Porsche 911 Carrera

Test: Porsche 911 Carrera

— 17.12.2010

Ein echter Brüller

AUTO BILD-Archiv-Artikel 16/1986: Ungestüm, schnell und richtig laut. Der neue Porsche 911 braucht eine harte Hand, am besten sogar zwei. Und mal ehrlich: Alles andere wäre doch eine herbe Enttäuschung, oder?

Die Kupplung ist brutal. Beim ersten Mal glaubst du, du trittst gegen eine Wand. Beim ersten Anfahren spielst du den Anfänger: Natürlich würgst du ihn ab – wie in der ersten Fahrstunde (was mögen nur all die Zuschauer denken?). Also noch mal. Jetzt mit mehr Gas (natürlich zuviel) – er rollt. Ein bisschen Bammel vorm Gangwechsel. Den Ersten blitzschnell hochgedreht (die 13 Liter Öl sind gottlob vom Vorgänger noch warm), auf die wohl tonnenschwere Kupplung gesprungen und am viel zu weit vorne platzierten Schalthebel gerissen – der Zweite ist drin. Heiser bellt der Sechszylinder hinter mir.

Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download

Eine unsichtbare Faust schlägt mir ins Kreuz, katapultiert mich und den dunkelblauen Renner unbarmherzig nach vorn. Die erste Kurve, kein Problem. Bei der zweiten wird mir etwas mulmig. Eine Bodenwelle, mir reißt’s fast das Lenkrad aus der Hand. Im Carrera brauchst du Oberarme wie ein Boxer – wenn du schnell sein willst. Jeden Moment darauf gefasst, dass die Flunder genau dorthin strebt, wo du eigentlich gar nicht hin willst. Jetzt weiß ich auch, warum mein Fahrlehrer immer darauf bestand, beide Hände am Lenkrad in "zehn-vor-drei"- oder "zehn-nach-neun"-Stellung zu halten.

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Nur so lässt sich der Carrera bändigen. Wer jenseits von 200 in Autobahnkurven oder auch bei 80 in einer schnellen Rechtskurve auf der Landstraße zum Knie der Beifahrerin oder nach den Zigaretten greift, riskiert unter Umständen alles – oder die verbleibende Hand am Lenkrad gehört tatsachlich zum Bizeps eines durchtrainierten Gewichthebers. Von Servolenkung mag da keiner sprechen. Sie gibt's für dieses Auto einfach nicht (sie würde auch gar nicht dazu passen). Nach einigen Kilometern hast du dich so daran gewöhnt, dass jede leichtgängige moderne Servounterstützung abfällig als modischer Schnickschnack bespöttelt wird.

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Autor: Jürgen von Gosen

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