Techno-Classica Essen 2008

Techno-Classica Essen 2008 Techno-Classica Essen 2008

Techno-Classica Essen 2008

— 28.03.2008

Lieb und teuer

Für Oldie-Freunde führte an der 20. Techno-Classica kein Weg vorbei. AUTO BILD machte einen Messe-Rundgang und stellte fest: Angucken ist das eine – Kaufen das andere. Mit großer Bildergalerie!

Essen hat aufgetischt, und die Preise sind gesalzen: ein Victoria Spatz von 1957 für 25.900 Euro, knapp 1000 Kilo Toyota 1000 des Jahrgangs 1975 für 16.975 Euro oder die Citroën Déesse als "Dandy Coupé" (Chapron) für 125.000 Euro. Ob Kleinwagen der Fünfziger oder Mercedes-Ikone Flügeltürer-SL, dessen Preisforderungen bei über 500.000 Euro liegen – Topzustände kosten ein Vermögen auf der 20. Techno-Classica in Essen, die seit Mittwoch Zehntausende Besucher aus aller Welt in die Messehallen an der Gruga zieht. Und mehr als 150.000 sollen es bis zum Sonntagabend (30. März) werden. Bereits am Donnerstagmorgen trugen zahlreiche Hochpreis-Klassiker ein "Verkauft"-Schild an der Frontscheibe, darunter ein Ponton-Mercedes 220 S von 1958, der für unglaubliche 49.500 Euro angeboten war – wohlgemerkt, eine Limousine in gutem, aber nicht perfektem Zustand und ohne Schiebedach. Ebenfalls schon am zweiten Tag in neuen Händen: ein VW T2b Fensterbus von 1972 aus erster Hand für 28.800 Euro. Klingt teuer, ist es auch, doch Essen zeigt, dass derzeit nichts unmöglich ist.

Borgward als "Nobelmarke wider Willen"

Perfekt restaurierte Highend-Exemplare mit Stern oder Pferd am Bug präsentieren sich in der Regel ohne Preisangabe, sondern nur mit dem diskreten Hinweis: "Preis auf Anfrage." Die Grenze nach oben ist offen wie nie: "In der Preisklasse über 800.000 Euro ist noch richtig Luft", weiß ein Insider der Szene, der den zentralen Grund dafür kennt. An die osteuropäischen Kaufinteressenten, die derlei Summen bar mit sich führen, müssen wir uns erst noch gewöhnen. Vermutlich auch an die Gepflogenheit, nicht unbedingt nach Zustand, sondern nach Modell und Farbe zu kaufen, denn oft entscheiden die mitgereisten Mädels. Und bis die zufrieden sind, können es auch schon mal drei oder vier Edel-Klassiker sein. Eines der meistfotografierten Stücke indes bleibt in Deutschland: Der Borgward Hansa 2400 Pullman von 1956 (nur 356-mal gebaut, einer von 15 Überlebenden) im uneingeschränkten Topzustand wechselte bereits am zweiten Messetag für rund 80.000 Euro den Besitzer. Kommentar von Hartmut Loges von der Borgward IG: "Wenn dieser Preis auf die regulären Borgward-Modelle abstrahlt, werden wir noch zu einer Nobelmarke wider Willen."

VW Scirocco in allen Entwicklungsstufen

Der eigentliche Star in Essen ist ein durch und durch bürgerlicher Typ mit soliden Ansprüchen und heißt VW Scirocco. Wolfsburgs Autostadt ebenso wie die Clubszene und die Youngtimerrallye-Freunde der Creme 21 huldigen dem 70er-Jahre-Coupé mit kreischfarben lackierten Top-Exemplaren aller Entwicklungsstufen. Passend zur bevorstehenden Neuauflage parkt auf dem VW-Stand sogar das silberne Prototypen-Coupé von 1973 mit der Fahrgestell-Nummer 1. Erstmals also feiert VW seine wassergekühlten Klassiker mehr als die luftgekühlten, wobei selbst ein klassischer Verlierer wie der VW 411/412 noch einmal zu Ehren kommt. Seine Fangemeinde freut sich darüber, dass die "Nasenbären" jetzt zum Ü-40-Club gehören.

Frische Ente für 16.000 Euro

Nebenan feiert Ford 100 Jahre T-Modell, bei Citroën begehen sie den 60. Jahrestag der Enten-Produktion und belegen mit einem toprestaurierten 2CV-Prototypen von 1939, dass die Franzosen und nicht die Inder das Minimal-Auto erfunden haben. Doch selbst die Ente darf sich in Essen zum Hochpreis-Klassiker aufschwingen: 16.000 Euro fordert ein Anbieter für ein fabrikfrisches Exemplar aus dem Jahr 1982. Tachostand: 343 km.

Autoren: Karl-August Almstadt, Christian Steiger

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