VW Golf GTI 16V Kat

VW Golf GTI 16V Katalysator: Test

— 08.03.2011

Der Kat nimmt dem Super-GTI zehn PS – auch den Schwung?

AUTO BILD Archiv-Artikel 15/1987: Äußerlich gibt es keinen Unterschied zum normalen GTI 16V. Aber unterm Blech steckt ein Katalysator. Der kostet zehn PS Leistung. Fährt der saubere Super-Golf deshalb weniger sportlich?

Wer sich ein sportliches Auto kaufen will, der achtete bislang besonders auf das, was unter der Haube steckt: auf den Motor und auf seine Leistung. Seit überall das Umweltbewusstsein wächst, ist Lei­stung nicht mehr alles. Katalysa­toren fordern ihren Tribut. Beim Golf GTI 16V lässt sich der Entgif­ter im Auspuff die sauberen Ab­gase mit zehn PS bezahlen, dros­selt die Leistung von 139 auf 129 PS. Äußerlich lässt sich der Sauber­mann-Golf nichts anmerken. Lediglich das kleine Hinweisschild für "bleifreien Superkraftstoff" vorne am Armaturenbrett und der dünnere Einfüllstutzen für Blei­frei hinter der Tankklappe erin­nert den Fahrer an die Umwelt­freundlichkeit seines Autos.

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Alles, was Abgase sauberer macht, versteckt sich vorne im Motorraum, im Bereich der Einspritzanlage und des Auspuffs. Da musste der 16-Ventiler, der sonst bleihaltiges Super mit mindestens 98 Oktan konsumiert, wegen des Katalysators auf das weniger klopffeste Bleifrei-Super ge­trimmt werden. Der Katalysator-Motor ist im Aufbau mit der 139-PS-Maschine identisch. Technisch aufwendi­ger ist dagegen beim Kat-16-Ventiler die mechanisch/elektro­nische Einspritzanlage. Sie wurde mit einer Klopfregelung versehen. Auch die elektronische Kennfeld-Zündanlage ist vom Feinsten. Alles was für die opti­male Motorsteuerung wichtig ist: Motortemperatur, Öltemperatur, Luftmenge usw., wird von Senso­ren gemessen und an die Elek­tronik weitergeleitet.

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Die reguliert dann über die Gemisch­zusammensetzung und den Zündzeitpunkt den Verbrennungsablauf im Zylinder. Beim Katalysator-Motor steckt noch ein weiterer Sensor im System: die Lambdasonde. Sie befindet sich im Auspuffkrümmer und stellt die Zusammensetzung des Abgases fest. Ihre elektronischen Impulse wandern ebenfalls in die Steuerelektronik. Beim Fahren ist von diesem ganzen technischen Aufwand überhaupt nichts zu spüren. Auch dass der GTI 16V mit Kataly­sator etwas weniger Leistung auf die Straße bringt, macht sich im Alltag nicht bemerkbar. Die Be­schleunigungsmessung auf dem AUTO BILD-Testgelände ergibt so­gar erstaunliche Werte: 8,5 Sekunden von 0 bis 100 km/h.

Nur auf der Autobahn langsamer

Schneller beschleunigt auch der stärkere 16-Ventiler ohne Kat nicht. Der Kat-Motor dreht aus niedrigen Touren ebenso kräftig hoch: Die Maschine ist ein wah­res Energiebündel, hat keine Probleme mit der aufwendigen Ein­spritzung. Aber: Bei der Geräu­schmessung (100 km/h im vierten Gang) registrierte das Phon-Meß­gerät im Innenraum 74 Dezibel (A). Damit ist der Katalysator-16V zwei dB (A) lauter als der einfa­che Golf 16-Ventiler. Der wesentliche Unterschied: Bei Vollgas auf der Autobahn fehlen die zehn PS. Unseren Test­wagen stoppten wir mit einer Höchstgeschwindigkeit von 201 km/h. Ein 139 PS starker 16-Ventiler lief bei einem unserer früheren Tests 209 km/h.

Trotz Kat kaum Mehr-Verbrauch

Doch der Sauber-Golf bleibt immerhin im "Club der 200er". Und das reicht ja wohl. Ein besonders erfreuliches Messergebnis lieferte die Verbrauchsfahrt mit dem Kat-S­uper-Golf : 9,1 Liter pro 100 Kilometer (ohne Katalysator: 8,8 Li­er/100 Kilometer). Kritikpunkte: Die Bremsen könnten kräftiger zupacken. Die Wärmeentwicklung des Kataly­sators wird nach längerer Fahr­zeit spürbar. Das Bodenblech heizt sich auf. Doch darüber lässt sich hinwegsehen. Für mich je­denfalls gibt es keinen Zweifel: Der Golf GTI 16V mit Kat ist der bessere GTI 16V. Denn er schont die Umwelt und macht dabei noch Spaß genug.

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