Mahindra Jeep

Reportage: Mahindra Jeep

— 29.03.2011

Ein Auto von vorgestern

AUTO BILD Archivartikel 23/1987: Selbst der „Mahindra", der Jeep, wie ihn die Army einst fuhr, scheint einer vergangenen Zeit entstiegen. AUTO BILD-Chefredakteur Peter J. Glodschey hat das Urvieh von einem Auto getestet.

Der Tag dämmert über dem Tadsch Mahal, dem berühmtesten Bauwerk Indiens. Träge schleicht der Yamuna-Fluß dahin. Die Minarette des Marmor-Grabmals der schönen Fürstin Arjumand Bamu spiegeln sich im Wasser. Eine Stimmung wie aus Tausendundeiner Nacht. Ähnlich wie ich muss ein Jumbo-Kapitän fühlen, wenn er mal wieder einen wellblechernen JU-52-Oldtimer pilotieren darf. Mit einem kantigen Stück Metall, Eisen und Alu, wie aus dem vollen geschnitten, bin ich durch Indien gefahren. Mit Schwielen an den Händen. Nach jeder Fahretappe musste ich meine Knochen neu ordnen.

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Und dennoch: Es war herrlich. Autofahren nach Altväter Art wie vor vierzig Jahren. Komfort – was ist das nur für Quatsch? Kein Schickimicki, keine Elektronik, praktisch null "Modellpflege", die schon vielen Autos ihren ursprünglichen Charakter genommen hat. Der Jeep, so wie ihn Bantam und Willys Overland ersonnen und die Gls weltberühmt gemacht haben, ist nicht tot. Von der Autowelt unbeachtet, wird er in Indien trotzig weiter ausgestanzt. Früher in Lizenz der amerikanischen Jeep Corporation, nach Ablauf des Abkommens als reiner Inder unter einem Namen, den sich Allradfreaks schon merken sollten: Mahindra.

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Die Leute, die weitermachen, wo die Amis längst aufgehört haben, betreiben keine Dritte-Welt-Bastelbude. Mahindra ist in Indien ein Industrie-Multi, der Textilmaschinen, Fahrstühle und Traktoren baut, Stahl und Plastik herstellt. Die Autobauer waren klug genug, an dem Urviech im Prinzip nicht allzuviel herumzufummeln. Es gibt ein paar Varianten, doch der schier unzerstörbare Kern ist geblieben. Indo-Jeeps, Baujahr 1957, kosten auf dem Gebrauchtwagenmarkt von Bombay oder Delhi noch ein Vermögen. Die 40 000 Mahindras, die pro Jahr gebaut werden, haben Wartezeiten von DDR-Format.

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