Reif fürs H-Kennzeichen: Klassiker von 1987

VW T1 Bulli VW T1 Bulli

Reif fürs H-Kennzeichen: Klassiker von 1987

— 19.11.2016

Wir werden 30: die coolsten Autos von 1987

Die Jubilare von 2017 heißen Ferrari F40, Opel Senator und Honda Prelude: Sie werden 30 und können das H-Kennzeichen bekommen. Ein Blick auf die tollsten Autos des Jahrgangs 1987.

BMW 750i: BMW rollt auf der IAA den ersten deutschen Nachkriegs-Zwölfzylinder ins Scheinwerferlicht.

2017 werden viele spektakuläre Autos 30 und erreichen damit das Oldtimeralter – sie können mit einem H-Kennzeichen zugelassen werden. Reisen Sie mit uns ins Jahr 1987, mitten rein in die 80er! Die backsteingroße Fernbedienung von Omas Saba-Fernseher beamt uns mitten ins Jahrzehnt der Schulterpolster. Die Bildröhre fiept vernehmlich, fumpt und knistert, und plötzlich grinst uns Thomas Gottschalk an: 
"Wetten,
dass..?" moderiert er 1987 zum
 ersten Mal. Draußen, im gelblichen Schein der Straßenlaternen, flankieren knusprige Alltagshelden (Käfer! Kadetten! Granada!), nagelneue Golf II und unterschiedlich tief absackende Gehwegplatten eine Straße, auf der uns plötzlich der Autotraum des Jahres entgegenkreischt: der damals nagelneue Ferrari F40!

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Ferrari F40 - die Essenz eines Supersportlers

Ferrari F40: Aufgeklappt. Der Henkel am Deck ist aerodynamisch notwendig.

Der F40 ist der letzte Ferrari, dem Enzo seinen Segen gibt. Bis Anfang der 90er-Jahre wird er zu einem echten Volksauto – in der Matchbox-Version. Jedes Autokind will einen haben. Der Innenraum ist äußerst asketisch, nicht mal Türgriffe gibt es. Dafür eine offene Schaltkulisse zum Anschmachten. Einen brüllenden 2,9-Liter-Twin-Turbo-V8 unter der geschlitzten Lexanscheibe hinten. Lack, der so dünn aufgetragen ist, dass der Betrachter noch die Struktur des kohlefaserverstärkten Kunststoffs sehen kann. Die Vollendung des Superautos alter Schule. Ohne ABS, Servo oder Traktionskontrolle, aber mit 478 PS, die genügen, um den Porsche 959 im wichtigsten Quartettkartenwert zu überflügeln: 324 gegen 317 km/h Topspeed – sticht! Grummelt der Motor im Leerlauf vor sich hin, ahnen nur Fantasiebegabte, was ihnen bevorsteht. Wenn die zwei IHI-Turbolader den Motor mit 1,1 Bar unter Druck setzen, schießt Enzos Opus magnum in vier Sekunden auf 100, immer der Erdkrümmung nach. Wenn’s der Fahrer nicht draufhat, aber auch schnurstracks raus aus der Kurve.

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Opel Senator 3.0 CD - der Unterschätzte

Opel Senator 3.0 CD: Obwohl als "Eiswürfelschale" verspottet, war der Kühlergrill typisch Oberklasse-Opel.

Das Geburtjahr des F40 teilt auch Opels damaliges Topmodell Senator. Es ist ein unterwältigendes Beispiel für die Widersprüchlichkeit des Markenauftritts, denn die Autos sind einerseits technisch anspruchsvoll, aber bieder aufgemacht. Dabei sind die LCD-Instrumente (Serie beim CD) nicht bloß Staffage. Eine adaptive Servolenkung nebst elektronisch geregelter Fahrwerksdämpfung sind 1987 schrillster Auto-Techno, abrufbar in den Drehknopfstellungen "Komfort", "Mittel" und "Sport". Unglaublich handlich wirkt der Senator vom Lenkrad aus. Die niedrige Gürtellinie macht ihn zum Glashaus, während der Reihensechser davon erzählt, wie Opel einst die Seidigkeit erfand. Kurven etwas zu schnell ansteuern und es sich dann noch mal anders überlegen? Geht und gehört irgendwie zum Programm. Denn jeder Senator muss der Welt beweisen, dass es im Konstruktionsbüro deutlich heller war als im Bürotrakt der Materialeinkäufer.

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Die Jubilare des Jahres 2015: BMW 3er Cabrio Die Jubilare des Jahres 2015: Subaru XT Die Jubilare des Jahres 2015: Fiat Uno Turbo

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Honda Prelude - der Geheimtipp

Der Prelude spurt dank 4WS (Four Wheel Steering) gutmütig-spurstabil den Asphalt entlang.

In der Formel 1 dominieren 1987 Nelson Piquet und Nigel Mansell in ihren Williams, der junge Senna ist gerade auf dem Vormarsch. Alle fahren sie mit Honda-Power im Rücken, denn die Japaner zementieren gerade ihren Ruf als Technologie-Vorreiter. Sie sind es auch, die 16-Ventil-Motoren im großen Stil in bezahlbare Serienautos packen. Manch andere Innovation wird es allerdings nie zu mehr als einer Randerscheinung bringen. Wie die Allradlenkung des Mittelklasse-Coupés des Honda Prelude zum Beispiel. Zündung – schnurrend erwacht der Zweiliter mit 109 PS. Die dürren Dachsäulen und die üppigen Fensterflächen lassen viel Licht ins Innere. Die aufgeglupschten Klappscheinwerfer sind immer noch cool. Beim Rangieren fühlt sich das Coupé kompakter an, als es ist, denn da schlagen die Hinterräder gegensinnig ein – das spart einen ganzen Meter beim Wendekreis. Bei flottem Landstraßentempo, also kleinem Lenkradeinschlag, zeigen die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die vorderen – das Heck nimmt also in Kurven die Abkürzung und schlurft ohne jede Aufregung hinterher.

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Mercedes 260 E W 124 Ferrari Testarossa Renault Espace

Skoda - der Alltagsmeister

Der Favorit hat so viel Gebrauchswert, dass er ihn selbst im Rallye-Trimm nicht verleugnen kann.

Für das Gegenteil, aufregende Drifts, ist Skoda 1987 bekannt: Seit Jahrzehnten nehmen die fortschrittsimmunen Heckschleudern aus Mladá Boleslav an internationalen Rallyes teil. Die Neuzeit dämmert aber erst 1981, als ein Volumenmodell mit Frontantrieb beschlossen wird. Weil die Zeit drängt, muss Bertone die Form in Italien finden: die Technik entwickeln die Tschechen aber selbst.  Porsche hilft bei der Abstimmung der Vorderachse und liefert umfangreiche Detailanalysen. Das Ergebnis steht 1987 auf der Maschinenbaumesse in Brno (Brünn). Name: Favorit. Ein Erfolgsauto, das demonstriert, was das Werk leisten kann – weshalb sich VW auch nach der Übernahme 1991 nicht groß einmischen wird. Einfach ausgedrückt: Mit dem Favorit rettet sich Skoda in die Zukunft – Verzeihung, Gegenwart.

Reif fürs H-Kennzeichen: Klassiker von 1987

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Autoren: Lukas Hambrecht, Frederik E. Scherer

Stichworte:

H-Kennzeichen

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