Ratgeber Standheizung: Tipps fürs Wärmen von Motoren

— 07.12.2012

So wird's mollig warm im Oldtimer

Vorsorgen ist besser als frieren. Mit einer Motorvorwärmung oder Standheizung verliert der Kaltstart für Mensch und Maschine seinen Schrecken.



Laternenparker erleben das jeden Winter: Bei Minusgraden springt der Motor nur unwillig an. Zudem steigt bei Kälte auch der Verschleiß, und zwar drastisch. Vorher noch lästige Wintergymnastik: Scheiben kratzen. In den Neunzigern gab es als Kaltstarthilfe Latent-Wärmespeicher (bei BMW und VW). In einem Rückkühler steckte ein Medium, das im Betrieb von warmem Kühlwasser durchströmt und so quasi "aufgeladen" wurde. Dabei wandelte sich der Aggregatzustand von fest in flüssig. Weil die salzhaltige Brühe jedoch hoch aggressiv war, rosteten die Behälter durch, die Lake gelangte ins Kühlwasser. Es kam zu Motorschäden. Eine Wiederbelebung versuchte vor Jahren ein freier Anbieter: Dessen Vorrichtung speicherte einen Teil des warmen Kühlwassers in einer Art Thermosbehälter. Nach dem Start wurde es dem Kühlkreislauf zugeführt. Beide Systeme setzten sich jedoch nicht durch.

Winterzubehör: Was jetzt in Ihr Auto gehört

Grundvoraussetzung im Winter: Die Heizung muss funktionieren.

In jüngerer Zeit arbeitet BMW an einer neuen Variante. Die Bayern wollen künftig den Motorraum so kapseln, dass der Antrieb nach zwei Tagen nicht völlig ausgekühlt sein soll. Doch einen Oldtimer in eine Daunenjacke packen, das funktioniert nicht. Besser scheint da eine Lösung, die in Skandinavien verbreitet ist: Tauchsieder in den Motor und das Öl vorwärmen. Der Motorvorwärmer von Defa heizt zusätzlich den Innenraum. Das Ganze funktioniert per Zeitschaltuhr oder Fernbedienung. Nachteil: Die Systeme brauchen eine 230-Volt-Steckdose. Dafür wird aber gleichzeitig auch die Autobatterie geladen. Diese Variante ist also nichts für Randstein-, sondern nur  für Garagen-Parker. Die vornehmste Möglichkeit, Kaltstarts zu vermeiden: eine Standheizung. Zwei große Anbieter sind auf dem Markt, Eberspächer und Webasto. Prinzipiell arbeiten die Systeme gleich: In einer kraftstoffbetriebenen Brennkammer wird das Kühlwasser erwärmt. Eine Pumpe drückt anschließend das heiße Wasser durch den Kreislauf. Vorteile: Motor und Autoheizung sind auf Betriebstemperatur. Eine spezielle Variante erwärmt nur Luft im Innenraum, eine gute Lösung für Wohnmobile. Nachteile: aufwendiger Einbau in der Werkstatt – und deshalb Kosten von mindestens 1000 Euro. Praktisch wiederum: Moderne Standheizungen lassen sich sogar per Smartphone schalten. Bei Anruf – Wärme.

Nie wieder kratzen: Schön warm dank Standheizung

Die Motorvorwärmung ist eine preiswerte Alternative zur Standheizung.

Eine Sitzheizung erspart zwar keine Kaltstarts, steigert dafür aber den Innenraum-Komfort. Selbst Oldies lassen sich unauffällig und H-Kennzeichen-konform mit günstigen Bausätzen (ab circa 60 Euro) aus dem Fachhandel nachrüsten. Wer diesen Aufwand scheut, kauft eine heizbare Sitzauflage. Die gibt’s ab 15 Euro im Baumarkt. Die passt allerdings nur zu 12-Volt-Autos mit größerer Batterie. Etwas teurer ist es, anderen Teilen des Wagens einzuheizen. Für viele Oldtimer – etwa den Mercedes /8 – gab es eine heizbare Heckscheibe nur gegen Aufpreis. Wenn sie fehlt, ist das trotzdem kein Grund zur Sorge: Das Nachrüsten ist in den meisten Fällen problemlos möglich. Weniger sinnvoll: Heizlüfter, die von der Fahrzeugbatterie betrieben werden. Erst muss der Fahrer runter zum Auto, um das Teil einzuschalten. Und wenn der Lüfter zu lange läuft, ist irgendwann die Batterie leer. Praktischer: Winterpakete der Hersteller einbauen. Oft können sie nachgerüstet werden. Dann verliert der Frost seinen Schrecken. Und weniger hartgesottene Oldiefahrer können ihr altes Auto mollig warm genießen.

Oben in der Bildergalerie zeigen wir, wie Sie Heizung und Kühlung Ihres Oldies checken und wie man Heizungen für Fahrer und Motor einbaut.

Autor:

S. Diehl

Fazit

Wer friert, ist selbst schuld. Mit unseren Tipps lassen sich auch Oldies artgerecht gegen Kälte wappnen. Gut, weil warme Motoren nach dem Kaltstart weniger Schadstoffe ausstoßen und weniger Sprit verbrauchen. Aber: Auch eine nachgerüstete Sitzheizung hebt die Laune.



Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Weitere interessante Artikel

Weitere interessante Videos

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Günstige Klassiker-Angebote
Anzeige