Shinodas First 1969 Boss 302 Mustang Concept

Shinodas First 1969 Boss 302 Mustang Concept Car

— 04.04.2016

Shinodas Boss lebt wieder

Der erste Ford 302 Boss Mustang von Kult-Designer Larry Shinoda steht jahrzehntelang unentdeckt in einer Scheune in den USA. Nun ist der sensationelle Scheunenfund wieder wie neu.

Mit detektivischer Akribie hat ein US-Farmer aus dem US-Bundesstaat Illinois einen jahrelang verschollenen Ford Mustang ans Licht gebracht: Das First 302 Boss Mustang Concept Car von Kult-Designer Larry Shinoda! Es ist einer der bemerkenswertesten automobilen Funde der vergangenen Jahre – vor allem für Ford- und speziell für Mustang-Liebhaber. Das Wundersame an der Geschichte, die der Finder John Grafelman auf seinem Blog fordenthusiasts.com erzählt, ist das: Grafelman selbst hütete jahrzehntelang in seiner Scheune, ohne sich über die Bedeutung des Autos im Klaren zu sein, das verdreckte Wrack des berühmten Mustangs. Inzwischen hat er sich nicht nur Klarheit verschafft über die Einzigartigkeit des Autos, sondern auch das Unikat mit Helfern und viel Akribie restauriert.

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Das Ganze begann 1976, als Ford-Enthusiast Grafelman einen Gebrauchtwagen suchte. Einen mit ordentlich Wumms. Nach einem Blick in die Lokalzeitung erwarb er von einem älteren Herrn einen 1969er Ford Mustang Mach 1 Cobra Jet mit stattlichem Siebenliter-Motor. Er fuhr ihn in zwei Jahren rund 7000 Kilometer weit, ehe es seine Frau Danette zu umständlich fand, Söhnchen Jason im Fond unterzubringen. Also stellte Grafelman den Mustang ab, die Jahre gingen ins Land, das Auto geriet in Vergessenheit.
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Erste Hinweise und eine entscheidende Frage

Untrüglicher Hinweis: Auf dem Lenkrad finden sich die Aufschriften "LB" und "1" für "Larry's Boss, der Erste".

Schon damals schöpfte Grafelman den Verdacht, dass dieser Wagen etwas Besonderes sein könnte. Standen die Sport-Lamellen an der Heckscheibe nicht seltsam ab? Und hatte der Verkäufer nicht von einer gewissen "Ford-Historie" bei seinem Special Edition Mustang gesprochen? Richtig neugierig wurde Grafelman erst Anfang der 2000er-Jahre. Sohn Jason hatte von einem Ford-Historiker erfahren, dass es da ein Auto gebe, "von dem wir nicht wissen, was mit ihm passiert ist". Nach dem Hinweis "Hat er seitliche Lufteinlässe am Heck?" begann Grafelman zu suchen. Er entdeckte, dass diese bei seinem Scheunenfahrzeug zwar nicht mehr sichtbar waren, aber offenbar irgendwann zugelötet worden sein mussten. Und so kam der Stein ins Rollen.

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Der Hobby-Detektiv forschte weiter nach Beweisen. Und wurde fündig: Die Insignien "LB" und "1" auf dem Lenkrad identifizierte er mit fremder Hilfe als Abkürzung für "Larry's Boss" den Ersten, ein fast unfehlbarer Hinweis auf Larry Shinodas Boss-Prototypen. Shinoda hatte nicht nur beim Boss-Mustang, sondern auch bei weiteren Ford-Modellen sowie bei der Corvette bei seinem Ex-Arbeitgeber GM maßgeblichen Einfluss. Dazu ermittelte Grafelman abweichende Maße und Konturen beim auffälligen Heckspoiler. Damit war klar: Das Auto konnte nicht aus der Serienproduktion stammen. Weitere Indizien: eine Aluminium-Ansaugöffnung am 428-CJ-Triebwerk, Tieferlegung durch veränderte Radaufhängungen, ein Boss-302-Streifen ohne entsprechendes Logo und natürlich der Shaker-Scoop an der Motorhaube, den es vom Band erst optinional beim 70er-Boss-Modell gab. Zudem hatte Shinoda zusätzlich eine Querstrebe und Scheibenbremsen hinten, eine elektrische Öffnung und Diebstahlsicherung im Kofferraum und ein geneigtes Lenkrad eingebaut.

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Shinoda hätte ihn gerne zurückgekauft

Der restaurierte First Shinoda Boss 302 Mustang soll Enthusiasmus bei jungen Leuten wecken.

Bei seinen Recherchen erfuhr Grafelman auch, dass der 1997 verstorbene Shinoda den Prototypen zwischen 1970 und '72 an seinen Schneider in Michigan verkauft und sich später mehrfach gefragt hatte, was aus seinem Werk geworden sei. Einigen Angaben zufolge hätte er ihn sogar gerne zurückgekauft. "Ich wünschte, ich hätte Larry noch einmal treffen dürfen. Hoffentlich ist er glücklich in seinem neuen Leben und schaut auf dieses hübsche Auto herab, das immer noch viel Zuspruch erfährt", schreibt Grafelman auf fordenthusiasts.com. Inzwischen wird der Wagen auf ausgewählten Shows und Ausstellungen gezeigt, auch um junge Leute mit dem Auto-Fieber anzustecken. Dem Auto-Fieber von Larry Shinoda.

Shinodas First 1969 Boss 302 Mustang Concept

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