Verschollener GM Futurliner wiederenteckt

Scheunenfund: Verschollener GM Futurliner

— 08.03.2017

Roter Elefant kommt nach Deutschland

Einer der seltenen GM Futurliner-Showtrucks wurde in den USA entdeckt und kommt nach Thüringen. Bilder eines bizarren Scheunenfundes!

Einzigartige Front: Designerlegende Harley Earl schuf den wuchtigen Futurliner.

Wie kann ein Trumm von einem Auto mit den Ausmaßen einer Lokomotive nur jahrzehntelang verschollen sein? Jetzt haben Oldtimer-Enthusiasten einer Jenaer Firma für Autorestaurierungen einen der raren GM Futurliner in Poland Springs (US-Bundesstaat Maine) aufgetrieben. Das Fahrzeug ist mittlerweile in auf Thüringen angekommen, wo der Käufer aus Ilmenau auf den Wagen wartet. Es ist die Nummer 7 von einst zwölf berühmten Fahrzeugen, die ihrer Farbgebung nach rote Elefanten genannt werden. Mit einer Flotte aus einem Dutzend dieser Messe-Trucks brachte General Motors zwischen den 1940er- und 50er-Jahren in den USA eine Ausstellung für Zukunftstechnik auf die Straße. Die "Parade of Progress" zog durch mehrere hundert US-Städte und präsentierte im Namen von GM, damals auch Gerätehersteller vom Kühlschrank bis zum Fernseher, neueste technische Errungenschaften. Der Entwurf der Art-Deco-Trucks stammte von dem legendären Designer Harley Earl.

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Fast ungeschützt im Freien

Hier dreht sich nichts mehr: 1938 entwickelte General den Futurliner.

Die Identität und Originalität der nun entdeckten Nummer 7 ist bestätigt, sagte
Michael Gross von ChromeCars aus Thüringen, die Firma, die den historischen Transporter barg; "Wir haben alle Unterlagen und Nummern am Fahrzeug überprüft." Doch der Wagen ist ein Scheunenfund und hat schon mehrere Stationen hinter sich. Zuletzt stand er jahrelang fast ungeschützt unter einem behelfsmäßigen Dach, und hat entsprechend gelitten. Das Glas der Führerkanzel ist zerstört, Rost hat sich breit gemacht, der Tacho ist zerschlagen. Wird der Wagen restauriert, wird der GMC Reihensechszylinder je wieder laufen? "Das hängt vom Käufer ab, einem privaten Sammler", sagte Gross gegenüber AUTO BILD.

Gewinner des AUTO BILD KLASSIK-Preises 2016

Der Innenraum ist ausgehöhlt, zeigt aber die gigantischen Dimensionen.

Und doch kann man die einstige majestätische Ausstrahlungskraft des roten Elefanten erahnen. Umso mehr, wenn man einmal ein fahrfähiges Exemplar vor Augen hatte, wie es zuletzt bei der Verleihung des AUTO BILD KLASSIK-Preises Ende 2016 bei BMW Classic in München stand. Jenes Exemplar der futuristisch anmutenden Art Déco-Lkw hatten die ChromeCars-Experten nach harten Verhandlungen einem US-Sammler abgerungen. Futurliner Nummer 9 wählten die Leser von AUTO BILD KLASSIK zum "Fund des Jahres" 2016.

AUTO BILD KLASSIK-Preisverleihung 2016

Noch neun Stück erhalten?

Neben ihrem historischen Wert sind die Futurliner vor allem restauriert wertvoll, einer wechselte 2006 bei einer Auktion für über vier Millionen Dollar den Besitzer. Wo die Futurliner heute stecken? Einer wurde noch 1956 nach einem Unfall verschrottet, zwei landeten bei der Michigan State Police, einer diente einem evangelikalen Prediger als fahrbare Kathedrale. Nummer 5 fand 2016, zum  Fahrzeugtransporter umgebaut und restauriert, allerdings keinen Käufer bei einer Auktion in Monterey. Neun Futurliner sollen insgesamt erhalten sein. Einst warben die roten Elefanten für Zukunftstechnologien, sind aber nun selber Zeugen der Vergangenheit. Ein Prinzip, das Oldtimerliebhabern nur allzu vertraut ist.

Scheunenfund: GM Futurliner in Deutschland

       

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Scheunenfunde

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