Schloss Dyck 2015: Prachtkarossen und Pisten-Promis

Schloss Dyck Classic Days: Report

— 02.08.2015

Prachtkarossen und Pisten-Promis

Traumautos und Rennlegenden buhlten bei den Schloss Dyck Classic Days um die Gunst des Publikums. Ein Wochenende lang ist die NRW-Gemeinde Jüchen Nabel der Oldtimerszene.

Der schrullige Bristol Blenheim pfeift auf Normen. Selbst bei einer Reifenpanne, wenn der Besitzer das Ersatzrad aus dem Kotflügel zaubert.

Jewels in the Park, Racing Legends, Lovely Heroes – die Themenbereiche der Schloss Dyck Classic Days 2015 klingen vielversprechend. Zu Recht, denn dahinter verbergen sich auch in diesem Jahr wieder die schönsten Oldtimerlegenden verschiedenster Hersteller und Baujahre. Im feinen Ambiente des Schlosses im nordrhein-westfälischen Jüchen ist die "Amtssprache" Englisch, passend zu den perfekt zurechtgeharkten Parkanlagen und der liebenswerten Picknick-Kultur. Traditionell besonders sehenswert sind die Juwelen im Park. Zu den ebenso seltenen wie kostbaren Traumautos gehören unter anderem ein Bugatti Typ 41 Royal von 1931, ein Mercedes 540 K Stromlinienwagen von 1938, gleich sechs Facel-Vega, ein Rolls-Royce Silver Ghost von 1907, ein Detroit Electric von 1915 und ein einzigartiger, in Berlin gebauter Prototyp aus dem Jahr 1935. Dass Bristol mehr ist als eine Hafenstadt ist, beweisen rund 20 der eigenwillig schrulligen Luxus-Wagen. Die meisten waren extra von der großen Insel angereist. Nicht so weit hatten es die verschiedenen Generationen des VW Polo: Volkswagen zeigte das Brot-und-Butter-Auto zum 40. Geburtstag der Modellreihe auf einer Sonderschau.

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Der brüllende Drache erhebt seine Stimme: "Il drago ruggente" treibt ein 27-Liter-Zwölfzylinder.

©Malte Büttner

Während die Jewels in the Park nur gut aussehen sollen, dürfen und müssen die Racing Legends zeigen, was sie immer noch können. Auf einer abgesperrten Rundstrecke lassen sie es mächtig krachen. Besonders lautstark unterwegs ist Il Drago Ruggente, der brüllende Drache. Die einzigartige Kombination aus Delage-Chassis und 27-Liter-12-Zylinder-Flugzeugmotor (in Worten: SIEBENUNDZWANZIG!) von Isotta Fraschini zähmt der Schwede Glenn Billquist bei den Schloss Dyck Classic Days. Der Verbrauch des Monstrums? 30 Liter – auf zehn Kilometer! Reichlich Dezibel produzieren auch drei Mercedes SS- und SSK-Rennwagen. Vor allem aber ein Jaguar D-Type mit prominentem Fahrer: Der ehemalige Jaguar-Testfahrer Norman Dewis lässt es sich zwei Tage vor seinem 95. Geburtstag nicht nehmen, den offenen Sportwagen um den Rundkurs zu scheuchen. Zur weiteren Rennprominenz bei den Classic Days zählen Sir Stirling Moss, Striezel Stuck, Jochen Mass und Frank Biela.
Anfahrt
Schloss Dyck ist über die A 46 Neuss / Aachen gut zu erreichen. Es liegt im Bereich der Städte Düsseldorf, Neuss, Mönchengladbach, Krefeld, Köln und Aachen. Wer nicht mit dem eigenen Oldie direkt zum Gelände will, sondern im modernen PKW anreist, dem rät der Veranstalter, die großen P&R-Parkplätze in Grevenbroich Kapellen (AS 14) und Jüchen (AS 12) anzufahren. Von dort aus verkehren kostenlos Shuttlebusse direkt zum Schloss.

Beim Picknick im Park zählt das zeitgenössische Outfit.

Ein Teil der Rundstrecke führt am Dycker Feld entlang. Auf dem riesigen Areal standen am Samstag und Sonntag Tausende von Oldtimern neben hohem Schilfgras. Weil das Wetter an allen drei Tagen mitspielt und so gar nicht britisch ist, zwingt das Geschehen die Oldtimerfans aus dem angenehmen Schatten im Park in die pralle Sonne. Dort erleichtert die Sortierung nach Marken zum Glück die Suche nach dem persönlichen Lieblings-Klassiker. Trotzdem ernten die Schloss-Dyck-Mitarbeiter einige neidische Blicke des sonst so klangverwöhnten Publikums, wenn sie mit einem der vielen Elektro-Buggys emsig wie die Bienen umhersurren.

Zeitreise mit klassischen Campern

Masse mit Klasse. Sauber nach Marken geordnet präsentieren sich mehr als 7000 Old- und Youngtimer auf dem Miscanthusfeld.

Gemütlich zwischen blühenden Dahlien und unter Sonnenschirmen mit meist sehr ähnlichen Motiven verbringen die nostalgischen Camper in der "Nostalgic Journey" die Classic Days. Ob alter Dethleffs, runder Fathi oder Paradiso Klapp-Wohnwagen: Höchste Priorität hat neben den authentischen Original-Accessoires wie Wachs-Tischdecke und Kofferradio natürlich die Abstimmung mit dem Zugwagen. Die Kombination aus 56er Buick Special Riviera in Orange und Apricot mit 1966er Constructam Comet, der letzteres perfekt aufnahm, war auf jeden Fall schwer zu toppen. Nach drei opulenten Tagen, zahllosen durchgeschwitzten Hemden und vielleicht auch durchgelatschten Schuhen machen sich die Besucher der Schloss Dyck Classic Days am Sonntagabend sicher inspiriert und mit garantiert einem weiteren Oldie auf der Wunschliste nach Hause. Müde, aber glücklich.

Schloss Dyck 2015: Prachtkarossen und Pisten-Promis

Parkplatz-Info
www.classic-days.de

Autoren: Malte Büttner, Michael Struve

Fotos: Malte Büttner, Malte Büttner

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