Steve McQueen: Sein Leben, seines Autos

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Steve McQueen: Todestag

— 07.11.2015

Steve McQueen: Sein Leben, seine Autos

Vor 35 Jahren starb Steve McQueen. Der vielleicht coolste Autofahrer aller Zeiten war ein Frauenheld und Sturkopf. Vor allem aber ein Car Guy. Ein Blick auf McQueens Leben – und seine Autos.

Als am 7. November 1980 in Mexiko ein Mann namens Terence Steven McQueen stirbt, ist es kein Tag wie viele andere. Denn hinter diesem bürgerlichen Namen verbirgt sich der Schauspieler Steve McQueen, legendärer Frauenheld und der vielleicht coolste Autofahrer aller Zeiten. Jetzt jährt sich sein Todestag zum 35. Mal. Mit seiner Arbeit prägte Steve McQueen das Bild vom echten Kerl weit über die 60er-Jahre hinaus. Bis heute gilt der von ihm verkörperte Mix aus Witz und Willen, aus Herz und Härte vielen als Vorbild. Modeschöpfer, Designer und Werbetreibende orientieren sich an seinem Stil oder sie machen den blonden Mann mit den blauen Augen gleich zum Werbestar, zur Not mit Hilfe von Tricktechnik. Für Menschen mit Benzin in den Adern war McQueen schon immer einer von ihnen.

Bullitt-Mustang: Nachbau

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Video: Porsche 911 Turbo

Der Mythos 911

Die Story von Steve McQueen beginnt am 24. März 1930, als der kleine Steven in Beech Grove, US-Bundesstaat Indiana, zur Welt kommt. Der Vorort von lndianapolis liegt etwa 20 Minuten vom berühmten Motor Speedway entfernt, Schauplatz des legendären "Indy 500"-Rennens. Seinen Vater lernt der kleine Steve nie kennen, seine Mutter hat Alkoholprobleme. Deshalb verbringt er viel Zeit auf der Farm seines Onkels. Als McQueen dann mit seiner Mutter nach Los Angeles zieht, schließt er sich verschiedenen Jugendbanden an. Nach einem Aufenthalt im Heim geht er mit 17 schließlich zum US Marine Corps und lässt sich zum Mechaniker ausbilden. Fünf Jahre später – 1952 – beginnt er seine Schauspielausbildung in New York. Die bringt ihm erstmal nur kleinere Rollen ein, deshalb muss er sich einige Zeit als Holzfäller und Schaffner über Wasser halten. 1958 beziehungsweise 1960 kommt seine Karriere mit der Serie "Der Kopfgeldjäger" und "Die glorreichen Sieben" dann aber ins Rollen.

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Der leidenschaftliche Filmschaffende

Aus versicherungstechnischen Gründen: In den gefährlichsten Szenen von 'Bullit' lässt McQueen nur widerwillig den Stuntman Bud Ekins ans Steuer.

Es folgen "Cincinnati Kid", "Kanonenboot am Yangtse-Kiang", "Gesprengte Ketten", "Thomas Crown ist nicht zu fassen", "Bullit", "Getaway", "Papillon" und viele mehr. Und die Legenden, die sich um diese Filme ranken. Zum Beispiel die, dass McQueen am Set von "Bullit" regelrecht dazu gezwungen werden muss, bestimmte Stunts nicht selbst zu drehen. Nicht, dass er für diese Fahrten nicht bereit gewesen wäre. Im Gegenteil. In vielen Szenen sitzt er tatsächlich selbst hinter dem Lenkrad. Außerdem hatten sein Freund Chefstuntman Bud Ekins und er sowohl den Ford Mustang der Titelfigur als auch den Dodge Charger der Bösewichte und die Chevrolet Corvette mit der eingebauten Kamera selbst vorbereitet. Die Versicherung der Produktion ist aber nicht dazu bereit, den inzwischen zum Star gereiften McQueen in den gefährlichsten Sekunden seines Tiefflugs durch die Straßen von San Francisco zu versichern. Deshalb dreht das Team manchmal vor Arbeitsbeginn oder nach Feierabend. Der ehrgeizige Hauptdarsteller soll davon nichts mitbekommen.

Klassiker des Kinos

Nicht nur sein Jaguar XK SS sorgt in Hollywood für Aufsehen, sondern auch der Fahrstil des 'King of Cool'.

Wann genau die Leidenschaft des 'King of Cool' für wilde Motorräder und schnelle Autos beginnt, ist nicht so einfach zu belegen wie sein filmisches Schaffen. Fest steht aber, dass er nicht nur in Bezug auf seine Anzüge über einen exquisiten und durchaus eigenen Geschmack verfügte. Porsche 911, Porsche 911 Turbo, Ferrari 275 GTB, Jaguar XK SS: Was im Laufe der Jahre in McQueens Garage parkt, ist schnell und teuer. Und sorgt in Hollywood und Palm Springs für Aufsehen. Nicht nur wegen der Exklusivität der Modelle, sondern auch wegen des Fahrstils seines Besitzers. Der ist immer rasant, durchaus waghalsig und manchmal auch ein bisschen leichtsinnig. Zum Beispiel dann, wenn er im offenen Jaguar mit einem vom Beifahrersitz aus fotografierenden Bekannten in voller Fahrt den Hollywood Boulevard hinunterprescht. Bleibt beim Drehen zwischendurch etwas Zeit, dann schwingt McQueen sich gern auf eines seiner Motorräder und fetzt in wilder Fahrt durchs Gelände. Zeitgenossen, denen die Ehre einer Mitfahrt zuteil wurde, berichten von immenser Adrenalinausschüttung.
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Ferrari 275 GTB4 von Steve McQueen

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Video: Porsche 917

Rennwagen Klassiker

In den Genuss, viele waghalsige Szenen für 'Bullit' und Co selbst zu drehen, kommt McQueen übrigens nicht nur, weil er der Star am Set ist. Der Mann hat Nerven wie Drahtseile, hinter dem Steuer Talent und Motorsport auf zwei und vier Rädern fasziniert ihn sowieso. Schon 1964 gehört er zur zehnköpfigen US-Auswahl, die zur internationalen Motocross-Sechstagefahrt nach Erfurt in die damalige DDR reist. Sechs Jahre später wird er beim Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring in Florida auf einem Porsche 908/02 Zweiter und seine Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans scheitert auch nicht am Können. Das trainiert er in Ruhephasen zwischen zwei Filmprojekten immer wieder, zum Beispiel wenn er mit Freunden an Offroadrennen durch die Wüsten von Nevada und den Norden von Mexiko teilnimmt.

Baja Boot von Steve McQueen

Baja Boot
Wie stark die Kombination aus Können und einer Portion Wahnsinn in Steve McQueen gewesen sein muss, veranschaulicht die folgende Anekdote: Beim Dreh zu "Gesprengte Ketten" in der Nähe von Füssen muss er sich selbst verfolgen. Ja, richtig! Die berühmte Verfolgungsjagd mit dem Motorrad war im Originaldrehbuch eigentlich nicht vorgesehen und wird nur für Steve McQueen eingefügt. Als die Stuntmen dann sehen, über welch gefährliches Terrain sie den Amerikaner verfolgen sollen, weigern sie sich. Die Lösung: McQueen streift sich eine Uniformbluse über und übernimmt kurzerhand beide Rollen. Viel mehr als seine gesamte Kunst und Leidenschaft steckt er aber in sein Herzensprojekt, den Film "Le Mans". Dafür lässt er nicht nur bis dahin unbekanntes Kamera-Equipment entwickeln, er riskiert sogar seine Ehe mit der Schauspielerin Ali McGraw.
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Kameraauto aus "Le Mans" wird versteigert

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In seinen späteren Jahren begeistert Steve McQueen sich zunehmend für die Fliegerei, besitzt Flugzeuge und lebt mit seiner letzten Ehefrau in einem Hangar.

Apropos Ehe: Nach zwei gescheiterten Versuchen mit Neile Adams, mit der er zwei Kinder hat, und eben Ali McGraw teilt McQueen seine letzten Jahre mit Barbara Minty. Zahlreiche Affären und das Herumexperimetieren mit Drogen werden ihm nachgesagt. All das spielt ab Mitte der 70er aber scheinbar keine Rolle mehr. McQueen zieht sich zunehmend aus der Glitzerwelt Hollywoods zurück und lebt mit seinen Flugzeugen, Autos, Motorrädern, Waffen und dem Fotomodell Minty praktisch in einem Hangar. Nur sie, die er im Januar 1980 heiratet, darf von ihm Bilder machen. Sonst lässt er immer weniger Menschen in seine Nähe. Denn niemand soll von seinem sich stetig verschlechternden Gesundheitszustand erfahren. McQueen leidet an Brustfellkrebs. Sein starkes Rauchen und der Kontakt mit Asbest während seiner Militärzeit werden als Auslöser vermutet. Klassisch will er sich nicht behandeln lassen. Stattdessen quält er sich durch die Dreharbeiten zu "Jeder Kopf hat seinen Preis" und fährt dann mit seinem Chevrolet-Camper nach Ciudad Juárez in Mexiko, um sich mit Hilfe alternativer Methoden kurieren zu lassen. Nach einer Operation stirbt er dort im Alter von 50 Jahren an einem Herzinfarkt.

Steve McQueen: Sein Leben, seine Autos

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