Volvo 480 ES im Test — 03.09.2010
So schön wie einst – aber auch so gut?
AUTO BILD-Archiv 43/1986: Die Form fällt auf, scheint zu gefallen und weckt die Neugier. "Ist das ein Japaner oder ein neuer Engländer? Wie schnell fährt der, und was kostet er?" Hier die Antworten zum neuen Volvo 480 ES.
Das Original: Der Artikel von 1986 als kostenloser Download
Der "Vergaser" ist eine Einspritzanlage. Du kommst dir vor wie ein Hilfsbremser. Steigst zornig ins Gas, um ihm den Lauf zu erleichtern. Doch das ist bis zirka 3300 Umdrehungen alles andere als eine runde Sache. Erst danach können sich Triebwerk und Treter arrangieren. Was dem Motor an Dynamik fehlt, liefert der Zigarettenanzünder, der glühend auf den Beifahrersitz springt. Dieser französische Motor bleibt deutschen Kunden gottlob vorenthalten. Im tempolimitierten Holland, Belgien und Luxemburg sind von den frühzeitiger belieferten Kunden bisher keine Klagen bekannt. Für die Deutschland-Premiere im Februar/März 1987 soll dieser Motor mittels Turbokraft auf 122 PS aufgeblasen werden.Überblick: Hier geht es zu AUTO BILD KLASSIK
Und der Rest kann sich auf jeden Fall gut sehen und fahren lassen. Plus: die Volvo-typische solide Verarbeitung. Eine kraftvolle Heizung mit wirkungsvoller Entlüftung. Verstellbare Lenksäule und ein Bordcomputer, den auch Leute kapieren, die sich mit zwei Fingern auf der Schreibmaschine mühen. Weiter: gute Rundumsicht, problemloses Handling, leichtes Einparken. Ein glatt zu schaltendes Fünfganggetriebe stellt die Verbindung zu den Vorderrädern her. Gar nicht zum bisherigen Volvo-Stil der inneren Sachlichkeit passt leider das mit Batterielade-, Öldruck- und Verbrauchsanzeige sowie Schaltern und Knöpfen überfrachtete Cockpit, dessen Tankanzeige digitalgrün leuchtet.Fazit: Der getestete Benelux-Volvo 480 ES, der bei uns rund 30.000 Mark kosten soll, ist ein unsportliches Sportcoupe. Stilistisch aber ein großer Wurf. Die gelungene Neuauflage des berühmten P 1800, den man wegen seines üppig verglasten Hecks "Schneewittchensarg" nannte.
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