Toyota Starlet 1.5 D

Toyota Starlet 1.5D XL

— 23.03.2011

Sparsam und spritzig

AUTO BILD Archivartikel 13/1987: Jetzt dieselt's auch im kleinen Toyota Starlet. Der Motor ist eine völlige Neuentwicklung: 1,5 Liter Hubraum, 54 PS, dazu mit vielen tech­nischen Raffinessen ausgerüstet.

Wenn der erste Eindruck, wie viele sagen, wirklich so entscheidend für den Erfolg ist, dann wird Toyota am Starlet Diesel große Freude haben. Denn der Japan-Mini über­zeugt mich schon bei der Schlüsselumdrehung. Bereits nach vier Sekunden Vorglüh­zeit ist der Motor startbereit. Nur eine Minute später ist von den dieseltypischen Nagelgeräuschen nichts mehr zu hören. Und während der ganzen Zeit verkneift es sich der Starlet, wie andere Konkurrenten eine dicke Qualmwolke aus dem Auspuff zu jagen. Die Japaner haben sich mit dem neuen Motor einige Mühe gegeben. Viele Teile sind aus Aluminium.

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Dadurch wurde das Aggregat besonders leicht, wiegt nur noch 35 Kilo mehr als der 1,0-Liter-Benziner des Starlets. Eine elektrische Vorwärmung der Ansaugluft verhindert das Rußen beim Start. Sie bleibt während der gesamten Warmlaufphase in Betrieb, schaltet sich erst automatisch ab, wenn der Motor seine Betriebstemperatur erreicht hat. Und schließlich wurde der Diesel auf absolute Sparsamkeit getrimmt. Im Schnitt reichen 5,5 Liter pro 100 Kilometer. Das sind fast zwei Liter weniger, als der gleich starke Benziner schluckt. So viel Gutes hat natürlich seinen Preis. 15.790 Mark kostet der Starlet Diesel und ist damit um 2100 Mark teurer als das Benzin-Modell.

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Wenn dann noch der Fahrspaß leidet...? Die französischen Seealpen, dort, wo jedes Jahr die Sonderprüfungen der Rallye Monte Carlo gefahren werden, sind das ideale Terrain, um diese Frage zu klären. Die Antwort steht schon nach wenigen Kilometern fest. Der Starlet und der 54-PS­-Diesel passen gut zusammen. Der Wagen ist ebenso spritzig und wendig (14,5 Sekunden bis 100 km/h, Spitze 150 km/h) wie der gleich starke Benziner. Nur in Extrem-Situationen zeigt sich beim Diesel eine Schwäche: Die Steigungen in den Seealpen machen deut­lich, dass die Maschine ihre Kraft erst bei höheren Drehzahlen, ab 3000 Umdrehungen, entwickelt.

Der Diesel braucht Drehzahl

Vor einer 180-Grad-Spitz­kehre muss ich in den zweiten Gang runterschalten, fahre dann mit 20 km/h durch die Kurve, dahinter geht's gleich steil bergauf. Jetzt fehlt's an Kraft, es dauert ein bisschen, bis die Maschine wieder auf Touren kommt. Trotzdem macht die Bergtour mit dem Starlet Diesel Spaß. In Kurven ist der kleine Toyota in seinem Element. Er ist wendig, lässt sich ohne große Kurbelei lenken. Und das, obwohl die Lenkung wegen des etwas schwereren Motors im Vergleich zum Starlet Benziner weniger direkt übersetzt ist. Der Vorteil wird beim Rangieren deutlich. Da muss ich mich nicht anstrengen.

Fahrwerk gut, auch auf drei Rädern

Das Fahrwerk (bei allen Starlets wurde jetzt die Hinterachsaufhängung verändert) ist für den Alltagsbetrieb vernünftig abgestimmt, nicht zu hart und nicht zu weich. Bei meinen Kurvenfahrten bringt es mich nicht in Schwierigkeiten, auch wenn ab und zu mal ein Hinterrad vom Erdboden abhebt oder der Wagen bei etwas zu forscher Fahrweise über die Vorderräder geradeaus weiterschiebt. Und Schlaglöcher bügelt es ausrei­chend glatt. Lob verdient auch das kurz und präzise zu schaltende Fünfganggetriebe (im Diesel se­rienmäßig). Seine Besonderheit: Der Schalt­knüppel und das Getriebe sind mit Seilzü­gen verbunden.

Das hat vor allem beim Diesel einen entscheidenden Vorteil: Der Schalthebel vibriert nicht, weil die Motor­schwingungen nicht übertragen werden. Gründlich verändert hat sich mit dem Modelljahr 1987 die Innenausstattung der Starlet-Reihe: bessere Sitze, übersichtliche­res Cockpit, bessere Sicherheitsgurte. Das alles trägt dazu bei, dass mich der Starlet Diesel bis zum Schluss nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil: Als ich den Schlüssel wieder zurückdrehen will, erfahre ich das Erfreulichste: Nach 180 km Testfahrt steht die Tankuhr immer noch beinahe auf "voll".

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