Renault 20

Renault 20: Gebrauchtwagen

— 20.04.2011

Ein Fass ohne Boden

AUTO BILD-Archiv-Artikel 38/1987: Die Preise für gebrauchte R 20 sind meistens sehr verlockend. Doch Vorsicht: Der Franzose schluckt nicht nur viele Insassen samt Gepäck, sondern oft auch das mühsam Ersparte.

Voller Stolz präsentierte der französische Staatskonzern Renault Anfang 1975 auf dem Pariser Autosalon sein neues Spitzenmodell mit Sechszylinderantrieb, den R 30. Doch der Hochstimmung folgte schnell ein Tief: Das Auto ließ sich nur schwer verkaufen. Bereits neun Monate später stand deshalb die erste Rettungsmaßnahme bei den Händlern: eine preiswertere und abgespeckte Vierzylinder-Variante mit Namen R 20. Doch auch mit diesem Modell hatten es die Renault-Verkäufer – zumindest hierzulande – sehr schwer. Ihre einzige Chance sahen sie daher in immer neuen Motor- und Ausstattungsvarianten.

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So gab es schließlich vom R 20 – bis zu seinem Produktionsende im Frühjahr 1984 – für jeden Geschmack etwas. Angefangen beim versicherungsgünstigen 1600 TL mit 90 bzw. 96 PS über den 2-Liter-LS und -TS mit 103 bzw. 109 Pferdchen bis hin zum 2,2-Liter-TX mit spurtstarken 115 Pferdestärken. 1979 kamen noch zwei Diesel-Varianten hinzu, die 64 PS starken TD und GTD. Vorteil für Gebrauchtwagenkäufer: Sie haben heute die freie Auswahl. Hinzu kommt, dass die geräumigen Franzosen unabhängig vom Alter, von der Motorleistung und den zurückgelegten Kilometern in der Regel zu Spottpreisen gehandelt werden.

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Der R 20 – ein Traumangebot für jeden kühlen Rechner also? Weit gefehlt! Die meisten R-20-Modelle sind selbst geschenkt ihr Geld nicht wert. Denn die in Kürze anfallenden Reparaturkosten überschreiten bei ihnen meistens sehr schnell erheblich den Zeitwert. Und eben deshalb wird der R 20 oft zum Kilopreis angeboten. Einzig aus der Überlegung heraus: Lieber ein paar Mark in der Tasche als ein geräumiges Fass ohne Boden vor der Tür. Wer den günstigen Preisen dennoch nicht widerstehen kann, sollte sich tunlichst nur mit einem versierten Fachmann auf die R-20-Suche begeben.

Größte Aufmerksamkeit sollte vor allem der Unterseite des großen Franzosen gewidmet werden. Dort nistet sich nicht nur an allen Kanten und Ecken der Rost ein, sondern da tritt häufig auch an Motor und Getriebe kräftig Öl aus. Ein weiterer Schwachpunkt sind die Bremsen, die oft schuld sind, wenn der TÜV-Prüfer die Plakette verweigert. Überhaupt: Beim R 20 gibt es eine Menge Stolpersteine, die auf den ersten Blick nur schwer auszumachen sind. Greifen Sie also nur bei solchen Angeboten zu, bei denen Ihnen ein vertrauenswürdiger Fachmann versichert hat, dass der Wagen in Ordnung ist. Andernfalls wird Ihr Portemonnaie bald leer sein oder der R 20 funktionsuntüchtig vor der Tür stehen. Gesamturteil: nicht empfehlenswert.

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