Stallion V8

Stallion: Fahrbericht

— 24.01.2011

Ritt auf 300 Pferden

AUTO BILD-Archiv-Artikel 49/1986: Lassen Sie von seinen runden Formen nicht täuschen. Der Stalion (zu deutsch: "Feuriger Hengst") besitzt einige Ecken und Kanten. Auto Bild hat das Heißblut gesattelt und ihm viel Auslauf gegönnt.

Pferde haben mich schon immer fasziniert. Je wilder, desto mehr. Der wildeste Vollblüter, den ich je bändigen durfte, hat ein Holzlenkrad statt der Zügel, zwei Sitze statt eines Sattels und 300 PS statt einer Pferdestärke. Ich ritt einen Stallion (zu deutsch: "Feuriger Hengst") mit 300 Pferdestärken. Der feurige Hengst sieht aus wie der legendäre AC Cobra – zumindest auf den ersten Blick. Wer genauer hinsieht, merkt die Unterschiede. Der Stallion ist kürzer (20 Zentimeter), flacher (knapp 10 Zentimeter) und breiter (20 Zentimeter). Und überhaupt: "Der Stallion ist ein absolut eigenständiges Auto", erklärt Gunnar Haberstroh (36).

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Er ist einer von den drei Autonarren, die 1985 in Amerika die Stallion-Fabrik kauften. Der Vorbesitzer, ein reicher Öl-Millionär, war von seinem Kompagnon erschossen worden. Bauunternehmer Haberstroh hörte davon und informierte seine Freunde: den Lebkuchenfabrikanten Ernst August (Gustl) Wicklein (38) und Peter Karg (39), den Steuerberater des 1. FC Nürnberg. Die Kaufsumme von drei Millionen Mark hatten die drei schnell zusammengeklaubt, zügig wurden die Verträge geschlossen. Jetzt residiert die Firma in Nürnberg – beim Rallye-Tuner Konrad Schmidt (38), der das technische Know-how in die Firma einbrachte.

Überblick: Hier geht es zu AUTO BILD KLASSIK

Der Stallion ist genauso amerikanisch wie seine Vorgeschichte. Unter den schmalen Türen hängen verchromte Auspuffrohre, die diesen durchdringenden Sound produzieren, der US-Freaks erschauern lässt. Sie horchen einmal und ahnen: Chevrolet-Motor, V-8-Zylinder, 5,7 Liter Hubraum. Richtig! Und das Feinste sitzt obendrauf: ein eindrucksvoller Vierfachvergaser der Marke Holley, der an der Produktion der 300 PS nicht gerade unbeteiligt ist. Aber wie fährt sich so ein Kraftprotz? Ich klemme mich hinter das Holzlenkrad, die Beine weit gespreizt. Sonst würde ich mit meinen 1,91 Meter überhaupt nicht reinpassen. Ich schalte die Automatik auf "D", nehme den Fuß von der Bremse: Der Hengst zerrt los.

Vier Porsche-Bremsen zügeln den Stallion

Die 285er-Hufe scharren mal nach links, dann wieder nach rechts, der Geradeauslauf fällt ihnen schwer. Das Fahrwerk ist zwar nicht gerade sänftenmäßig, doch die gröbsten Stöße hält es vom Reiter fern. Und in Kurven macht der Stallion keine Faxen. Plötzlich rennt ein Kaninchen vor den Kühler: Vollbremsung. Die vier innenbelüfteten Scheibenbremsen – von Porsche für den Rennsport konzipiert – greifen satt. Allerdings erst, nachdem ich mit aller Gewalt aufs Bremspedal gestiegen bin. Mir steht der Schweiß auf der Stirn – das Kaninchen jagt hakenschlagend übers nächste Feld. Und ich überlege, was mich eine Fahrt an den nächsten Baum gekostet hätte.

Alles lesen: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.