Retro Classics 2008

Retro Classics Retro Classics

Retro Classics 2008

— 14.02.2008

Schauplatz automobiler Tradition

Youngtimer, Dampf- und Blechliesel – die Retro Classics in Stuttgart öffnen vom 14. bis 16. März 2008 zum achten Mal ihre Tore. Gut 40.000 Besucher strömten im vergangenen Jahr auf den Killesberg. Diesmal sollen es noch mehr werden.

Die Veranstalter versprechen "die größten Retro Classics aller Zeiten", bei denen sich "automobile und architektonische Superlative zu einem Erlebnis der exquisiten Art" vereinen. Hehre Ziele. Die Zahlen sprechen schon mal für sich: 50.000 Zuschauer werden erwartet. Auf rund 75.000 Quadratmetern Hallenfläche freuen sich mehr als 800 Aussteller aus dem In- und Ausland auf ein fachkundiges Publikum, das die Faszination Oldtimer hautnah erleben und erfahren will. Mit zahlreichen Sonderausstellungen sind die Retro Classics wieder ein Pflichttermin für Liebhaber und Sammler klassischer Fahrzeuge. Das neue Messegelände am Stuttgarter Flughafen bietet nun endlich auch genügend Platz, um die schon traditionellen Sonderschauen angemessen präsentieren zu können.

Irgendwo zwischen Kutsche und Auto: Der dampfbetriebene Grout Steamer (links) stammt aus dem Jahr 1900.

So kann man auf der diesjährigen Retro Classics nicht nur skurril anmutende Wagen mit Dampf- oder Elektromotor bestaunen, sondern auch Autos, die eine ganze Epoche prägten, wie das Ford Modell T, liebevoll "Tin Lizzy" genannt. Es gilt als das Auto, das Amerika auto-mobil gemacht hat. Legendär sind die Robustheit und Zuverlässigkeit der "Blechliesel". Ein absolutes Highlight der Retro Classics 2008 ist daher auch die Jubiläumsausstellung "100 Jahre Tin Lizzy" auf der Galerie der Halle 1. Zu den vergessenen Meilensteinen der Automobilgeschichte gehört der US-amerikanische Stanley Steamer. 1887 bauten die Zwillingsbrüder Francis Edgar und Freelan O. Stanley ihr erstes dampfgetriebenes Fahrzeug. Als für ihre Dampfautos die Konkurrenz durch den Verbrennungsmotor wuchs, verkauften die Gebrüder Stanley 1917 ihre Firma. Bis zur Produktionseinstellung im Jahre 1927 wurden insgesamt rund 500 Steamer gebaut. Eines davon wird auf der Retro Classics gezeigt.

Schöne Autos müssen nicht unbedingt so alt sein wie der Steamer: Ein beträchtlicher Teil der Messe ist dem wachsenden Segment der Youngtimer und den so genannten Neo Classics gewidmet. Während die Youngtimer über ihr Alter definiert werden, handelt es sich bei den Neo Classics um aktuelle Luxuslimousinen und Sportwagen, die auf Grund ihrer Ausstattung und geringen Stückzahlen schon heute den Stellenwert von Klassikern besitzen. Dazu gehört zum Beispiel der Artega GT aus Delbrück in Westfalen, ein zweisitziger Hochleistungssportwagen mit 3,6 Liter Hubraum und satten 300 PS, der erstmals im Serienstand gezeigt wird.

Historische Rennsportwagen und Rennmotorräder gibt es in Halle 5 zu sehen. Hier dreht sich alles um den Mythos Solitude, die ehemalige Rennstrecke vor den Toren Stuttgarts, auf der bis in die 1960er Jahre hauptsächlich Motorradrennen und auch Formel-1-Rennen ausgetragen wurden. Ausgestellt auf dem Stand des Vereins Solitude Revival e.V. ist unter anderem der original Porsche-Rennwagen, den Werksfahrer Hans Herrmann 1960 auf der Solitude-Rennstrecke gefahren hat. Ein Rennfahrerstammtisch mit ehemaligen Werksrennfahrern wie Kurt Ahrens, Richard Attwood, Vic Elford, Herbert Linge, David Piper und Udo Schütz soll am Samstag von 14 bis 15 Uhr auf dem Stand des Vereins stattfinden.

Grüne Monster, Drehleitern, schwere Jungs

1914 wurde der hubraumstärkste Opel-Motor aller Zeiten gebaut: Der Grand-Prix-Rennwagen mit 260 PS besitzt einen gusseisernen Reihenvierzylinder und einen Hubraum von über zwölf Litern. Der auch als "grünes Monster" bezeichnete Opel-Rennwagen ist auf den Retro Classics in Halle 5 zu bestaunen.

Eine Neuigkeit wird die Oldtimerfreunde ganz besonders interessieren: In den denkmalgeschützten Gebäuden des ehemaligen Landesflughafens Böblingen-Sindelfingen soll bis Frühjahr 2009 ein sogenanntes Meilenwerk nach den Vorbildern in Düsseldorf und Berlin entstehen. In Halle 1 kann man sich über das seit Ende 2007 im Bau befindliche Projekt informieren. Ebenfalls in Halle 1: ein besonderer Ausflug in die automobile Vergangenheit mit Oldtimer-Kühlerfiguren aus der Sammlung von Volker Neumann und Siegmund Schaich.

Viel zu schade für den Einsatz: Auch Nutzfahrzeuge können stilvoll und schön sein.

Freunde des automobilen Schwermetalls finden in Halle 8 eine Auswahl von historischen Nutzfahrzeugen, darunter historische Busse und Lastkraftwagen. Auch der Feuerwehrautoliebhaber findet alles, was das Herz begehrt. Zu den "schweren Jungs" gehören auch die Exponate von Konrad Auwärter mit Prunkstücken aus dem Omnibusbau des 20. Jahrhunderts. Die Retro-Night-Party am Samstagabend, ein internationaler Teilemarkt mit rund 150 Händlern sowie eine große private Autobörse in Halle 9 und auf dem Freigelände runden das Angebot der Retro Classics ab.

Öffnungszeiten der Retro Classics 2008
Freitag, 14. März: 10 bis 19 Uhr
Samstag, 15. März: 9 bis 18 Uhr
Sonntag, 16. März: 9 bis 18 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene: 14 Euro
Kinder/Schüler/Studenten: 10 Euro

Autor: Michael Mosuch

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.