Per Road-Train durch Australien

Reportage: Australische Road-Trains

— 30.03.2011

Die Wüste lebt, weil Brummi fährt

AUTO BILD-Archiv-Artikel 28/1987: Kein Australier liebt die Wüste. Aber mancher lebt dort. Fahrer wie Rick bringen den Farmern, Ureinwohnern und Auswanderern im Outback Benzin, Brot und Bier.

"Erzähl mir von euren Autobahnen", sagt Rick und schaltet zwei Gänge zurück. Die Zugmaschine holpert in ein halbmetertiefes Schlagloch, die Anhänger poltern hinterher, aus der Tüte in meiner Hand schwappt Orangensaft. Seit zwei Stunden oder 60 Kilometern rattern wir jetzt über die Wellblechpiste. Ein Fernscheinwerfer ist bisher abgefallen, ein Auspufftopf röhrt. "Sie verbinden alle Städte miteinander", antworte ich, "und sind überall asphaltiert. In zwei Stunden schafft ein Lkw 150 Kilometer." "Fein", sagt Rick. Der zerfetzte Sandstreifen, der sich zwischen grauen Bäumen und roten Termitenhügeln in die Ferne schlängelt, ist eine Hauptstraße durch Australiens Innenland, das Outback.

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Kein Australier fährt da durch, wenn es nicht unbedingt sein muss. Für Rick (37), Fernfahrer seit sechs Jahren, ist es Alltag. Im Outback gibt es Farmen, Siedlungen, Reservate, die weitab liegen vom Netz der australischen Eisenbahn. Deshalb rollen die Güterzüge über die Straße. Rick und ich sitzen im Fahrerhaus eines solchen Straßen-Zuges, eines "Road-Train" mit zwei Anhängern, elf Achsen und 38 Reifen. Vorne dieselt eine 380-PS-Zugmaschine, hinten rollen 15.000 Liter Benzin in Tank und Fässern, in einem Kühlcontainer lagern Konservendosen, Coladosen, Milchtüten. Start- und Endstation ist Mount Isa, 24.000 Einwohner, meist Einwanderer, eine Stadt, die sich im heißen Norden aus der Wüste erhebt.

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Sie ist da, weil die Mine da ist. Wenn die Bodenschätze ausgebeutet sind, wird die Stadt sterben. Hier lädt Rick seine Fracht vom Güterwaggon auf die Anhänger, zieht Sandalen an und fährt für ein paar Tage in die Wildnis. Abenteuer, große Freiheit? Rick grinst und sagt: "Arbeit, aber sie macht Spaß." Locker lehnen seine zwei Meter hinter dem Lenkrad. Viele Fahrer werden nach Touren bezahlt, einige nehmen Pillen, um sich wach zu halten und die Pausen kurz. "Die töten sich selbst", sagt Rick. Er bekommt 13 Australische Dollar (rund 17 Mark) pro Stunde und hat Zeit. Er macht mal Pause, wenn’s ihm gefällt.

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