Daihatsu Charade Turbo Fiat Uno Turbo i.e. Renault 5 GT Turbo

Vergleichstest Kleinwagen mit Turbolader

— 21.09.2010

Kann so viel Kraft gut sein?

Aus klein mach groß: Die drei Minis Daihatsu Charade, Fiat Uno und Renault 5 bieten für wenig Geld viel Platz. Und der Turbolader macht aus ihnen die reinsten Muskelprotze. Sogar Tempo 200 ist drin. Zu groß für die Kleinen?

Archiv-Artikel AUTO BILD 39/1986: Eins stand schon nach den ersten Testsekunden fest: Die Großen müssen sich vor den Kleinen ganz schön in acht nehmen. Bei den Beschleunigungsmes­sungen erreicht der Renault 5 schon nach 8,2 Sekunden die 100 km/h – aus dem Stand. Das ist schneller als ein Porsche 944 (AUTO BILD-Messwert 8,4 Sekunden). Der Fiat Uno braucht nur 0,4 Sekunden länger. Und selbst der Chara­de Turbo mit nur 68 PS schafft diese Übung in 12,6 Sekunden (75-PS-Golf: 13,0 Sekunden). Dabei merkt man den plötzlichen Turbo-Einsatz beim Fiat am deut­lichsten. Ab 3000 Touren geht's urgewal­tig los. Der R5 ist etwas zurückhalten­der. Sein Lader setzt früher (ab 2500/min) und nicht ganz so brutal ein. Und im Charade spürt man fast gar nichts vom Turbolader. Der Dreizylinder mit Turbo fährt sich wie ein spritziger Vierzylinder ohne.

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Die geringere Kraft des Japaners (68 PS) hat noch einen Vorteil. Die angetrie­benen Vorderräder zerren nicht so wild am Lenkrad wie im Renault (115 PS) oder, noch schlimmer, im Fiat (105 PS). Bei den beiden heißt's immer: Das Steuer gut festhalten, besonders in Kurven. Sonst könnte es leicht mal geradeaus ge­hen, wenn der Fuß das Gaspedal berührt. Wer das weiß, kann die heißen Turbo-Pferdchen allerdings ganz gut im Zaum halten. Der Geradeauslauf ist bei allen drei Testkandidaten in Ordnung. Auch bei Höchstgeschwindigkeit. Und die ist wiederum beeindruckend. Der Fiat bringt es auf 200 km/h, der R5 auf 198 km/h, und der Charade schafft immerhin 169 km/h. 

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Wenn es nass wird, ist aber in jedem Fall Vorsicht geboten. Wegen der kleinen Räder und des geringen Eigen­gewichts schwimmen die Minis schnell auf. Ein bisschen zuviel Gas an der Ampel, und sie drehen auf der Stelle. Beim Uno und Renault kann das sogar noch wäh­rend der Fahrt vorkommen, wenn plötz­lich der Turbolader einsetzt. In Kurven wird's dann leicht haarig. Tipp: Ruhe bewahren, Fuß vom Gas. So lässt sich die Situation am besten wieder unter Kon­trolle bringen. Ein sanfter Gasfuß ist auch ratsam, wenn die Kleinen keinen allzu großen Durst entwickeln sollen. Vor allen Din­gen der Renault 5 lässt sich seine Lei­stung teuer bezahlen. Im Testdurch­schnitt verbrauchte er 10,1 Liter Super­benzin – zuviel für ein Auto dieser Klasse. Besser macht es der Fiat: 8,6 Liter. Gut der Daihatsu, ihm genügen 7,9 Liter bleifreies Normalbenzin. 

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