VW Golf Peugeot 205

VW Golf und Peugeot 205 im Vergleich:

— 25.01.2011

VW Golf – eine Stufe zu alt?

AUTO BILD Archiv-Artikel 48/1986: Der beliebte Deutsche wird nach wie vor nur mit einer Dreistufen-Automatik angeboten. Der Konkurrent aus Frankreich hat eine Fahrstufe mehr und ist auch noch billiger. Auch besser?

Diesmal hat der Golf wirklich ein schweres Erbe anzutreten. Sein Dreigang-Automatikgetriebe entspricht dem klassischen Getriebe-Konzept, wie es seit über 50 Jahren gebaut wird. Selbst im Golf ist es schon 12 Jahre alt, wurde damals von VW selbst entwickelt. Die Vier­gang-Automatik des Peugeot 205 hingegen ist nagelneu und ent­stand unter intensiver Mitwir­kung von Europas bekanntestem Schaltautomaten-Hersteller, der Zahnradfabrik Friedrichshafen, kurz ZF genannt. Aber vorweg: Wie funktioniert eigentlich ein Schaltautomat? Er besteht aus drei wichtigen Ele­menten: zuerst einmal dem Wandler. Er ist dafür verantwort­lich, dass die Motorkraft ans Ge­triebe weitergeleitet wird, ersetzt damit also die Kupplung, die die­se Aufgabe bei einem Schaltge­triebe übernimmt.

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Im Wandler sitzen zwei Schau­felräder. Das eine wird vom Motor angetrieben. Dabei drückt es Ge­triebeöl in das zweite Schaufel­rad, bringt es ebenfalls zum Dre­hen und somit die Kraft ans Ge­triebe. Die verschiedenen Gänge wer­den durch die Planetensätze ge­schaltet. Das sind kompliziert an­geordnete Zahnräder-Sätze, die für die verschiedenen Überset­zungen und Fahrgeschwindig­keiten verantwortlich sind (ein Planetensatz für je zwei Gänge). Sie ersetzen also das, was im normalen Schaltgetriebe die un­terschiedlich großen Zahnräder der einzelnen Gänge bewirken. Geschaltet werden die Planetensätze dann durch das "Ge­hirn", den Schaltschieberkasten. Das ist ein fein verzweigtes Laby­rinth mit etlichen Kanälen, in die Öl gepumpt wird.

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Je nach Öl­druck (abhängig von der Wand­lerdrehzahl) werden Weichen gestellt und daraufhin die verschie­denen Planetenräder aktiviert oder abgebremst. Das ist der Vorgang, der Ihnen das Autofah­ren so erleichtert. Dann nämlich wird geschaltet. Das hört sich kompliziert an. Und so ist es auch. Automatik-Getriebe sind wesentlich aufwendiger als Schaltgetriebe, deswegen auch teurer. Aber wie unterscheiden sich nun Peugeot und Golf im Alltags­betrieb? Der altbewährte VW (90 PS) gibt sich von der spritzigen Seite. Munter schaltet das Getrie­be rauf oder runter, je nach Gas­pedalstellung. Der Kickdown (Kontakt am Bodenblech unterm Gaspedal) muss erst dann zum Herunterschalten benutzt wer­den, wenn der Motor über 3500 Touren dreht. Aber das kostet naturgemäß viel Sprit.

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