Volvo 360 GLE

Volvo 360 GLE: Test

— 01.11.2010

Der steuerfreie Allesfresser

AUTO BILD-Archiv-Artikel 50/1986: Normal oder Super? Egal. Mit oder ohne Blei? Wurscht. Der Volvo 360 GLE schluckt einfach alles. Hauptsache es steht Benzin auf der Zapfsäule. Und sparen tut er auch noch.

Umweltfreundlich und steuerbefreit fahren, aber trotzdem nicht auf bleifreies Benzin angewiesen sein – nur ein Wunschtraum vieler Autofahrer? Nein, so ein "Wunder-Auto" gibt es tatsächlich. Der Volvo 360 GLE bietet diese Vorteile und das ohne Katalysator. Er schluckt Normal- oder Superbenzin, egal ob mit oder ohne Blei. Wie schafft der Schwede das? Drei Tricks machen den Volvo 360 GLE schadstoffarm und zum Allesfresser: 1. Ein kleiner Computer kontrolliert die Benzinsorte, stellt Einspritzung und Zündung darauf ein. 2. Das Pulsair-System (wie beim Peugeot 205 GTI) saugt zusätzliche Frischluft in den Motor. Dadurch wird die Verbrennung sauberer. 3. Eine Abgas-Rückführung leitet einen Tell der Abgase aus dem Auspuff in den Motor zurück, wo sie ein zweites Mal verbrannt werden.

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Beim Fahren merkt man von der ganzen Technik nichts. Der Zweiliter-Motor startet sofort und läuft auf Anhieb rund. Dass dennoch keine rechte Freude aufkommt, liegt an den Geräuschen. die die Vierzylinder-Maschine von sich gibt. Schon ab 3000 Umdrehungen wird sie unangenehm brummig und laut. Deshalb wird der Fahrer die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h wohl meist meiden. Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt der Volvo in 10,9 Sekunden. Nicht gerade super-sportlich, aber für eine Familienlimousine ausreichend. Die Qualitäten des kleinen Schweden liegen auf einem ganz anderen Gebiet.

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Der Fahrer hat immer das Gefühl, in einem großen, schweren Auto zu sitzen. Das liegt nicht zuletzt an der guten Verarbeitung. Alle Verkleidungen passen wie angegossen, auch auf schlechten Straßen klappert nichts. Die Lenkung verlangt nach einer kräftigen Armmuskulatur. Sie ist im Stand und auch während der Fahrt schwergängig. Eine Servolenkung gibt's nicht einmal gegen Aufpreis. Wer das erste Mal in einen 360 GLE steigt, fühlt sich ein paar Jahre zurückversetzt. Der Fahrer sitzt hoch wie in einer Kutsche, blickt auf eine lange, schmale Motorhaube. In schnell gefahrenen Kurven muss er sich am Lenkrad festhalten, weil die Sitze an den Seiten zu wenig ausgeformt sind.

Der Fahrkomfort ist auf Kopfsteinpflaster recht gut. Auf langen Wellen schaukelt der Volvo die Insassen unangenehm durch. Nichts für Leute, die schnell seekrank werden. Kurzum: Der Volvo 360 GLE ist ein Auto für Fahrer, die das Solide suchen und keine sportlichen Ambitionen haben. Sein Preis von 24.890 Mark ist angemessen. Immerhin hat er getönte Scheiben und eine Zentralverriegelung serienmäßig. Außerdem spart der Käufer 2200 Mark an Steuern.

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