Volkswagen Käfer

Volkswagen Käfer

— 20.01.2011

Der Käfer stirbt aus

AUTO BILD Archiv-Artikel 3/1988: Er brachte bei uns die Mas­sen-Motorisierung in Gang, fuhr in den 60er Jahren un­angefochten auf Platz eins der Neuzulassungen und war noch in den 70er Jahren der Größte im Bestand.

Doch nun geht es wirklich zu Ende mit ihm - der Käfer stirbt lang­sam aus. Nach neuesten Zah­len aus der Bestandsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) in Flensburg gehört er jetzt auf die "rote Liste" der Automodelle: Mitte 1987 fuhren nur noch 667.000 Exemplare des einstigen Ex­portschlagers der deutschen Autoindustrie auf unseren Straßen. Genau ein Jahr vorher waren es gut 800.000, und noch 1981 führte der Käfer mit fast 1,7 Millionen die motorisierte Blechschlange an. Damals auf Platz zwei: Opels Kadett mit 1,68 Millionen. Der VW Golf war vor sieben Jahren mit 1,43 Mil­lionen dabei. Zum offiziellen KBA-Stichtag 1. Juli 1987 hat sich das Be­standsbild der führenden Pkw-Typen gewandelt.

Das Original: Der Artikel von 1988 zum kostenlosen Download

Jeder zehnte (2,73 Millionen) der insgesamt 27,9 Millionen registrierten Pkw ist ein Golf. Gut jeder 13. Wagen (2,18 Millionen) heißt Kadett. Die W-123er von Mercedes ­(das sind die älteren 200 D bis 280 E) sind 1,26 millionenmal vertreten. Mit jeweils rund knapp 2,1 Millionen Wagen folgen der Audi 80/90 und Opels Ascona. Alle neun japanischen Automarken zusammen bringen es in der Statistik auf 2,37 Millionen Pkw. Vier französische Hersteller sind mit insgesamt 1,2 Millionen Exemplaren am deutschen Bestand beteiligt. Die starke Reduzierung des Käfer-Bestandes hat eine Sonnenseite: Ältere, gut erhaltene Modelle gewinnen an Wert. Es gibt eine eingeschworene, mehrere tausend Mitglieder ­starke Fan-Gemeinde, organisiert in zahlreichen Klubs.

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50er-Jahre-Käfer sind in gutem Zustand unter 5000 Mark (Ovali) kaum zu bekommen. Der Brezelfenster-Käfer wird in Liebhaber-Kreisen schon mit 10.000 bis 15.000 Mark notiert. Gepflegte 1200er, 1300er und1500er aus den 60er Jahren werden ebenfalls langsam teurer. Dennoch sind Spekulationen auf hohen Wertzuwachs verfehlt. Die Marktbeobachter von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) und "Schwacke" sind sich darin einig, dass ein harter Käfer-Kern übrigbleibt, der Restbestand indessen langfristig immer größer sein wird als bei anderen vergleichbaren Autos. Schließlich ist der Weltmeister bis heute 21,5 millionenmal gebaut worden. Und einen 60er-oder 70er-Jahre-Käfer sollte man nicht für einen hochwertigen Oldie halten, nur weil er noch mal die TÜV-Hürde geschafft hat.

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Autor: Karl-August Almstadt

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