Drei Tuning-Limousinen der 90er

Schnelle Sport-Limousinen im Vergleich Schnelle Sport-Limousinen im Vergleich

Vergleich: drei schnelle Sport-Limousinen

— 03.11.2017

Youngtimer mit Tuning-Power

Nicht nur Sportwagen, auch getunte Limousinen bieten als Youngtimer wilden Fahrspaß. Hier kommen Alpina B3 2.7, Mercedes AMG 190 E 3.2 und Irmscher Senator 4.0 i im Vergleichstest.

Um flott unterwegs zu sein, muss es nicht immer ein Sportwagen sein. Vier Türen, sechs Zylinder, viel Schwarz und ganz wenig Chrom - das war 1991 auch eine Möglichkeit, schnell zu fahren. Das zeigen 3er-BMW, Opel Senator und Baby-Benz in den Interpretationen von Alpina als B3 2.7, Irmscher als 4.0i,  und Mercedes 190 E 3.2 von AMG. Die frisierten Sport-Limousinen aus den 90er eint die Produktionszeit, und doch sind sie völlig verschieden.

Alpina B3 2.7  - schwarze Perle

Der kleine, feine Alpina B3 2.7 passt wie ein Smoking vom Maßschneider. In der Spaßwertung ganz vorn.

Der Alpina B3 mit seinem 204 PS starken 2,7-Liter-Motor ist der Kleinste im Feld - bei PS-Zahl und beim Hubraum, und bei den Platzverhältnissen sowieso. Vorn herrscht intime Nähe, verschönt durch Leder und Holz und den Blick aufs fahrerorientierte Cockpit, hinten ist’s einfach nur eng. Der kompakte 3er der Baureihe E30, der durch Alpina-Zutaten und -Typenschild zum B3 wurde, ist eher ein 2+2 mit vier Türen. Aus seiner Leichtigkeit macht er Athletik. Dazu passt der herrliche Sechszylinder, im Ursprung die ab Werk 2,7 Liter große, spritsparende Maschine des 325 eta, von Alpina mit überarbeiteten Brennräumen und scharfer Nockenwelle auf Touren gebracht. Erst summt er still, dann jubelt er, ohne Luft zu holen, bis zur Höchstdrehzahl. Weder AMG noch Irmscher hängen so direkt am Gas, was natürlich auch ein Verdienst des eng gestuften Getriebes mit seinen kurzen und knorpeligen Schaltwegen ist. Fest und handlich, wendig und mustergültig übersichtlich ist der B3, dabei nie hart oder unkomfortabel. Klimaanlage, Sitzheizung, E-Fenster und Stahlschiebedach sind an Bord. Der kompakte 3er mit kleinstmöglichem Alpina-Motor ist eine große Überraschung und ein Einstieg nach Maß.

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Irmscher Senator 4.0 i - breite Schultern

Der große Senator 4.0 i ist kein Sportler, sondern die Ideallösung für lange Hochgeschwidigkeits-Etappen.

Endlich gab es 1991 für stolze 99.700 Mark wieder einen exklusiven Opel mit der Kraft und der Laufruhe eines V8! Wie kein Zweiter hier lebt der Super-Senator von seinem Triebwerk. Mit Vierventiltechnik und variabler "Dual Ram"-Saugrohrlänge stellt der Vierliter die Konkurrenz kraftvoll in den Schatten. Ob er watteweich bis über 6000 Touren dreht oder wuchtig sein Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen liefert, ist dabei egal. Die langen Geraden sind sein Revier, da arbeitet er mit komfortabler Mühelosigkeit. 250 km/h Spitze stehen in den Papieren, aber abgeregelt ist der Irmscher nicht. Da geht also noch was! Doch bei dem schnellen Opel wäre eine präzisere Lenkungschön. Zwischen den Pylonen lässt die geschwindigkeitsabhängige Servotronic den Kontakt zur Fahrbahn vermissen, wobei das hellhölzerne Lenkrad auch noch störend und fehl am Platz wirkt. Als Typ der oberen Mittelklasse spielt der Senator in einer anderen Liga als AMG und Alpina, hält sich optisch zurück, wirkt aber auch weniger eigenständig. Hier gibt es Spaß ganz ohne Sport.

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AMG 190 E 3.2 - starkes Stück

Aus dem braven Baby-Benz wird als AMG 190 E 3.2 ein Gran Turismo mit vier Türen.

Kleiner Mercedes mit großer Maschine? Gab es so in der Baureihe W 201 nur in Form des 190 E 2.6. Da packte AMG noch eins drauf: Größere Bohrung und die Kurbelwelle des 300 D mit mehr Hub plus Feinarbeit an Kolben, Verdichtung, Kanälen und Einspritzung resultierten in 3,2 Liter Hubraum und 234 PS. Damit liegt der AMG in beiden Disziplinen ziemlich genau zwischen Alpina und Irmscher und markiert im Vergleich in jeder Beziehung die goldene Mitte. Weder rennt und dreht er so himmelhoch jauchzend wie der B3 2.7, noch stemmt er locker schwere Eisen wie der breitschultrige Irmscher 4.0 i. Viel Dampf unten raus und massig Kraft, kombiniert mit geringem Gewicht und kompakten Maßen, das macht den Reiz des starken 190 E aus. Dazu passt, dass er mit kommoder Vierstufenautomatik antritt. Dieser kleine W 201 fühlt sich stark nach dem größeren W 124 an. Der 190 E 3.2 kneift nicht so unter den Armen wie der knappe BMW und bietet mehr Fahrkomfort. An dessen Präzision in der Lenkung und Leichtigkeit im Slalom kommt er aber nicht heran. Wenn der Alpina ein Sportwagen und der Irmscher ein Business-Express ist, verkörpert der kleine AMG den typischen GT! Hier die drei Tuning-Limousinen im Überblick.

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Drei Sport-Limousinen der 90er

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Autor:

Jan-Henrik Muche

Fazit

Schwarz, breit, stark, schnell, laut. Diesem einfachen, romantischen Tuning-Ideal des ausgehenden 20. Jahrhunderts kommt der B3 2.7 am nächsten. Mit seiner harten, agilen Gangart, gutem Handling und drehfreudigem Motor spricht der Alpina am ehesten den Sportfahrer an. Gut sieht er aus, und dass er zwar Viertürer, aber am wenigsten Viersitzer ist, sehen wir ihm nach. Den Fahrspaß, den er bereitet, genießt man am besten allein.

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