Saab 900 turbo 16 Cabrio

Saab 900 Turbo 16 Cabrio: Test

— 23.03.2011

Nordische Kombination

AUTO BILD-Archiv-Artikel 24/1987: Saab baut gute Reiseautos. Schnelle und individuelle, solide und sachliche. Ob aber die Verspieltheit eines Cabrios dazu passt? Eine interessante Mischung, diese nordische Kombination.

Zwei Seelen wohnen im Saab 900 Turbo 16 Cabrio. Den ersten Charakterzug hat er von seinem leiblichen Vater, dem seit langem angebotenen Saab 900 Turbo 16. Der Name verrät: Das Basisauto ist bärenstark. Unter der Haube steckt geballte Technik, so ziemlich alles, was auch Sportwagen schnell macht: Ein Turbolader bläst dem Vierzylinder 160 PS (ohne Kat: 175 PS) ein. 16 Ventile sorgen dafür, dass dieses Kraftpaket mühelos ein- und ausatmen kann, ohne zuviel Benzin zu schlucken. Die amerikanische Firma American Sunroof Company (ASC) steuert die zweite Persönlichkeit bei. Nach ihren Entwürfen wurde die Dachkonstruktion gestaltet.

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Gebaut wird das Cabrio aber im finnischen Saab-Werk Uusikaupunki. Zwar gelang es nicht, durch das Weglassen des Dachs den Schweden zierlich-sportlich aussehen zu lassen. Er ist aber hübscher geworden, ohne dass sich seine stattliche Erscheinung grundlegend verändert hatte. Praktischer wurde er nicht. Zwar lässt sich das Dach per Elektromotor hinter den Rücksitzen vollständig versenken (der Klappmechanismus verweigert dabei aus Sicherheitsgründen so lange die Mitarbeit, bis die Handbremse angezogen wurde). Kaum hat sich das Verdeck zurückgezogen, muss der Cabriofahrer doch aussteigen.

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Aus dem durch die Verdeckablage geschrumpften Kofferraum muss er eine Wickeltasche schnappen, aus der dann drei Kunststoffschalen herauspulen. Diese Teile wollen zu einem festen Schutz zusammengepuzzelt werden, damit Wind und Staub das zusammengelegte Stoffdach nicht verunstalten. Zwei kleine Gurte werden mit der Kofferraumklappe festgeklemmt. Und dann kann’s losgehen. Und wie es losgeht! Spricht nach leichter Verzögerung erst einmal der Turbolader an, gibt es nicht allzu viele Autos, die dem Saab-Cabrio die Stirn bieten könnten. Von null auf hundert vergehen gerade 8,8 Sekunden, und erst bei 202 km/h gewinnt der Fahrtwind die bremsende Überhand über die Beschleunigung.

Fragt sich nur, ob so viel Kraft in einem Cabrio sinnvoll ist. Gerade beim "Autowandern" mit geöffnetem Verdeck stört der kräftig einsetzende Turbolader schon fast. Dass das Saab-Cabrio nicht mit einem zahmeren Motor (billiger als 67.450 Mark) angeboten wird, liegt daran, dass dieses Auto hauptsächlich in den USA verkauft wird. Zwar gibt es dort überall strenge Geschwindigkeitsbeschränkungen, aber auch den beständigen Wunsch der Amerikaner nach Power unter der Haube. Auch mit einem schwächeren Motor könnte man sich am guten Komfort und der einwandfreien Verarbeitung erfreuen. Nur auf ganz schlechten Straßen wackelt und knackt der Windschutzscheibenrahmen. Keine Nachteile also, nachdem die Sicherheits-Limousine in ein Cabrio verwandelt wurde? Aber ja – der Preis!

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