Ford Taunus Opel Ascona VW Jetta

Vergleich Ford Taunus, Opel Ascona B und VW Jetta

— 01.01.2010

Sieger im Ring

Ford Taunus II, VW Jetta I und Opel Ascona B sind längst auf dem Weg in den Youngtimer-Himmel. Wie sie sich zwischen Himmel und Grüner Hölle auf der Nordschleife geschlagen haben, lesen Sie hier.

Bestzeiten jagten wir am Ring diesmal nicht, das hätten unsere drei unrestaurierten Originale kaum überlebt. Die Belastung für die Autos ist auf der Nordschleife schließlich bis zu 20-mal höher als im Alltag. Doch die Grüne Hölle bietet so viel Abwechslung, dass man nicht mit über 200 km/h an der Antoniusbuche vorbeifliegen muss, um sich über den Charakter unserer Spießer klar zu werden. Der Ascona trägt zu Recht einen Blitz im Grill. Seinen 75 Pferdchen können wir mit Fug und Recht das Prädikat temperamentvoll verleihen. Das üppige Drehmoment der 1,9-Liter-Vierzylindermaschine, immerhin 132 Nm, kommt sogar mit der antiken Dreistufenautomatik spielend klar. Jetta und vor allem der Taunus können dem Ascona nicht folgen. Wenn in diesem Kapitel am Ende doch noch der VW am Opel vorbeizieht, liegt dies am kernigen Motorsound, der tatsächlich anmacht, und am sicheren, kinderleichten Handling. Der Vorderradantrieb zieht den VW allzeit spurtreu um den Ring, vor allem verlangt die Zahnstangenlenkung nicht solche Bärenkräfte wie im Opel Ascona. Die muss sich der Ford-Fahrer auch nicht antrainieren. Dafür sollte er einen Schluck Zielwasser trinken. Eine exakte Rückmeldung, wie stark die Vorderräder gerade eingeschlagen sind, gibt es hier nicht. Und über den 55-PS-Motor wollen wir hier nicht mehr viele Worte verlieren. So ein 1.3er reicht in der Stadt, für Landstraßen und überall dort, wo die Welt ganz flach ist. Wer mehr will, sollte lieber nach einen 1.6er oder 2.0-V6 Ausschau halten. Wenn er noch einen findet ...

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Auch wenn der Jetta den Vergleich für sich entscheidet: In Sachen Coolness hat er keine Chance gegen Taunus und Ascona.

Der Ford verwöhnt jedoch mit seinem kuscheligen Schmusekurs. Viel Platz, angenehm gepolsterte Sessel, gemütliches Ambiente. Schade, dass sein hölzernes Fahrwerk diesem Standard nicht folgen kann. Es trampelt und schunkelt wie eine rheinische Frohnatur auf der Karnevals-Sitzung. Der Opel schaukelt zwar weniger, dafür sorgen seine dünn gepolsterten Sitze auf Langstrecken für drückendere Probleme. Kuschelkönig wird der VW Jetta – mit weichen, gut geformten Sitzen, die auch auf langen Strecken noch passen und im Labyrinth zwischen Hedwigshöhe und Galgenkopf genug Seitenhalt bieten. Jettas Federung ist weich und schaukelig, verschluckt die meisten Nordschleifen-Wellen fast bis zur Unkenntlichkeit. Und im Platzangebot kann der Super-Golf überraschend gut mithalten.
Neidfaktor: Hä, Neid? Eher nicht. Alle drei wecken Sympathien, Erinnerungen, sind nette Typen von nebenan. Und das Design? Reine Geschmackssache. Uns gefallen Ford und Opel besser als der VW. Die Verarbeitung ist bei allen dreien nicht so toll. Aber immerhin noch gut genug für den heutigen Alltag ...
Die Punktewertung
VW Opel Ford
SPASSFAKTOR
Temperament 8 10 5
Sound 10 7 7
Handling 10 9 8
Zwischenergebnis 28 26 20
KUSCHELFAKTOR
Sitze 10 6 8
Federung 10 8 7
Platzangebot 9 9 10
Zwischenergebnis 29 23 25
NEIDFAKTOR
Qualität 9 8 8
Design 8 10 10
Image 7 8 8
Zwischenergebnis 24 26 26
Gesamtergebnis 81 75 71


Autor: Andreas Borchmann

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