für eine Jahresproduktion von 80.000 bis 100.000 Wagen ausgelegt, hat seit Inbetriebnah­me Ende '85 gerade 25.000 ma­laysische Mitsubishis gebaut. In Malaysia herrscht Wirt­schaftsflaute, nachdem die Prei­se für Erdöl, Gummi und Palmöl in den Keller gegangen sind. Doch ein paar Tage vor Weihnachten erschien der Retter, der Sagas massenweise kaufen will: Malcolm Bricklin, ein amerikani­scher Unternehmer, der bisher mit einem anderen fast unbe­kannten Auto Riesenerfolge in den USA hatte. Bricklin impor­tiert den Yugo, einen alten Fiat‑Ableger aus Jugoslawien. Der Yugo kostet in den USA nur 5000 Dollar.

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