Triumph Spitfire 1500

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Triumph Spitfire 1500

— 01.06.2010

Triumph für das Vergnügen

Der Triumph Spitfire: Ein Roadster im Westentaschen-Format, ein spaßiges Spielzeug für Erwachsene. Der brettharte Spitfire ist ein großer Triumph für das unmittelbare Fahrvergnügen.

Hoppla, hier komm’ ich. Die­ser Typ stürmt rotzfrech ums Eck. Sein Name: Tri­umph Spitfire. Passt. Spitfire heißt nämlich Feuerkopf oder auch Hitzkopf. Vielleicht steht ihm deshalb der rote Lack so gut. Das ernste Fach wurde dem kleinen Triumph von seinen Schöp­fern jedenfalls nicht besonders tief ins 3,78 Meter kurze Blech gepresst. Raum? Haben andere. Komfort? Ist was für Mä­dels. Eine steife Karosserie? Irgendwas muss doch federn. Verdeck? Vorhanden, bleibt aber meist geöffnet. Schließen ist nämlich extra umständlich. Da müssen so viele Nippel durch die Lasche, dass selbst ein Einser-Abitur für faltenfreies Zusam­menlegen nicht ausreicht.

Offen für die Zukunft: Cabrios und Roadster ohne Wertverlust

Die schnelle Kurvenhatz ist das Metier des kurvengierigen Spitfire.

Rein ins Auto. Beine unter dem nachge­rüsteten Holzlenkrad in den schmalen Tunnel fädeln, Hintern knappe 30 Zenti­meter über dem Asphalt in den dünn ge­polsterten Sitz plumpsen lassen und zum Porsche nebenan aufblicken. Der linke Ellbogen passt nicht ins Auto, also bleibt er auf der papierdünnen Tür liegen. Endlich Gas geben, im knochigen Getrie­be die Gänge wechseln. Erstaunlich, was die nominell zarten 71 PS mit dem 790-Kilo-Fliegengewicht veranstalten. Aus dem Edelstahl-Doppelrohrauspuff – nein, nicht original, aber gern montiert in Spiti-Kreisen – röhrt der 1,5-Liter-Vierzylinder, als wäre er ein ganz Großer. Gefühlt stürmt der Triumph in neun Sekunden auf 100 km/h. Tatsächlich zeigt das Messgerät 12,5. Man kann sich ja mal täuschen.

Kauftipps: Cabrio-Klassiker bis 10.000 Euro

Aber so ist der kleine Wilde – er stapelt gern hoch. Auch im Slalom. Lange klebt er auf der Fahrbahn fest, folgt brav dem Einschlag der exakten Lenkung. Da geht noch mehr, ruft er eben seinem Fahrer zu – und zack, plötzlich steht der Spitfire quer. Ansatzlos, ohne jede Vorwarnung. Die hintere Pendelachse mal wieder, eine 50er-Jahre-Konstruktion, die der Spiti vom älteren Triumph Herald erbte. Könner, die gern schnell und gezielt am Lenkrad kurbeln, ist der Tanz auf dem Vul­kan des Grenzbereichs ein großer Spaß. Doch allzu lange sollte man dem englischen Roadster das sportliche Bol­zen nicht zumuten.

Motor nicht vollgasfest

Vor allem dem Motor geht die Puste schnell aus – mit etwas Pech für immer. 5000 Touren sind genug, der Vierzylinder ist nicht vollgasfest. Dafür hält er sich beim Tanken zurück. Nur 8,9 Liter lässt er alle 100 Kilometer durch seine beiden SU-Vergaser rinnen – Lohn für die Zurückhaltung am Gaspedal, die gar nicht so schwerfällt, und natürlich auch Folge des Spitfire-Fliegengewichts. Und noch ein Spitfire-Vorzug: Er zeigt sei­nem Fahrer die Welt aus der Froschperspektive. Das lässt interessante Einblicke zu, gerade im Sommer. Okay, fünf Euro in die Chauvi-Kasse. Aber der Triumph Spitfire kann gar nichts da­für, ehrlich. Der will nämlich nur spielen.
Technische Daten Triumph Spitfire 1500
Motor Vierzylinder in Reihe
Ventile/Nockenwellen 2/1
Nockenwellenantrieb Steuerkette
Hubraum 1487 ccm
kW (PS) bei U/min 82 (71) bei 5500
Nm bei U/min 111 bei 3000
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Getriebe Viergang-Schaltung
Antrieb Hinterrad
Bremsen vorn/hinten Scheiben/Trommeln
Testwagenbereifung 175/70 R 13 T
Radgröße 5,5 x 13"
Verbrauch (Werksangabe) ca. 8,5 Liter Super
Tankinhalt/Kraftstoffsorte 33 Liter/Super
zulässiges Gesamtgewicht 1020 kg
Länge/Breite/Höhe 3780/1728/1162 mm
Kofferraumvolumen 200 Liter
Messwerte
0-50/80 km/h 3,7/8,4 s
0-100/120 km/h 12,5/23,5 s
Elastizität 60-100 km/h (3./4. Gang) 7,6/10,4 s
Bremsweg aus 100 km/h 58,9 Meter
Testverbrauch 8,9 Liter/100 km
Innengeräusch bei 50/100 km/h 78/83 db (A)
Bauzeit 1974-1980
Zeitwert (Stand 5/2010, Zustand 3) 6500 Euro
Andreas Borchmann

Andreas Borchmann

Fazit

Ein Fun-Roadster: offen und hart. Da bleibt kaum Platz für den normalen Alltag. Der Innenraum ist schmal, der Kofferraum ist kleiner als eine Cola-Pfandkiste. Egal: Die kleine Fahrmaschine zeigt, dass es auch mit wenig Motorleistung lustvoll vorangehen kann. Doch Vorsicht: Im Triumph steckt wirklich ein Hitzkopf. Der Grenzbereich seines Fahrwerks ist noch schmaler als die Sitz­breite im Cockpit, und der Motor nimmt Vollgas-Exzesse empfindlich krumm.

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