Subaru SVX
— 30.08.2009Der Subaru von Giugiaro
Italienisches Design und japanische Technik-Raffinessen: So was passt durchaus zusammen. Wie beim SVX, der vor allem eines ist: anders. Der Subaru SVX glänzt als exotische Alternative zu den üblichen Verdächtigen aus dem GT-Segment.
Weitere Alltagssportler: Lancia Kappa Coupé 2.4 und BMW 635 CSi
Heute ist es leicht, den SVX zu mögen. Seine Optik wirkt nicht mehr so schräg wie bei der Präsentation 1992. Technisch und formal hätte der große Subaru das Coupé sein können, das sich Saab-Piloten neben ihren 9000 Aero stellten. Das Leuchtenband mit den zugekniffenen Scheinwerfer-Augen und der Kühlergrill in Größe eines Briefkastenschlitzes waren gerade Mode, auch bei Saab. Wie beim Schweden führte Giorgio Giugiaro beim SVX-Design die Feder, bevor die eigenen Designer noch einmal den Stift ansetzen durften. Von Flugzeug-Kanzeln schwärmten die Subaru-Stilisten, wenn die Sprache auf die Glaslandschaft im Breitwandformat kam. Die Flächen gerieten so groß, dass die Seitenfenster durch Rahmen unterteilt wurden und nur die unteren Segmente versenkt werden konnten. Um so viel Eigensinn zu demonstrieren, hatte Mutterkonzern Fuji Heavy Industries sogar ein neues Verfahren für das Formen von Glas entwickelt. Randvoll mit Luxus-Features wie Leder, Klimaautomatik und elektrischem Fahrersitz war der SVX, das gehörte sich noch so für einen Japaner.Weitere Alltagssportler: 0pel GT 1900, MG B GT und Corvette C4
Gleichwohl war Andersartigkeit das Leitmotiv. Der Sechszylinder-Boxermotor blieb ohne Alternative und leider auch ohne Turbo. Den SVX gab es nur mit Vierstufenautomatik, mit Sportprogramm immerhin – aber der Automat legte dem Coupé Fesseln an. Zur Automatik gehörte die neue variable Drehmomentverteilung: Mittel- und Hinterachsdifferenzial sortierten im Normalfall 36 Prozent der Antriebskraft an die Vorder-, 64 Prozent an die Hinterräder. Bei Änderungen im Kraftschluss waren bis zu 90 Prozent an einer Achse drin. Das alles ging auch einfacher, billiger oder besser. Der Opel Calibra Turbo 4x4 kostete fast 25.000 Mark weniger, das Mercedes E 320 Coupé 10.000 Mark mehr. Der eine ist fast ausgestorben, das andere schon teuer. Der Subaru ist dazwischen: verfügbar und bezahlbar. Und auf jeden Fall anders.| Technische Daten Subaru SVX | |
|---|---|
| Motor | Dohc-Sechszylinder-Boxer |
| Hubraum | 3319 cm³ |
| Leistung | 230 PS bei 5600/min |
| max. Drehmoment | 309 Nm bei 4800/min |
| Automatik | Vierstufen |
| Antrieb | Allrad mit Zentraldifferenzial und elektronischer Drehmomentverteilung |
| Länge/Breite/Höhe | 4625/1770/1300 mm |
| Leergewicht | 1580 kg |
| Aufhängung | Einzelradaufhängung an Querlenkern und Dämpferbeinen vorn, an Mehrlenkern hinten; Drehstabfedern und Stabilisator vorn und hinten |
| Spitze | 238 km/h |
| 0–100 km/h | in 9 s |
| Verbrauch | 13,5 l S/100 km |
| Neupreis 1992 | 73.530 Mark |
VW Scirocco II White Cat
Plus/Minus Sie pfeifen aufs Image, lieben das Grenzgebiet zwischen Individualität und Schrulligkeit und fahren gern Langstrecken? Fein, dann sind Sie ein Subaru-SVX-Typ. Denn unbekannter und vor allem unterschätzter ist kein anderer GT der 90er-Jahre. Die schräge Formgebung mit der markanten Seitenansicht sichert den entscheidenden Abstand zur automobilen Masse, die Mechanik ist solide, der Komfort überzeugend, das Preis-Leistungs-Verhältnis nahezu konkurrenzlos. Nur schade, dass dem SVX der für einen Subaru eigentlich obligate Turbolader fehlt und die Vierstufenautomatik ohne Alternative ist. Dafür dürften die Preise nicht mehr fallen.Weiterer Alltagssportler: Toyota Supra 3.0i Turbo
Ersatzteile Getriebe und Radlager gelten als anfällig, oft sind die Bremsscheiben verzogen. Ansonsten zeigt sich der SVX markentypisch unauffällig. Aber mit jedem Tag, der ins Land geht, dürfte die Ersatzteilversorgung für den Subaru-Exoten problematischer werden. Aufgrund der extrem geringen Verbreitung hilft nur der Gang zum Subaru-Händler. Was an Ersatzteilen zu beschaffen ist, hängt wohl auch von dessen Bereitschaft zum Nachforschen ab.Weiterer Alltagssportler: Porsche 911 Carrera 2
Marktlage Das Angebot an gebrauchten SVX ist in Relation zu den in Deutschland verkauften Stückzahlen erstaunlich üppig. Noch dominieren die gepflegten Exemplare mit überschaubarer Laufleistung und Besitzer-Anzahl, die sich aufgrund geringer Nachfrage die Reifen eckig stehen. Das alles macht Käufer glücklich: Wer eines der großen Japan-Coupés sucht, kann auswählen und selbstbewusst verhandeln. Ab rund 5000 Euro gibt es gesunde Coupés mit Laufleistungen deutlich unter 200.000 km und nachvollziehbarer Vergangenheit.Weitere Alltagssportler: Mercedes 450 SLC 5.0 und Audi Coupé GT 5S
Empfehlung Der Subaru SVX glänzt als exotische Alternative zu den üblichen Verdächtigen aus dem GT-Segment. Wer eher dem drehmomentstarken Komfort als der nervösen Höchstleistung zugeneigt ist, dem sei ein SVX empfohlen. Einen hoch entwickelten Sechszylinder in Boxerbauweise in Kombination mit Allrad-Technik gibt es sonst nur bei Porsche – dort aber um ein Vielfaches teurer. Der SVX verdient es, gemocht zu werden.Das könnte Sie auch interessieren
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Kommentare zum Artikel (2)
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Ich mochte den SVX schon immer ;) Cooles Auto mit viel Charakter und hohem Wiedererkennungswert. Schade, dass sich Subaru nicht mehr an Coupés versucht.
Supra, die unbekannte größe? jaa klar, wenn man die neuen supras auftunt kommt man sogar auf über 1050 ps. ...quellen? einfach auf youtube gehen und staunen!