Golf-Cabrio

Test: Golf-Cabrio

— 21.01.2011

Sonnyboy aus Wolfsburg

AUTO BILD-Archiv-Artikel 21/1986: Dach auf, Sonne rein – im Golf-Cabrio geht das ruckzuck. Aber das ist nicht der einzige Grund für die Beliebtheit von VWs offenem Erfolgsmodell mit dem Henkel.

Offen gesagt: Besonders hübsch ist er nicht, der offene Golf. Er sieht eher wie ein Schuhkarton aus, dem man gerade den Deckel geklaut hat. Und doch ist er erstaunlich begehrt: Mehr als 36.000 Golf-Cabriolets wurden hierzulande seit 1979 verkauft. Damit steht der Frischluft-Golf in der Gunst der "Oben-Ohne-Fans" an erster Stelle. Was macht den Erfolg dieses Volks-Cabriolets aus? Wir haben den Bestseller (mit 90 PS-Motor) gründlich getestet und uns von seinen Qualitäten überzeugt. "Pack die Badehose ein ..." tönt es aus den Lautsprecherboxen. Viel mehr darf man im Cabrio auch nicht mitnehmen: Handtücher, Badeklamotten und sonstige Strandutensilien lassen sich gerade noch im kleinen Kofferraum (220 Liter) verstauen.

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Der Picknick-Korb muss im Fußraum untergebracht werden, dafür ist hinten kein Platz mehr. Das fünflagige Kunststoffverdeck wandert auf die Hutablage. Eine leichte Übung: Vorne nur zwei Hebel lösen und die Kapuze nach hinten schieben. Schon sind wir auf der Sonnenseite des Lebens, die Maitour kann beginnen. Vorne merkt man anfangs kaum, dass über einem nichts als der Himmel ist. Die Windschutzscheibe und die seitlichen Dreiecksfenster lenken den Wind an den Frontpassagieren vorbei. Erst ab etwa 100 km/h fängt's am Hinterkopf an zu kribbeln. Hinten weht ein anderer Wind: Bereits ab Tempo 50 kommt stürmische Begeisterung auf.

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Während die Herrschaften auf den besseren Plätzen vom Überrollbügel so gut wie nichts mitbekommen, verwehrt er den Hinterbänklern die ungetrübte Sicht nach vorne. Doch der Henkel ist wie die voluminöse Querstrebe unterhalb des Armaturenbrettes ein notwendiges Übel. Er hindert den Wolfsburger daran, bei Kurvenfahrt auf schlechten Straßen allzu sehr aus den Fugen zu geraten. Auf einem wunderschönen Dorfweg mit Kopfsteinpflaster können wir uns von der Stabilität der gekappten Karosserie überzeugen. Lediglich der Vorderwagen verwindet sich leicht. Gelassen schluckt das millionenfach bewährte Golf-Fahrwerk auch grobe Fahrbahnunebenheiten.

Teures Vergügen

Und das, ohne die Insassen mit Schlägen zu malträtieren. Von der Landstraße zweigen wir für einen kurzen Vollgas-Trip auf die Autobahn ab. Vorher wird noch das Verdeck geschlossen. Der 90 PS-Motor – das Golf-Cabrio gibt's auch noch mit 75, 112 und 95 (Kat) PS – dreht sauber hoch. Die Gänge fallen fast wie von selbst in die nächst höhere Fahrstufe. Schnell sind wir auf Tempo 100 km/h (0-100 km/h in 11,2 Sek.). Wenig später schwindelt uns die Tachonadel 180 km/h als Spitze vor. Unser Messgerät weiß es besser, zeigt echte 168 km/h an. Die Geräusche im Innenraum sind gering. In manch geschlossener Limousine tönt es stärker. Freilich: Das Vergnügen, offen zu fahren, knabbert am Geldbeutel. 25.255 Mark kostet das Golf-Cabrio mit 90 PS. Ein stolzer Preis für mehr Frischluftzufuhr. Dafür fährt man aber auch auf der Sonnenseite der Straße.

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Autor: Tomas Hirschberger

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