VW Jetta

VW Jetta: Gebrauchtwagentest

— 31.03.2011

So gut wie der Golf

AUTO BILD Archivartikel 23/1987: Neu kostet der Jetta einige hundert Mark mehr als der technisch baugleiche Bestseller Golf. Gebraucht ist es umgekehrt - da gibt es den Jetta vielfach preiswerter.

Es lohnt sich wirklich: Bevor Sie Ihr sauer verdientes Geld jetzt für einen teuer gehandelten VW Golf auf den Tisch blättern, sollten Sie lieber mal über seinen Stufenheck-Bruder Jetta nachdenken. Denn die Qualitäten dieses Wagens stehen denen des Kompakt-Bestsellers in nichts nach. Im Gegenteil: Vom Platzangebot schlägt der Jetta den Golf um Längen. Sein riesiger Kofferraum gilt in der Mittelklasse als das Maß der Dinge. Da die Nachfrage des Jetta gegenüber dem Golf jedoch erheblich bescheidener ausfällt, wird der Stufenheck-Bruder in der Regel um etliche Mark preiswerter angeboten. Mit etwas Verhandlungsgeschick bekommt man selbst gut erhaltene Jetta-Modelle unter Listenpreis.

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Premiere feierte der Jetta 1979, ganze fünf Jahre nach Erscheinen des Golf. Für die ersten Jetta-Fahrer war dies von Vorteil. Denn im Gegensatz zum Golf erwiesen sich bereits die ersten Stufenheck-Modelle als wahre Musterknaben. Kinderkrankheiten gab's beim Jetta nicht, die hatten bereits die Golf-Fahrer auskuriert. Entsprechend bescheinigt der TÜV selbst älteren Exemplaren oft eine weiße Weste. Auch korrosionsgefährdete Blechteile, wie Radausschnitte an den Kotflügeln, Falze an Tür- und Haubenkanten, zeigen sich beim Jetta gegenüber der gefürchteten roten Pest weitgehend unempfindlich.

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Einziger Makel in der Roststatistik beim TÜV: Regelmäßig nach zwei Jahren melden sich die zerfressenen Auspuffanlagen lautstark zu Wort. Uneingeschränktes Lob verdienen beim Jetta auch das Fahrwerk und die Bremsanlage. Die Mängelhäufigkeit an Radaufhängung, Lenkung und was sonst noch teure Reparaturen verursacht, liegt beim Jetta wie beim Golf weit unter dem Durchschnitt. Wie für den Golf gibt es auch für den Jetta eine ganze Bandbreite verschiedener Motorstärken. Das Angebot reicht vom 54-PS-Diesel bis hin zur sportlichen GTI-Maschine mit 112 PS. Am häufigsten findet man beim Gebrauchtwagen-Händler oder im Kleinanzeigenteil die 1,6-Liter-Benziner-Version mit 70 oder 85 PS.

Vorsicht bei Billigst-Angeboten

Beide Leistungsstärken reichen aus, um den familienfreundlichen Wolfsburger zügig auf Trab zu bringen. Um einen Diesel oder gar Turbodiesel-Jetta zu einem günstigen Preis zu ergattern, bedarf es schon etwas Glück. Nicht weil die sparsamen Jetta-Modelle so teuer gehandelt werden, sondern weil sie, ähnlich wie die GT-Modelle, recht selten vorkommen. Gebrauchtwagenkäufer gehen beim Jetta nur dann ein Risiko ein, wenn sie sich nicht vor einem ungepflegten Billigst-Angebot in acht nehmen. Schließlich kann das beste Auto auf Dauer nicht halten, wenn es nicht, wie vorgeschrieben, regelmäßig zur Inspektion in die Werkstatt gebracht wird.

Lassen Sie sich deshalb vor Kaufvertragsabschluß auf jeden Fall den Pflegepass des Wagens zeigen. Fehlt dort der eine oder andere Stempel, dann sollten Sie im Zweifelsfall besser die Finger von dem Wagen lassen. Auch dann, wenn Ihr Wunschkandidat weit unter Listenpreis angeboten wird. Ansonsten ist ein Jetta gut für 150.000 km und mehr. Gesamturteil: sehr empfehlenswert

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