Vergleich: Alt gegen Neu, Teil 2 — 23.01.2011

Ist Nostalgie angebracht?

Fünf Helden der Vergangenheit im Vergleich mit ihren Nachkommen – vom VW T1 Samba bis zum Alfa Romeo Giulia. AUTO BILD untersucht, ob das Auto früher mehr Spaß gemacht hat.

Tradition hilft immer und überall. Also natürlich auch bei unserem liebsten Kind: dem Auto. Sie hilft uns, weil sie Erinnerungen weckt, uns wohlig in Nostalgie baden lässt, uns einfach good vibrations verschafft. Sie hilft der Marke, denn sie wird geerdet und bekommt auf diese Weise Heimat, Bedeutung und Gewicht. Und sie hilft den Autoverkäufern, die ihre Ware mit den Legenden von gestern vergleichen und schmücken können. Das zieht beim Kunden hervorragend. Und es sorgt dafür, dass solche Reverenzen an die (mehr oder weniger) glorreiche Vergangenheit heute zum Standardrepertoire der Vermarkter gehören.

Alt gegen Neu: Hier geht es zum ersten Teil des Vergleichs

Mal ist es die komplette Form, die einen der verehrten Vorfahren kopiert, mal sind es nur einzelne Designelemente. Oft soll ein berühmter Ahne dem Nachkommen Charakter einhauchen oder diesen suggerieren. Mitunter fischen die Hersteller auch nur klangvolle Namen aus der Mottenkiste, um ihren aktuellen Erzeugnissen Glanz zu verleihen. Alles nur Verkaufsmasche, Lug und Trug? Oder können die Enkel und Urenkel den Geist der Legenden tatsächlich wachrufen? War früher womöglich vieles besser, weil authentischer, oder lautet die ungeschminkte Wahrheit: alles Schrott? Elf Legenden, dazu ihre geistigen Nachfolger von heute, sollen uns aufklären und den Nebel der Nostalgie lichten. Sechs dieser Familienpaare sind uns im ersten Teil des Vergleichstests bereits begegnet, nun fahren fünf weitere vor. Es wird nicht leicht für die jungen Traditionswahrer.

Wie der Zweikampf "Alt gegen Neu" ausgeht, erfahren Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Nein, ich möchte die Uhr nicht zurückdrehen. Das wäre nicht sinnvoll. Aber ein paar Lektionen erteilen sie uns schon, unsere geliebten Legenden: • Die Freude am Fahren hängt nicht von der Leistung ab, sie ist eine Frage des Charakters. • Unsere Autos sind zu groß, zu schwer und viel zu unübersichtlich geworden. • Markenidentität kommt immer von innen, nicht übers Design.

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Kommentare zum Artikel (21)

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Eisenbär
25.01.2011, 19:26Uhr

@FRED

Heute "muss" man etwa 80 km/h fahren um an einem Baum zu zerschellen, vor dreißig/vierzig Jahren war die Hälfte schon viel zu viel! Aber trotzdem: Was gab es für einen Aufschrei bei den "Fahrkönnern" als das Anlegen des Sicherheitsgurtes zur Pflicht wurde...

Auch früher gab es diese Unkenrufe, nur damals galten Sie anderen Themen: Zweikreisbremssystem, Scheibenbremse, Breitreifen, Sicherheitsgurt. Heute Selbstverständlichkeiten. Genauso wie morgen Downsizingmotoren, DSG, ESP, und die anderen Assistenten.

Nennt sich Fortschritt.

Bravo
24.01.2011, 17:39Uhr

Kompliment an das autobild-Team! Endlich mal ein Artikel der Spaß macht! Die ausgewählten Fahrzeuge sind durch die Bank weg klasse!

future
24.01.2011, 14:59Uhr

wieviele von den jetzigen neuwagen werden in 20 jahren noch fahren?
so gut wie keines! also wird sogar AB nicht nochmal so einen bericht im jahr
2030 bringen koennen.
die kunststoffe werden sich aufgeloest haben. die DSG nicht mehr schalten,
die bits und bytes verwirrt nichts tun. saemtliche abgasregelung, fahrwerkssteuerung
und fahrhilfen werden ganz einfach den dienst aufgegeben haben.
die jetzigen klassiker brauchen bis dahin ein paar oelwechsel und werden einen auch dann noch viel spass bereiten.

FRED
24.01.2011, 12:28Uhr

@timo
Natürlich gibt es mehr Unfälle bei mehr Verkehrsaufkommen, aber sind die auch alle tödlich?
Darum geht es hier. Warum haben wohl viele freiwillige Feuerwehren auf dem Dorf mit toten Autofahrern wohl mehr zu tun als viele Berufsfeuerwehrkollegen in der Großstadt.
Wenn ich heute mit Tempo 80 gegen einen großen Baum fahre nützen mir das modernste Auto nichts. Welches Auto fuhr früher schon 180 und mehr? Welches schafft es nicht?

t5t5
24.01.2011, 12:19Uhr

Weniger ist mehr, auch wenn das viele heutzutage nicht so sehen. Bestand hat was simpel ist und bleibt. Das Design der Oldies ist durch kein heutiges Design zu ersetzen.
Auch wenn das Desgin der Autos aus den 20er/30er Jahren noch imposanter wirkte.
Egal wie, keines der hier dargestellten aktuellen Modelle kann gegen das seit Generationen eingeprägte Leitbild der Oldies ankommen!

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