Toyota Celica wird 40

Toyota Celica TA/RA22/23 Toyota Celica TA/RA22/23

Toyota Celica wird 40 Jahre

— 26.08.2010

Happy Birthday, Celica!

Der Toyota Celica wird 40 Jahre alt. 1970 war das Sportcoupé die japanische Antwort auf Mustang, Charger, Camaro und Co – und wurde zum Kultauto. Eine Zeitreise durch die Modellgeschichte.

Beamen wir uns zurück ins Jahr 1970. Paul McCartney verkündete die Auflösung der Beatles. Für Millionen Fans weltweit eine Katastrophe, und passend dazu veröffentlichte die Kultband ihr finales Album "Let it be". Let it be? "Let's go!" hieß es stattdessen zur selben Zeit in Japan. Denn im Herbst 1970 stellte Toyota auf der Tokyo Motor Show ein neues Sportcoupé auf Basis des gerade eingeführten Carina vor: Der Celica war geboren und sollte in den folgenden Jahrzehnten zu einem Stück japanischer Automobilgeschichte heranreifen. Obwohl Toyota die letzte Celica-Baureihe bereits 2005 ersatzlos vom deutschen Markt nahm, widmen wir dem kultigen Japaner zu seinem 40. Geburtstag einen kleinen Rückblick.

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Baby, you can drive my Celi-Car! Die Urversion orientierte sich am Vorbild der US-Musclecars und traf den Zeitgeist der Siebziger.

Es ist die Glanzzeit der "Pony Cars", der amerikanischen Coupés mit fetten V8-Maschinen, blitzendem Chrom und vergleichsweise bescheidenen Preisen, als das Toyota-Management beschließt, auf diesen Zug aufzuspringen. Beim Design kupferte man dann auch recht hemmungslos vom US-Vorbild Ford Mustang ab. Okay, ein echtes Musclecar war der Ur-Celica deshalb noch lange nicht, musste er doch mit bescheidenen vier statt acht Zylindern auskommen. Die allerdings hatten mit den rund 1000 Kilo Leergewicht leichtes Spiel. Der 1,6-Liter mit 79 PS war kein Racer, aber genügsam. In Deutschland gab es ihn ab 1972 für 10.450 Mark. Richtig sportlich wurde es ab 1973 mit dem Celica GT: Zwei Solex-Doppelvergaser und zwei obenliegende Nockenwellen ließen die Leistung auf 108 PS anwachsen. In rasanten 10,9 Sekunden beschleunigte der Nippon-Mustang auf Tempo 100. Noch mehr Dampf machte 1976 die Liftback-Version 2000 GT mit zwei Litern Hubraum und satten 120 PS.

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Mit Allradantrieb und Turbo-Power eroberte der Celica in den 80er und 90er Jahren die Rallye-Pisten der Welt.

Ein echter Schönling und mit Abstand der meistverkaufte Celica war die zweite Generation (TA/RA40). 1978 verabschiedete sich Toyota vom barocken Hüftschwung des Vorgängers: weniger Chrom, keine Hutzen, kaum Blenden, stattdessen eine schnörkellose, glatte Linie. Erhalten blieben lediglich die markanten Doppelscheinwerfer. Nach nur vier Jahren debütierte Celica Nummer drei: Der zackig-kantige TA60 kam mit komplett neuer Front, Klapp-Scheinwerfern und war der letzte Celica mit Hinterradantrieb. Es gab ihn wie seinen Vorgänger mit Stufen- oder Fließheck (Liftback). Das Spitzenmodell Celica Supra mit 2,8-Liter-Sechszylinder und 170 PS kostete stolze 29.990 DM.

Mit der vierten Generation (1985 bis 1990) war der Hinterradantrieb passé, die Motoren wurden quer eingebaut und komplett auf Vierventil-Technik umgestellt. Den Einstieg bildete ein 1,6-Liter mit 124 PS, das sündhaft teure Topmodell mit 185 PS-Turbo und Allrad (51.850 DM) lieferte die Basis für Toyotas erfolgreiche Rallye-Renner. Völlig rund gelutscht präsentierte sich die von 1989 bis 1993 produzierte Baureihe T18, die es mit bis zu 204 PS und sogar als Cabrio gab. Kein Augenschmaus war der pausbäckige Celica T20, der ab 1994 mit bauchiger Karosserie beim Händler stand und die verblüfften Kunden aus vier Glubschaugen anglotzte. Sein Leistungsspektrum reichte von 115 bis 242 PS im GT-Four.

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Abschied nach 23 Jahren: Der kantige Celica T23 verschwand 2005 ersatzlos vom deutschen Markt.

Zum finalen Streich holten die Japaner 1999 aus, als sie den bislang letzten Celica T23 vom Stapel ließen: Erstmals wurde eine eigens entwickelte Plattform verwendet, über die sich eine kantige, keilförmige Karosserie spannte. Den Hüftspeck des schwülstigen Vorgängermodells hatte der jüngste Celica gänzlich abtrainiert. Auch das Leergewicht sank um 60 auf kaum mehr als 1100 Kilo. Leider verschwand auch der Turbo, stattdessen musste ein 1,8-Liter-Sauger mit 143 bzw. 192 PS als TS reichen. 2005 nahm Toyota den Celica vom deutschen Markt – auf einen Nachfolger warten seine Fans bislang vergebens. Ein Hoffnungsschimmer könnte allerdings die knackige Studie FT-86 sein, die Toyota 2009 auf der Tokyo Motor Show enthüllte. Ende 2011 könnte der kompakte Sportwagen mit Boxermotor, 200 PS und Hinterradantrieb in Serie gehen und in die Fußstapfen des Celica treten.

Autor: Jan Kretzmann

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